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Homoerotik in der Kunst: Auf 160 Seiten finden sich von Pop-Art bis hin zu fotorealistischer Malerei alle Genres

Ein neuer Bildband, zusammengestellt von David Leddick, bietet einen einzigartigen Überblick über zeitgenössische Werke schwuler Künstler.

Von Carsten Weidemann

Zeitgenössisch? Bildend? Kunst? Die Kombination dieser drei Wörter ruft bei vielen eher einen Fluchtreflex hervor als Neugier. Das mag gelegentlich durchaus zu Recht so sein - wer dagegen den Bildband "Gorgeous Gallery" nicht in die Hand nimmt, bringt sich selbst um ein mehr als sinnliches Vergnügen.

Das Anfang Juni im Bruno Gmünder Verlag erschienene Buch bietet einen einzigartigen Überblick über zeitgenössische Werke schwuler Künstler. Und wer denkt, Kunst und Sexappeal, das ginge nicht zusammen, der wird eines Besseren belehrt: Nahezu alle Motive in dieser umfangreichen und erfreulich abwechslungsreichen Sammlung moderner schwuler Mal- und Zeichenkunst strahlen deutlich mehr Erotik und Sex aus als die gängige Pin-Up-Fotoband-Dutzendware, die sich in den Regalen schwuler Buchläden auftürmt.

Von David Hockney bis Andy Warhol

Kenntnisreich zusammengestellt wurde das alles von David Leddick, der sich bereits mit mehreren Bildbänden als Chronist der schwulen Kunstgeschichte etabliert hat. "Dieses Buch ist der Idee gewidmet, dass Kunst und Erotik nebeneinander in einem Kunstwerk existieren können", erklärt Leddick sein Konzept. Und macht uns sein Buch gleich weiter schmackhaft: "Man könnte sogar von ‚Pornografie' sprechen - denn es gibt zweifellos Kunst, die pornografisch im Sinne von 'sexuell erregend' ist."

Auf 160 Seiten finden sich in "Gorgeous Gallery" alle Genres - von Pop‐Art bis zu fotorealistischer Malerei, von zeitgenössischer Kunst über die Avantgarde bis hin zu den Klassikern. Vertreten sind auf Künstlerseite Promis wie Andy Warhol und David Hockney, darüber hinaus Don Bachardy, David Joseph Fanelli, Peter Flinsch, Wes Hempel, Michael Leonar und Gilbert Lewis, um nur einige Namen zu nennen.

Romantiker kommen in dieser "Galerie zum Durchblättern" genauso auf ihre Kosten wie die Freunde unverblümt erotischer Darstellungen. "Gorgeous Gallery" präsentiert nicht nur eine Kollektion von Kunstwerken, die den schwulen Zeitgeist des 20. Jahrhunderts einfangen, sondern liefert tatsächlich den Beweis: Kunst ist geil!

Infos zum Buch

David Leddick (Hrsg.): Gorgeous Gallery, 160 Seiten, Farbe, Hardcover mit Schutzumschlag, 21,5 x 28,5 cm, Sprache: Englisch, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2012, 29,95 €, ISBN 978‐3‐86787‐248‐5
Galerie:
Gorgeous Gallery
8 Bilder


#1 antos
  • 03.06.2012, 14:36h
  • Und eine weitere deprimierende Bildband-Pressemitteilung.

    "Zeitgenössisch? Bildend? Kunst? Die Kombination dieser drei Wörter ruft bei vielen eher einen Fluchtreflex hervor als Neugier."

    Was bedeutet es, wenn man das Zeugnis geistiger Armut gleich zu Beginn als launigen Scherz vor sich her trägt?

    "Und wer denkt, Kunst und Sexappeal, das ginge nicht zusammen, der wird eines Besseren belehrt:"

    und kann gemalte Ärsche angucken, die live ja dann doch spannender sind.

    "Zeitgenössische bildende Kunst" - das ist hier: röhrender Arsch für übers Bett.

    Warum ist 'schwule Kunst' so oft so uninspiriert, so gedankenlos?
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#2 bio bioAnonym
#3 daVinci6667
  • 03.06.2012, 15:06h

  • In der Tat denkt man bei "Zeitgenössisch" Bildend, Kunst" eher an Langeweile und man ist geneigt wie zu Schulzeiten nach Fluchtgründen zu suchen statt "sowas" über sich ergehen zu lassen.

    Liest man den Artikel zu ende und schaut sich die Artikelgalerie an, fühlt man sich hier aber nicht gelangweilt, finde ich. Schade gibts nicht noch ein paar Bildchen mehr. Ich denke es ist eine gelungene Mischung von eindeutiger Erotik und Romantik und weit von Pornographie entfernt. Für mich ein kleines Stückchen schwule Wohlfühlkunst. Nicht mehr und nicht weniger.
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#5 schwul überallAnonym
  • 03.06.2012, 15:14h
  • Antwort auf #1 von antos
  • vielleicht ist es aber auch geistig arm und absurd,
    in zeiten der immer aggressiveren heterosexistischen inszenierungen bei gleichzeitiger, gezielter ausgrenzung männlicher homo-erotik, wie sie schon in der antike in der kunst zu darzustellen selbstverständlich war, in zeiten der dauerbeschallung des jungen zielpublikums mit frauen als porno-"bitches" bei gleichzeitiger verhüllung männlicher körperlichkeit, sich über die äußerst raren momente schwuler sichtbarkeit zu ereifern. da hat jemand nicht so ganz verstanden, wohin der gesellschaftliche rollback geht.
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#6 antos
  • 03.06.2012, 15:17h
  • "Für mich ein kleines Stückchen schwule Wohlfühlkunst. Nicht mehr und nicht weniger."

    Das ist ja auch ok. Verwende halt statt Kunst das Wort: Dekoration. Dann passt es.
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#7 FanOfFranciAnonym
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 Daniel CoolAnonym