Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.05.2012           10      Teilen:   |

Offener Brief an das KCM Schwulenzentrum Münster

Zumindest Grund zum Feiern sieht man noch beim KCM: fröhlicher Party-Flyer 2012
Zumindest Grund zum Feiern sieht man noch beim KCM: fröhlicher Party-Flyer 2012

Wir dokumentieren: 19 queere Gruppen und Vereine in der westfälischen Stadt Münster distanzieren sich von der Behauptung des Schwulenzentrums KCM, es gebe keine Diskriminierung mehr (queer.de berichtete).

Sehr geehrte Herren vom KCM,

mit diesem Schreiben möchten wir uns auf einige Veröffentlichungen Ihrerseits beziehen, die wir in den letzten Wochen in den Zeitungen unserer Stadt lesen mussten. Sie behaupten immer wieder, es gäbe keinerlei Diskriminierungen mehr gegenüber homo-, bi-, trans- und intersexuellen Menschen. Wir möchten uns von diesen Äußerungen öffentlich und in aller Deutlichkeit distanzieren.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen, arbeiten genau wie Sie mit homo-, bi-, trans- und intersexuellen Menschen aller Altersklassen und erleben täglich das Gegenteil von Ihren Behauptungen. Schüler und Schülerinnen haben immense Probleme an ihren Schulen, weil sie dort aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert und ausgegrenzt werden: Homosexuelle, die bei kirchlichen Trägern arbeiten, müssen täglich mit der Angst leben, gekündigt zu werden, wenn dieser Teil ihrer Identität bekannt wird. Paaren, die Ihren Kinderwunsch mit Hilfe von Reproduktionsmedizin verwirklichen wollen, haben so gut wie keinen Zugang zur medizinischen Versorgung. Kinder, die in Regenbogenfamilien hinein geboren werden, haben zunächst nur einen rechtlichen Elternteil. Dies sind nur wenige Beispiele der alltäglichen Diskriminierung, mit denen Homosexuelle täglich konfrontiert sind.

Fortsetzung nach Anzeige


Wenn das KCM als Begegnungsstätte für Schwule behauptet, dass es keine Diskriminierung mehr gebe, gleicht dies einem Realitätsverlust. Für wen bitte sprechen diese Herren? Auf dem Hintergrund unserer jahrelangen Praxis in der Beratungs- und Antidiskriminierungsarbeit liegt die Vermutung nahe, dass das KCM nun endgültig den Bezug zur Community verloren hat.

Dies ist bedauerlich, da Betroffene sich kaum von einer Institution vertreten fühlen, die die konkreten alltäglichen Diskriminierungen leugnet und Probleme von Lesben und Schwulen ausschließlich als Folge verinnerlichter Homophobie betrachtet.

Derartige Formulierungen spielen aus unserer Sicht genau jenen Teilen der Gesellschaft in die Hände, die Diskriminierung und Gewalt gegenüber Homosexuellen vorantreiben wollen.

Davon distanzieren sich die Unterzeichnenden hiermit ausdrücklich!

1. Aids-Hilfe Münster e.V., Ulrich Besting
2. Androgym e.V., Adriane Rickel
3. Autonomes Lesbenreferat im Asta Uni Münster, Dana Reichenbächer & Pia Eckert
4. Autonomes Schwulenreferat Uni Münster, S. Eichel
5. AWO Abteilung Aidsprävention und Sexualpädagogik, Alexander Daum
6. Abgeklärt e.V, Alexander Daum
7. Beratungsstelle Varia Warendorf, Volker Bünis
8. CSD Münster e.V., Guido Richter & Bettina Espeter
9. Die Linse e.V. im Cinema, Thomas Behm
10. EWTO Schule Münster, St. Bohle
11. Für die Jugendlichen von Track, Kevin Nicholson
12. Homophon e.V., J. Schwieder
13. Lexplosiv Münster i.V., Vivien Gerber
14. Livas e.V., Nicole Steffens
15. pro familia Münster, Andreas Häner
16. Queerreferat Asta FH, A. Paul
17. Queergemeinde Münster, Ulrich Thoden
18. Slutwalk Münster, Larissa Röhl
19. Track Münster, Anke Papenkort

Mehr zum Thema:
» Schwulenzentrum: Homo-Diskriminierung ist Vergangenheit (11.05.2012)
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 10 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 25             2     
Service: | pdf | mailen
Tags: kcm, münster, offener brief
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Offener Brief an das KCM Schwulenzentrum Münster"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.05.2012
18:08:06


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal


Das man da noch argumentieren muss, ist ähnlich absurd, als wenn man z. B. gegen die Einstellung eintreten müsste, es gäbe hierzulande keine Kriminalität oder keine Obdachlosen.

Es gibt soziale Tatsachen, die offensichtlich sind.

Der, der sie leugnet, kann die Realität nicht etragen und flüchtet sich in wattige Wunschwelten. Die werden dann oft auch noch vehement bis aggressiv (Feddersens politisch belasteter Begriff der 'Gräuelpropaganda') verteidigt.

Gegen die, die einfach sagen, was Sache ist. Nach dem Motto: Der Kaiser ist nackt....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.05.2012
18:57:08


(+6, 8 Votes)

Von Knueppel
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von goddamn liberal


"(...) Das man da noch argumentieren muss, ist ähnlich absurd, als wenn man z. B. gegen die Einstellung eintreten müsste, es gäbe hierzulande keine Kriminalität oder keine Obdachlosen ..."

So ist es!

Trotzdem möchte ich noch einmal daran erinnern, was sich - auch in diesem Internet-Portal - für "Gestalten" herumtreiben (siehe dazu die dortigen Kommentare # 5, 14, 19, 21, 33); die Vermutung von "Unterwanderung" durch diejenigen, die sabotieren wollen, wie sie an anderer Stelle hier schon geäußert wurde, ist vielleicht nicht so ganz von der Hand zu weisen ...
Link:
bit.ly/JxT4Fo


Also auch weiterhin reaktionäres Geschwafel nicht einfach hinnehmen, sondern widersprechen und widerlegen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
23.05.2012
18:57:39


(+2, 6 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Damit dürfte sich Volker Wittig als KCM-Chef erledigt haben!
Wann ist die nächste Mitgliederversammlung?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
23.05.2012
21:18:32


(+3, 5 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von Knueppel


Na ja,

das Wundern und Staunen sollte man nicht verlernen.

Ich bin mir ja auch nicht so sicher, ob diese 'FDP-Ingos' wirklich alle echt sind oder ob sich da 'Marx' Gespenster', die sich hier ja auch tummeln, ab und zu ein trolliges blau-gelbes Provokationsmützchen aufsetzen...

Die Verharmloser und Xenophoben, die sich hier ab und an zeigen, sind aber für mich authentisch, weil v.a. das erstere typisch für die Verarbeitung von Homophobie durch etwas schwächliche Charaktere ist. Da sind dann v.a. Dingen Tunten, Bewegungsschwule und andere (vermeintliche) Nonkonformisten schuld an Homophobie und nicht die Homophoben selbst.

PS Steven Milverton hat in seinem Blog unlängst daran gezweifelt, ob Jan Feddersen wirklich schwul ist. Ich denke gerade an seiner notorischen Verleugnung von Schwulenfeindlichkeit kann man erkennen, dass er zumindest in dieser Hinsicht 'echt' ist.

An der reichlich peinlichen und irgendwie ziemlich sexistischen Bezeichnung für Hannelore Kraft als 'Polit-Bitch' bei einer Preisverleihung übrigens auch.

Aber: Glücklicherweise haben die Leute aus dem Pott Humor...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
23.05.2012
22:01:04


(+1, 1 Vote)

Von ehemaligem User paren57


Warum gibt es selbst bei Gayroyal oder Gayromeo so viele Profile ohne Gesichtsbild? Müssen wohl Spaß an Blind Dates haben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
23.05.2012
23:10:46


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Diesen offenen Brief an das KCM würde ich sofort unterschreiben! Der Text des offenen Briefes ist gut und treffend formuliert!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
24.05.2012
00:14:07
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hurra!!! Hurra! Ist das toll! Es gibt keine Diskriminierung mehr!

Und jetzt alle brav Guido danke sagen und immer schön FDP wählen denen wir diese wundervolle Nicht-Diskriminierung zu verdanken haben!

Etwa nicht gewusst, nicht gespürt? Wessen Wahrnehmung stimmt hier wohl nicht???


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
24.05.2012
08:57:20


(+2, 2 Votes)

Von Marek


Da es sowohl rechtlich-politisch als auch gesellschaftlich und wirtschaftlich noch massenhaft Diskriminierung gibt, war die Aussage des Schwulenzentrums Münster ein Skandal und eine Steilvorlage an alle, die uns weiterhin Gleichstellung verwehren wollen.

Entweder muss da jemand komplett unter Drogen gestanden haben als er das sagte oder ist bestochen worden.

Gut, dass sich andere Vereine und Organisationen dagegen stellen.

Beim Schwulenzentrum Münster ist ein kompletter Personalwechsel nötig. Die sind untragbar.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
24.05.2012
09:13:11


(-1, 1 Vote)

Von Manuel Wittig


Erschreckend finde ich, dass das KCM bisher keine Stellungnahme abgegeben hat. Dadurch muss das doch so hochkochen und das KCM demontiert seinen Vorsitzenden selbst...

Wenn ich nun den Artikel mit Volkers Interview richtig gelsen habe, und auch den offenen Brief... gibt's da einen Widerspruch. Volker hat NICHT behauptet es gäbe keine Diskriminierung. Er hat gesagt, das Rechtssystem hätte der Diskriminierung einen Riegel vorgeschoben... und.. da hat er Recht, zumindest weitgehend.

Den Wahlkampf in Münster hab ich nicht erlebt. Warum sollte es einen Zusammenhang geben, zwischen der 1. Schwulen Demo und dem Landtagswahlkampf? Den gibt es nicht. Oder gibt´s noch Aufnahmen, das Grüne Politiker direkt vorneweg mitmarschiert sind?

Münster ist nicht so Erzkatholisch wie viele glauben mögen. Aber die Diskriminierung in den Köpfen der Menschen ist da. Es gibt immer noch körperliche und seelische Gewalt. Rechtlich ist man noch immer nicht völlig gleichgestellt - wenn auch vor Diskriminierung geschützt.

Innerhalb der Community in Münster schwelte es offenbar schon länger... dies wird durch einen Satz deutlich: "... liegt die Vermutung nahe, dass das KCM nun endgültig den Bezug ..."

Die Arbeit zwischen einzelnen, von der Stadt geförderten Institutionen, die das gleiche Ziel haben, war auch damals schon nicht immer einfach. Auch da gab es schon Differenzen, die Ihre Ursache in der tiefen Vergangenheit finden... Ich hab nie verstanden, warum nicht alle an einem Strang ziehen...

Gern würde ich das vollständige Interview mal lesen... das Interview... BEVOR es in den Druck ging und vermutlich noch irgendwo zusammengekürzt wurde. Möglicherweise liegt da der Hund begraben, und unglückliche Formulierungen werden relativiert.

Vermutlich wurde der offene Brief ebenfalls in Münsters Zeitungen veröffentlicht...
Ein Affront für alle Mitglieder und Unterstützer des KCM´s. Es wirkt ein bisschen so, als hätten Gegner des KCM´s auf einen derartigen "Fehltritt" gewartet um das KCM bloß zu stellen.

Das Interesse am KCM und der Arbeit dessen nahmen leider schon in der Vergangenheit stetig ab. Auf eine veränderte Nachfrage muss man mit einem veränderten Angebot reagieren. Das hat man offenbar verpasst.

Schade um´s KCM und für all die, die gute Erinnerungen damit verbinden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
25.05.2012
06:01:51


(0, 0 Vote)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #9 von Manuel Wittig


". Es wirkt ein bisschen so, als hätten Gegner des KCM´s auf einen derartigen "Fehltritt" gewartet um das KCM bloß zu stellen...."
mir scheint da ist mehr im busch als oberflächlich durchsickert.
Erzähl doch mal ein wenig aus dem nähkästchen.. was da so alles an unzufriedenheit sich aufgestaut hat!!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 Ort


 SZENE - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 SZENE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Fünf Gründe für einen Ausflug nach Amsterdam Hedwig von Beverfoerde tritt aus CDU aus Sachsen: Alle außer AfD begrüßen Sexualkunde-Leitlinien IS soll mutmaßlichen Schwulen in Syrien exekutiert haben
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt