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Ernst Prost im Liquid-Moly-Werbespot

In der Fernsehwerbung vor der "Tagesschau" ist Liquid-Moly-Chef Ernst Prost der nette Motorenöl-Werbeonkel, im wirklichen Leben beschwert er sich nach Enthüllungen des "Stern" über "Lustreisen" eines schwulen Angestellten.

Dem Wochenmagazin liegt demnach unter anderem eine E-Mail vor, in dem er einen schwulen Angestellten in einer Rundmail an alle 500 Mitarbeiter der Firmengruppe persönlich angreift. Darin heißt es: "Er ist ein jämmerlicher Spesenbetrüger, geht hinterfotzig auf Firmenkosten mit seinem angetrauten Mann mehr auf Lustreisen als auf Dienstreisen. Nichts gearbeitet, der Firma geschadet, gelogen und betrogen. Ich sage Ihnen, ich könnte brechen." Als Betreff der Mail schrieb der 55-jährige Unternehmer "Pfui Teufel".

Laut dem Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt ist diese Mail eine "eklatante Verletzung der Persönlichkeitsrechte" des Mitarbeiters. Er nannte den Text "beleidigend und diskriminierend".

Auch gegenüber anderen Mitarbeitern herrscht offenbar bei Liqui Moly ein gehässiger Umgangston. So schreibt Prost über einen anderen Angestellten, den er zuvor entlassen hatte: "Diesem Mann habe ich persönlich und mit größter Freude sein Auto, sein Handy etc. weggenommen und ihn ebenfalls fristlos vor die Tür gesetzt". Auch diese Mail ging an alle Mitarbeiter.

Ernst Prost verteidigt auf der Facebook-Seite seines Unternehmens die Rundmails, wenn auch mit kleinen Einschränkungen: "An meiner Wortwahl muss ich arbeiten und meinen Sprachgebrauch verfeinern. Denn so sehr ich in der Sache meiner Meinung nach Recht habe, sollte ich manchmal besser das eine oder andere deftige Wort weglassen." Er müsse als Chef "das Kind beim Namen nennen dürfen".

Youtube | Ernst Prost preist sein Motorenöl im Werbefernsehen an

Prost will keine Werbefigur mehr sein

Die Enthüllungen haben Prost dazu bewogen, sich aus der Werbung des Motorenöl-Herstellers zurückzuziehen. "Ich will nicht mehr als Liqui Moly Vorturner meinen Schädel mit meinen Gedanken und Überzeugungen zum Fenster hinaushängen", schrieb er in einer Mail an seine Mitarbeiter.

Prost arbeitet seit 1990 bei Liqui Moly und übernahm schließlich die Firma von der Gründerfamilie. Er trat in den letzten Jahren in Werbespots des Unternehmens auf - in ihnen betonte er stets, dass seine Firma Verantwortung für einheimische Arbeitsplätze übernehme und deshalb in Deutschland produziere. Er machte auch Karriere als Talkshowgast und trat unter anderem bei "Hart aber Fair" und "Anne Will" auf. Dort tritt er - untypisch für einen konservativen deutschen Unternehmer - gerne für Forderungen wie den Mindestlohn, die Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder die Wiedereinführung der Vermögenssteuer ein. (dk)



#1 PanneAnonym
  • 25.05.2012, 12:28h
  • Wo ist der schwule Bezug?
    Offenbar geht es ihm nicht um die sexuelle Orientierung, sondern darum dass er diesen Mann als Betrüger der sich an der Firma bereichert, sieht.

    Und was ist an dem Text diskriminierend? Beleidigend ja, scheisse sowas zu veröffentlichen, aber diskriminierend?
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#2 heulbojeAnonym
  • 25.05.2012, 12:57h
  • "Dort tritt er - untypisch für einen konservativen deutschen Unternehmer - gerne für Forderungen wie den Mindestlohn, die Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder die Wiedereinführung der Vermögenssteuer ein. "

    Das ist nicht ganz untypisch. Er vertritt dort seine Klasseninteressen. Eine Art gerechter Volksgraf. Er kam ab der Finanzkrise zum Einsatz, als alle plötzlich anfingen Das Kapital zu bestellen (lesen schaffen 2-3%) und Wagenknecht für einladbar zu halten.

    Eine ähnliche Figur, allerdings mit anderen Charakterspitzen zur Figur Patriarch, ist der Wolfgang Grupp, Alleininhaber der Textilherstellers Trigema.

    Beide Vertreten letztlich "deutsche Werte" in stürmischen Finanzwassern.

    Die Fülle an Einzelnachweisen lasse ich mal weg.
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#3 FFFFAnonym
#4 Kenny
  • 25.05.2012, 13:47h
  • Der reisserische Titel suggeriert, dass hier ein schwuler Mitarbeiter wegen seiner Homosexualität angegangen und ev. diskriminiert worden ist.

    Macht man aber den Faktencheck und schaut sich die zitierte Stern-Meldung an, sieht die Sache gleich ganz anders aus. Nicht wegen seines Schwulseins wird jemand beschimpft, sondern weil er nachgewiesen Spesenbetrug begangen hat (indem er offenbar Privatreisen mit seinem Lebenspartner als Dienstreisen abgerechnet hat) und deswegen gekündigt wurde.

    Auch wird über eine Reihe weiterer "Führungskräfte" gelästert, die sich ähnlicher Vergehen schuldig gemacht haben und gekündigt wurden. Ob man dies öffentlich über eine regelmäßige Rundmail in der ganzen Firma tun sollte oder nicht, mag eine Frage des Stils sein (ich würde es nicht tun). Von Diskriminierung kann aber keine Rede sein.
    Das ist Empörungs-Journalismus auf Bild-Niveau und einer Queer.de eigentlich unwürdig.
    Schade.
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#5 Franz MehringAnonym
  • 25.05.2012, 13:49h
  • Antwort auf #2 von heulboje
  • Der Lasalleaner (gerechtes Volkskönigtum) Nikolaos Sakellariou, heterosexuelle Familienvater aus Schwäbisch Hall: " Eine Nachzahlung ab 2009 reiche schließlich für eine schöne Kreuzfahrt".
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#6 FX23Anonym
  • 25.05.2012, 14:59h
  • Antwort auf #4 von Kenny
  • Das ist nicht Bild-Niveau sondern neuerdings schlecht beim Stern kopiert:

    "Der Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt, dem der stern die E-Mails vorgelegt hatte, sieht darin eine "eklatante Verletzung der Persönlichkeitsrechte" der Betroffenen. Die Formulierungen seien "beleidigend und diskriminierend". Die sexuelle Identität des betroffenen Mitarbeiters werde herabgewürdigt."

    Vielleicht einfach erstmal selber reflektieren, bevor man so einen Unsinn von sich gibt. Stern-Redakteure: 6! Setzen!
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.05.2012, 15:12h
  • Angesichts dieses Vorfalls werde ich erst einmal keine Produkte dieser Firma mehr kaufen! Mein VW-Golf von 1998 wird es mir danken!
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#8 ArminAnonym
#9 SebiAnonym
  • 25.05.2012, 19:49h
  • Was für ein homophobes Arschloch.

    Gut, dass ich noch nie Liqui Moly gekauft habe. Und ich werde es auch ganz sicher in Zukunft nie kaufen!
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#10 SebiAnonym
  • 25.05.2012, 19:52h
  • Da solche Personen Fakten und Argumente nicht kapieren wollen und nur die Sprache des Geldes verstehen, helfen nur Boykotte, um soche Leute und ihren Hass zu stoppen.
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