Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 04.06.2012           16      Teilen:   |

BLSJ: "Welt" verunglimpft Schwule

Screenshot von "Welt Online": Vorher...
Screenshot von "Welt Online": Vorher...

Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen e.V. (BLSJ) protestiert gegen einen Artikel auf "Welt-Online" vom 1. Juni 2012. Anlass ist die Berichterstattung über die Anklage gegen den Bürgermeister von Rickenbach in Baden-Württemberg.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bürgermeister vor, gemeinsam mit seinem Lebenspartner einen Anschlag auf sich selbst inszeniert zu haben. "Welt-Online" titelte dazu: "Staatsanwaltschaft knöpft sich schwulen Bürgermeister vor".

"Warum steht das Wort ,schwul' da?", fragt nun Martin Munz, Bundesvorstand des BLSJ. "Offenbar nur, weil die Überschrift dann besser knallt. Man muss es nur mal durch ,jüdisch', ,rothaarig' oder ,heterosexuell' ersetzen, um zu merken, wie herabwürdigend die Formulierung wirkt." Für Munz ist die Überschrift auf "Welt Online" eine der "schlimmsten Entgleisungen der vergangenen Jahre".

Fortsetzung nach Anzeige


Kein Zusammenhang zwischen Ermittlungen und sexueller Orientierung

... und nachher
... und nachher

In der Tat gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Homosexualität des Bürgermeisters und den Ermittlungen. Zwar könnte der Partner in die mutmaßliche Tat verstrickt sein, doch auch das, so der BLSJ, rechtfertige die Erwähnung der sexuellen Orientierung nicht. "Bei einer Ehefrau hätte der Verdacht genauso entstehen können", heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands.

"Genau genommen wird das Schwulsein durch die Überschrift sogar kriminalisiert, denn weswegen sollte sich die Staatsanwaltschaft den Herrn vorknöpfen? Sicherlich nicht wegen seines Bürgermeisterdaseins. Also muss das Schwulsein verdächtig sein", kommentierte Martin Munz. "Wir halten die Wortwahl für unangebracht, weil sie falsche Assoziationen nahelegt und Homosexuelle diskriminiert."

Die Welt hat zwischenzeitlich auf den Protest des BLSJ reagiert und die Überschrift auf "Welt-Online" in "Staatsanwaltschaft knöpft sich Provinz-Bürgermeister vor" geändert.

Der BLSJ setzt sich seit 15 Jahren für eine faire Berichterstattung über Schwule und Lesben ein. (cw/pm)

Links zum Thema:
» Der Artikel auf Welt Online
» Homepage des BLSJ
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 16 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 42             2     
Service: | pdf | mailen
Tags: blsj, die welt
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "BLSJ: "Welt" verunglimpft Schwule"


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
04.06.2012
14:45:11


(+7, 11 Votes)

Von goldsenf
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Springer bleibt eben Springer, egal, ob nur "Welt" oder schon "Bild". Alles eine unappetitliche Soße.
(Hinter diesem Kommentar darf sich der geneigte Leser gerne einen kotzenden Smiley vorstellen...)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
04.06.2012
14:51:11


(+8, 10 Votes)

Von goddamn liberal


Leute, das ist halt 'Springer'...

Link zu www.welt.de

Wie immer: Ressentiments ohne Recherche.

Auch Herr Broder lässt seinen brodelnden Gefühlen freien Lauf, obwohl seine iranischen Lieblingsfeinde via UNO Hand in Hand mit Bischof Tomasi vom 'Heilgen Stuhl' gegen unsere Menschenrechte kämpfen. Aber da ist die Feind- und Freund-Matrix wohl irgendwie durcheinenandergelaufen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
04.06.2012
14:55:05


(-4, 8 Votes)

Von Ralf


Meine Güte fällt euch nicht auf dass das noch harmlos ist im Vergleich wie über Schwule sonst oft berichtet wird?

Das Wort schwul war tatsächlich unnötig aber es wäre die sex. Orientierung eh rausgekommen, weil der Lebenspartner mitverdächtig ist.
Wenn man anstatt von "Staatsanwaltschaft knöpft sich schwulen Bürgermeister vor" geschrieben hätte "Staatsanwaltschaft knöpft sich schwulen Bürgermeister und seinen Lebenspartner vor" wäre es okay gewesen.

Bei Heterosexuellen wird in Zeitungsberichten auch erwähnt in was für einer Konstellation die Leben, ob die Ehemann, Ehefrau, Geliebte/r haben. Wenn der Verdacht zusätzlich auf den Lebenspartner fällt wird das bei Heteros auch erwähnt.

Heutzutage wird alles ausgeschlachtet und bis ins privateste beschrieben. Homosexuelle werden allerdings, was detailierte Beschreibungen betreffen, anders behandelt.
Insbesondere bei sexuellen Affären/ Sexualität wird wenn es um Schwule geht zurückhaltender berichtet, bei Heteros ( zum Beispiel bei Politikern und ihren Affären) wird ins Detail beschrieben wie die was mit welchen Frauen gehabt haben, das es einen als Schwulen schon nervt weil die Tageszeitungen voll sind mit halben Hetensoftpornostorys. Bei Schwulen reicht die Erwähnung das sie schwul sind und ein Satz dazu wenn sie irgendwelche Affären haben, aber ins Detail geht es nicht.
Das ist einerseits gut weil schwule Promis dadurch im Privatleben geschont werden, auf der anderen Seite werden Schwule dadurch unsichtbar und asexuell gemacht wenn über sie vergleichsweise bieder berichtet wird.

Ich erinnere mich an einen Artikel über homosexuelle Prostitution, das Bild dazu zeigte ein Foto von einem Haus in dem Stricher Zuflucht finden können, aber keinen der Jungs.
Ganz anders wenn es um weibliche Prostituierte geht, dann wird der Artikel plakativ mit Fotos halbnackter Huren versehen.

Oder guckt euch die Berichterstattung der CSD`s samt ausgewählter Fotos an. Wenn über die Sexualität von Schwulen berichtet wird dann nur wenn es ins Extreme geht und die Fotos Klischees zeigen können.

Beschwert und protestiert sich der BLSJ auch sonst wenn es um homofeindliche oder einseitige Berichterstattung geht?
Ich habe schon wesentlich homophobere Artikel gelesen als jenen und nie darauf hin von einer Reaktion des BLSJ gehört.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
04.06.2012
15:02:14


(+3, 5 Votes)

Von Ralf
Antwort zu Kommentar #3 von Ralf


"Staatsanwaltschaft knöpft sich schwulen Bürgermeister und seinen Lebenspartner vor" wäre es okay gewesen.

Ich meinte natürlich:
"Staatsanwaltschaft knöpft sich Bürgermeister und seinen Lebenspartner vor"


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
04.06.2012
15:07:58


(-7, 11 Votes)

Von BurgerBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 28.12.2010


Tschuldigung - es ist nicht "Welt-Online", die die Schwulen verunglimpfen. Es die Person Norbert Moosmann, die über Jahre scheinbar dieses Dorf terrorisiert und seine Sexualität auch mit zum Bestandteil dieses Schmierentheaters macht. Dies ist in vielen Printmedien in unzähligen Artikeln nachzulesen.

Vielmehr ist diese Person, mit ihrer Vorgehensweise, ein Schandfleck für die "Schwulen".


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
04.06.2012
15:17:47


(+9, 15 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von BurgerBerlin


Irgendein Herr Moosmann, den ich nicht kenne, der in irgendeinem Nest, das ich auch nicht kenne, irgendwann zum Bürgermeister gewählt wurde, ist kein Schandfleck für mich oder für irgendeinen anderen hier.

Wenn aber auf sein Schwulsein abgezielt wird, wo sein politisches Fehlverhalten gemeint ist, dann hat das mehr als ein Geschmäckle...

Dann ist das die alltägliche mediale Homopobie, die immer noch im Vergleich zu anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit als Kavaliersdelikt gilt!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
04.06.2012
15:21:58


(-8, 12 Votes)

Von xapplex


Gibt es denn einen "Zusammenhang" zwischen den Ermittlungen und der Tatsache, dass Rickenbach in der Provinz liegt? Wird hier die Provinz nicht geradezu durch die Überschrift kriminalisiert? Immerhin hätte das Ganze auch in der Großstadt passieren können.

Das Entfernen von Fakten aus der Überschrift ändert nichts an der Tatsache, dass sich hier ein schwuler Bürgermeister nicht gerade vorbildlich verhalten hat, sollten die Vorwürfe zutreffen (Vortäuschung einer Straftat, Betrug). Die Formulierung "knöpft sich vor" hätte man rausnehmen sollen. Die Staatsanwaltschaft knöpft sich niemand vor, sie klagt an.

Wenn Schwule in der Presse in einem positiven Zusammenhang erwähnt werden (schwule Schützenkönige, schwule Großstadtbürgermeister, schwule Fernsehstars) beschwert sich keiner. Dann muss man auch mal einen solchen Fall ertragen können.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
04.06.2012
15:35:03


(+6, 10 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von xapplex


"Wird hier die Provinz nicht geradezu durch die Überschrift kriminalisiert? "

Mir ist nicht bekannt, dass Provinzler hierzulande bis 1969 mit NS-Gesetzen kriminalisiert wurden.

Auch heute sind Provinzler (was immer das sei) nirgendwo kriminalisiert bis hin zur Todesstrafe.

Unsereiner schon. Und das solltest auch Du nicht verdrängen!

Also: Was soll das?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
04.06.2012
16:35:03


(+6, 8 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #2 von goddamn liberal


Der Broder-Artikel erinnert an den ausspielenden Zynismus von Frau Lagarde.
"Ich sorge mich mehr um die Kinder in einem kleinen Dorf in Niger, die nur zwei Stunden Unterricht am Tag haben und sich zu dritt einen Stuhl in der Schule teilen. Sie brennen darauf, Bildung zu bekommen. An diese Kinder denke ich die ganze Zeit. Denn ich glaube, sie brauchen viel mehr unsere Hilfe als die Menschen in Athen", sagte Lagarde.

Oder so:

Grüne: Mehr Entwicklungshilfe, dafür die beschlossene Erhöhung der Hartz-IV-Sätze zurücknehmen.

Link:
twitter.com/Jan_Engels/status/209605981414506497/p
hoto/1


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
04.06.2012
16:35:13


(+5, 5 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #3 von Ralf


"Bei Heterosexuellen wird in Zeitungsberichten auch erwähnt in was für einer Konstellation die Leben, ob die Ehemann, Ehefrau, Geliebte/r haben."

eben, es wird erwähnt. aber es wird nicht in die überschrift gepackt, wenn es inhaltlich nebensächlich ist. gegen die erwähnung an sich hat niemand etwas, sondern dagegen, dass hier eine nebensächlichkeit in reißerischer und polemischer weise in den mittelpunkt gerückt wird.

wenn man die kommentare auf welt online liest, dann begreift man auch, wie hier einerseits ein homophobes zielpublikum artig bedient und gleichzeitig genau diese homophobie noch weiter aktiv angeheizt wird. dieser artikel ist ja auf welt online leider nicht die ausnahme, sondern nur ein besonders plakatives beispiel der üblichen homophoben grundperspektive.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
MV: Fast alle LGBT-Schüler machen Diskriminierungserfahrungen Regenbogenfahnen gestohlen und verbrannt Berlin: Zwei Männer im U-Bahnhof homophob beleidigt und verletzt Die SPD und der Paragraf 175
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt