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Carsten S. am 1. Februar bei der Vorführung zum Ermittlungsrichter in Karlsruhe

Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstag den Haftbefehl gegen zwei Unterstützer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) aufgehoben. Neben Matthias D., der zwei Wohnungen für das Terror-Trio besorgt haben soll, wurde auch der 32-jährige Carsten S. aus der Untersuchungshaft in Köln-Ossendorf entlassen.

Der frühere Mitarbeiter der Düsseldorfer Aids-Hilfe war am 1. Februar in seiner Wohnung von der GSG 9 festgenommen worden, er gestand später, im Jahr 2000 die Haupt-Tatwaffe der Zwickauer Zelle besorgt zu haben. Mit der Ceska 83 mit Schalldämpfer waren neun Migranten ermordet worden. Der damals 19-Jährige hatte kurz nach der vorgeworfenen Tat den Kontakt zu den Nazi-Kameraden abgebrochen und ein neues Leben begonnen.

Carsten S. ist weiterhin dringend der Beihilfe zum Mord in neun Fällen verdächtig. Über die Frage einer Anklageerhebung gegen die beiden Beschuldigten wird die Bundesanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden. In der letzten Woche hatte der Bundesgerichtshof bereits die U-Haft für den Beschuldigten Holger G., der ebenfalls eine Waffe besorgt hatte, aufgehoben.

Gutachten für Jugendstrafrecht

Aufgrund dieser Entscheidung hatte die Bundesanwaltschaft die U-Haft der beiden heute Freigelassenen überprüft. Bei Carsten S. kam das Ergebnis eines Gutachtens hinzu, das von der Anwendung des Jugendstrafrechts ausgeht. Zudem habe sich der Beschuldigte "umfassend zum Tatvorwurf eingelassen und entscheidend zur Tataufklärung beigetragen", sich zudem glaubhaft von rechtsextremen Gedankengut und Kreisen abgewandt, heißt es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Aufgrund der "geminderten Straferwartung" und festen sozialen Bindungen sei keine Gefahr für eine Flucht gegeben.

Der Fall Carsten S. hatte in der Düsseldorfer Szene zu einem Schock geführt, da viele den freundlichen und hilfsbereiten Mann aus seiner Arbeit in der HIV-Prävention und einer Freizeiteinrichtung für LGBT-Jugendliche kannten. Die Vergangenheit von Carsten S. als aufstrebenes Mitglied der NPD-Jugendorganisation in Jena war bereits seit 2004 bekannt, als sich der Sozialpädagogik-Student um einen Referentenposten im Schwulenreferat der Uni Düsseldorf bewarb - der Asta intervenierte und das linke Stadtmagazin "terz" machte die Geschichte publik.

Seine späteren Arbeitgeber wie auch Freunden erzählte er auf Anfrage von seiner früheren Zeit, wenn auch oberflächlich - über eine NSU-Connection sagte er, wohl auch aus Selbstschutz, nichts. Bis zuletzt ließ er über seinen Anwalt verlauten, von Straftaten der NSU nichts gewusst zu haben - die Mordserie des Terror-Trios begann kurz nach dem Ausstieg von Carsten S.

Die Aids-Hilfe Düsseldorf hatte das Angestellenverhältnis mit Carsten S. Ende Februar im gegenseitigen Einvernehmen über seinen Anwalt aufgehoben und zugleich die allgemeine Wichtigkeit einer Resozialisierung betont. Gerüchte einiger Medien, er sei in die Jugendarbeit gegangen, um Jugendliche für rechtes Gedankengut zu indokritinieren, hatten sich auch nach näherer Überprüfung als haltlos erwiesen. (nb)



#1 Ahnungslose UnteAnonym
#2 JensAnonym
  • 30.05.2012, 12:45h
  • Antwort auf #1 von Ahnungslose Unte
  • In deinem verlinkten Artikel geht es aber um Holger G., bei dem der Tatvorwurf der Beihilfe noch fraglich ist, während Carsten S weiterhin als dringend verdächtigt gilt.

    Aber wie es aussieht können alle jetzt freigelassenen Unterstützer und Helfer mit einem geringeren Strafmaß rechnen, als die Bundesanwaltschaft es bisher annahm.

    Aber bei Ralf Wohlleben sieht die Sache, zurecht, ganz anders aus.
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#3 so soAnonym