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Der (heterosexuelle) Senator Ted Lieu ist der Autor von SB1172

Mit 23 gegen 13 Stimmen hat der kalifornische Senat am Mittwoch einem Verbot von Konversionstherapien für homosexuelle Jugendliche unter 18 Jahren zugestimmt.

Der Gesetzentwurf SB1172 muss sich nun einer Abstimmung in der anderen Parlamentskammer stellen. Die State Assembly wird wie der Senat von den Demokraten kontrolliert. Danach muss der demokratische Gouverneur Jerry Brown die Vorlage unterschreiben. Brown hatte vergangenes Jahr bereits ein homofreundliches Gesetz unterschrieben, das schwul-lesbische Geschichte zum Pflichtthema an kalifornischen Schulen macht (queer.de berichtete).

Eingebracht wurde der Entwurf vom demokratischen Senator Ted Lieu mit der Unterstützung mehrerer Homo-Gruppen unter Führung von "Equality California". Kalifornien wäre der erste US-Bundesstaat, der ausdrücklich die Arbeit der meist christlich motivierten Ex-Gay-Aktivisten beschränkt. "Lesbisch, schwul oder bisexuell zu sein ist keine Geisteskrankheit, genauso wenig wie Heterosexualität eine Geisteskrankheit ist", argumentierte Senator Lieu im Vorfeld der Abstimmung. "Alle Ärzteorganisationen stimmen zu, dass Homosexualität keine Einschränkung der Gesundheit ist."

Homo-Heiler: Eltern sollten immer das letzte Wort haben

Gegen den Entwurf hatte bis zuletzt die Ex-Gay-Gruppe "National Association for Research and Therapy of Homosexuality" (NARTH) Stimmung gemacht. NARTH-Präsident Christopher Rosik erklärte, dass das Gesetz "die Rechte der Eltern einschränkt, weil sie nicht mehr bestimmen können, welche psychologischen Methoden bei ihren Kindern angewandt werden dürfen." Die Organisation argumentiert, dass Homosexualität das Symptom eines tieferliegenden Konflikts sei und "geheilt" werden könne. Psychologenverbände warnen aber davor, dass Patienten mit Pseudo-Therapien in den Selbstmord getrieben werden könnten.

Die Ex-Gay-Bewegung erlitt Mitte April einen herben Schlag, als Ex-Professor Robert Spitzer als letzter angesehener Psychiater eine Studie zurückzog, in der er die Homo-Heilung als Möglichkeit betrachtete (queer.de berichtete). Diese Studie wurde von NARTH und anderen Ex-Gay-Organisationen immer wieder als Beweis angeführt, dass ihre Methoden wirksam sind. Am Mittwoch hat sich Spitzer zusätzlich in einem Video der Homo-Gruppe "Truth Wins Out" bei der Gay-Community für die Studie entschuldigt.

Auch in Deutschland gibt es vereinzelt Ärzte, die aus religiösen Gründen die Heilung von Homosexuellen propagieren. Zuletzt sorgte der Bund Katholischer Ärzte auf dem Katholikentag in Mannheim für Aufregung. Die Organisation hatte auf Flyern Homosexualität als "psychische Störung" bezeichnet, die mit Psychotherapie oder Homöopathie behandelt werden müsse (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Entschuldigung des Psychiaters Robert Spitzer für seine Ex-Gay-Studie


Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 SebiAnonym
  • 31.05.2012, 18:51h
  • Das wäre längst überfällig und sollte überall gelten. Es ist längst erwiesen, dass solche Gehirnwäsche-"Therapien" extrem gefährlich sind und schwerste seelische Schäden bis hin zum Selbstmord verursachen.

    Eltern, die aus irgendeinem Wahn heraus ihren Kindern sowas antun, sollten genauso das Sorgerecht entzogen bekommen wie bei anderen schwersten Schädigungen des Kindes.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 ahaaAnonym
  • 01.06.2012, 13:57h
  • ab 18 jahren dürfen schwule also in den selbstmord getrieben werden?

    sozusagen reif für die pathologisierung?
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#4 Xq28
  • 02.06.2012, 16:12h
  • Antwort auf #3 von ahaa
  • Gutheißen will ich das auch nicht, allerdings können jetzt wenigstens keine Jugendlichen mehr legal in den Selbstmord getrieben werden.
    Ein erster Schritt ist also gemacht :)
    Widerlich finde ich solche Praktiken als "psychiologische Betreuung" zu deklarieren...
    Das ist Indoktrination der übelsten Sorte, nichts anderes!
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#5 Lapushka
  • 06.06.2012, 14:47h
  • Antwort auf #4 von Xq28
  • "Gutheißen will ich das auch nicht, allerdings können jetzt wenigstens keine Jugendlichen mehr legal in den Selbstmord getrieben werden.
    Ein erster Schritt ist also gemacht :)"

    Nicht unbedingt.
    Dann sagt man halt "Unser Kind wird ja nicht wegen Homosexualität therapiert, das ist ja verboten. Wir lassen es behandeln wegen einer Geschlechtsidentitätsstörung (vielleicht kann man es auch ichdystone Sexualität nennen)."
    Ich weiss nicht ob das Auswirkungen hat, wenn die Therapiezimmertür erstmal zu ist.
    Zumal diese Ex-Gays besonders hinter Jugendlichen und Kindern her sind, da es da laut ihnen noch leichter sei, sie zu korrigieren und auf den rechten Pfad zu bringen.
    Jedenfalls leichter als wenn sie erstmal aus dem Elternhaus raus und in einer Welt voller Verführungen angekommen sind.
    Bleibt zu hoffen, dass das, wenn es beschlossen wird, auch konsequent durchgesetzt wird.
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#6 Xq28
  • 08.06.2012, 17:27h
  • Antwort auf #5 von Lapushka
  • Da hast du möglicherweise recht - ich weiß leider nicht genau, was im Gesetzentwurf SB1172 tatsächlich drinsteht.
    Trotzdem halte ich es für prinzipuell richtiger (wenn sowas denn geht) solche Paragraphen im Gesetzesbuch zu haben, als sie NICHT drin zu haben.
    Lasst uns einfach im Sinne aller kalifornischen Kinder und Jugendlichen das beste hoffen...
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