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  • 07.06.2012           37      Teilen:   |

Der schwule Libanon wartet

Kein gestelltes Foto: Dieser nette Libanese duschte zufällig am Strand von St. Georg in Beirut - Quelle: Briand Bedford
Kein gestelltes Foto: Dieser nette Libanese duschte zufällig am Strand von St. Georg in Beirut (Bild: Briand Bedford)

Bislang ist der Libanon nicht als schwules Reiseziel bekannt - zu unrecht! In der Hauptstadt Beirut pulsiert das Leben. Auch Kultur- und Naturfreunde kommen auf ihre Kosten.

Von Briand Bedford

Der Libanon ist ein Schmelztiegel europäischer, mediterraner, östlicher und westlicher Kulturen und gehört in der Region zu den interessantesten Zielen - auch für schwule Besucher. Die Hauptstadt Beirut ist ein recht sicherer Ort, der einfach Spaß macht. Araber aus den Golfstaaten vergnügen sich in der liberalen Metropole ebenso wie iranische Touristen, Saudis und Jordanier, die hier endlich mal die Sau rauslassen können. In der schwulen Szene der Stadt kann man diesen Männern näher kommen.

Einen ersten Eindruck von den einheimischen Männern in Beirut bekommt man am Strand von Sankt Georg. Hier präsentieren sich die heißesten Männer der Stadt - im nahe gelegenen Yachthafen zeigt man, was man hat. Die Promenade am Hafen ist insbesondere in der Nacht bei glitzernden Lichtern ein Augenschmaus.

Ohnehin hat die Nacht von Beirut einiges zu bieten. Die Menschen lieben das Leben - und zeigen es gerne. In zahlreichen Freiluftrestaurants können Besucher die vielfältige libanesische Küche ausprobieren. Eines der besten Restaurants ist "Republic" im Stadtteil Zalka. Hier kehren reiche junge Männer ein, die sich um ihr Äußeres kümmern und ihre Freundinnen auf hohen Stöckelschuhen mitbringen. Ein Muss ist der Besuch der Toiletten im Erdgeschoss, auf denen man als Schwuler einige positive Überraschungen erleben wird.

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Spontaner Bauchtanz im Beiruter Gay-Club

Stadt mit Geschichte: Byblios, gegründet 5.000 v. Chr., liegt nur 42 Kilometer von Beirut entfernt - Quelle: Briand Bedford
Stadt mit Geschichte: Byblios, gegründet 5.000 v. Chr., liegt nur 42 Kilometer von Beirut entfernt (Bild: Briand Bedford)

Bevor die Tanzschuppen öffnen, sollte man sich beim armenischen Restaurant Mayrig (Pasteur-Straße 282, Gemayzeh) stärken. Die vielen Gerichte sind eine wahre Geschmacksexplosion. Besonders zu empfehlen sind die Fleischklößchen mit roter Kirschsoße oder zum Nachtisch die "Rose Turkish Delight"-Eiscreme. Auch die feschen Kellner sind ein "Delight".

Nach dem Abendessen kann sich der Besucher in den Schwulenclubs "Milk" (im Hafen von Beirut, Salifi) oder "Ghost" (Saloumeh/Dekwaneh - hinter dem Freeway-Center) vergnügen. Die Clubs kommen nicht vor Mitternacht in Fahrt und sind unter der Woche meist recht leer. Am Wochenende locken sie aber mit orientalischen Klängen und werden besonders von Einheimischen besucht, die sich manchmal zu einem spontanen Bauchtanz aufraffen. In den je rund 15 Euro Eintritt sind die Getränke bereits inbegriffen, so dass die meisten bis zum Morgengrauen dableiben. Diese entstehende Gay-Szene hat etwas Magisches, das in Amerika und Europa schon verloren gegangen ist. Fotografieren ist hier übrigens verboten, da viele der Besucher ihr schwules Leben vor ihrer Familie und ihren Kollegen verstecken.

Wer nach einem traditionellen Hammam sucht, ist bei "Sharazad" in der Al-Massaken-Straße im Stadtteil Bourj Hammoud am besten aufgehoben. Diese Sauna ist nicht leicht zu finden, deshalb ist es am besten, sich mit dem Taxi dort hinfahren zu lassen. Anders als hierzulande ist dort das Handtuch überall Pflicht.

Als Übernachtungsort empfiehlt sich das Cosmopolitan Hotel Beirut. Es bietet günstige und komfortable Zimmer mit W-LAN, einen großartigen Garten und einen Pool. Im hoteleigenen Fitnessstudio kann man sich fit halten.

Orte der Geschichte, Weltwunder der Natur

Wohnen wie ein Emir: Das Mir Amin Palace Hotel in den Bergen von Chouf - Quelle: Briand Bedford
Wohnen wie ein Emir: Das Mir Amin Palace Hotel in den Bergen von Chouf (Bild: Briand Bedford)

Natürlich sollten Besucher auch die traditionellen Touristenziele ansteuern. Ein Höhepunkt ist die Jeita-Grotte etwa 20 Kilometer nördlich von Beirut. Viele beschreiben die beeindruckende Höhle als eines der Weltwunder der Natur. Besonders populär ist der phallisch geformte Stalagmit, der sich auf dem Weg zur Haupthöhle befindet. Mit einem Boot kann man sich sieben Kilometer lang untere Höhle kutschieren lassen.

Ein weiteres interessantes Reiseziel ist die 42 Kilometer nördlich von Beirut gelegene Hafenstadt Byblos. Sie wurde 5000 v. Chr. gegründet und im Laufe seiner Geschichte von 17 verschiedenen Zivilisationen bewohnt. Damit ist Byblos die älteste, dauernd bewohnte Stadt der Welt.

Wer ins Grüne will, sollte die Berge von Chouf besuchen, den grünsten Teil des Libanon. Dort liegt auch der osmanische Palast Beit ed-Din, in dem man erleben kann, wie Emir Bechir II. gelebt hat. Das Gebäude ist das beste Beispiel für libanesische Architektur. Gleich daneben befindet sich ein luxuriöses Hotel mit 22 bezaubernden Zimmern: Der Mir Amin Palace ist mit nahöstlichen Stoffen und Möbeln geschmückt, so dass man sich wie schnell selbst wie der Emir fühlt.

Wer sich in der fremden Kultur unsicher ist, dem greift Lebtour, der einzige schwule Reisedienst im Land, unter die Arme. Reiseführer Bertho ist als Libanese ein Experte in seinem Land und stellt sicher, dass jeder Besucher seinen Urlaub genießt. Nebenbei ist er auch noch der Organisator des Bear-Arabia-Festivals.

Außerdem bietet die Firma OUT Adventures an, die Reiseplanung zu übernehmen. Das schwule Reiseunternehmen arbeitet mit regionalen Hotels, Restaurants und Führern zusammen und stellt sicher, dass der Aufenthalt unvergesslich wird.

Übersetzung aus dem Englischen: dk

Mehr zum Thema:
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Reaktionen zu "Der schwule Libanon wartet"


 37 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.06.2012
06:53:43


(0, 20 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Es ist der Tanz auf einem Vulkan. Im Rahmen des "Arabischen Frühlings"(!) fällt ein Land nach dem anderen in islamistische Hände. Dann drohen für Schwule die härtesten Strafen! Wenn Syrien gefallen sein wird, ist der Libanon dran. Schon heute tummeln sich dort die vom Iran unterstützten "Freiheitskämpfer".


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#2
07.06.2012
07:02:13


(-3, 17 Votes)

Von Geert


Immer dasselbe: Erst fallen europäische und amerikanische Szeneschwule in solche Länder ein, treiben es auf Toiletten oder sogar in der Öffentlichkeit (um zu zeigen, wie emanzipiert man doch ist), dann reagiert die Öffentlichkeit und die Behörden müssen eingreifen. Unter dem Einfluß der islamischen Imame wird Homosexualität dann ganz verboten. Damit haben die deutschen Homo-Beamten wieder eine Aufgabe gefunden und schreien "Diskriminierung! Diskriminierung!"


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#3
07.06.2012
09:15:47


(+5, 7 Votes)

Von Marek


Na ja, ein Toilettenbesuch als "Highlight" zu propagieren, um "Überraschungen zu erleben", finde ich doch etwas merkwürdig.


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#4
07.06.2012
09:50:51


(+8, 8 Votes)

Von Ballingary


Libanon ist ein tolles Land. She schnell ist man von Beirut aus in der Natur und kann von abgelegenen grünen Gebieten, Skipisten und Stränden vieles bieten.

Beirut ist zu großen Teilen eine sehr mondäne Stadt mit EInflüssen aus der ganzne Welt.

In vielerlei Hinsicht ist Libanon etwas liberaler als andere arabische Staaten, speziell in Beirut , trotzdem sollte man nicht darüber hinwegsehen, dass Homosexualität nach wie vor offiziell verboten und gesellschaftlich in vielen Teilen der Bevölkerung nicht gerade gut angesehen ist.

Libanon als Reiseziel für den schwulen Tourismus anzupreisen halte ich doch für sehr gewagt


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#5
07.06.2012
10:07:03


(+2, 12 Votes)

Von boykott


homosexualität ist im libanon unter strafe verboten.

ich boykottiere alle länder, in denen menschenrechte missachtet werden. keiner meiner euro wird in diese länder gehen.

LGBT-rechte sind menschenrechte!!!!!

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_Liban
on


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#6
07.06.2012
10:19:41


(+4, 10 Votes)

Von abhijay
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 17.04.2012


was für ein unerträglicher pr artikel. sensationelles niveau, liebe queer-redaktion: toilettenbesuche im libanon.
übrigens ist im libanon homosexualität strafbar. im gegensatz zu azerbaijan, auf das ihr doch sonst so gerne "herabschaut"


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#7
07.06.2012
10:45:54


(+4, 10 Votes)

Von BERT


unsägliche pr.......highlight: toilettenbesuch....!!!!! hallo????!.....auch im libanon ist homosexualität STRAFBAR.....


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#8
07.06.2012
10:49:35


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User todesmaske
Antwort zu Kommentar #4 von Ballingary


Beirut als Gay-Reiseland zu empfehlen, halte ich für fahrlässig. Es tummeln dort sicherlich auch viele Hisbhollah-Milizen und Islamisten. Selbst die libanesische Regierung ist zerstritten und hat ihr Land nicht komplett unter Kontrolle. Und Gay-Szenen in Beirut sind gar nicht mit den in Europa oder Thailand zu vergleichen. Ergänzend ist zu bemerken, dass die Preise dort fast unbezahlbar sind, also nur für die reichen schwulen Araber. Da ist der Besuch in Tel Aviv viel empfehlenswerter.


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#9
07.06.2012
11:16:15


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User todesmaske
Antwort zu Kommentar #5 von boykott


Ich stimme Dir voll zu. Kein Geld für homophobe Länder.


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#10
07.06.2012
11:19:57


(+3, 7 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von boykott


So ist es! Wir sind in weiten Teilen der Welt nicht mehr rechtlos wie in den 60ern, als viele Schwule den Orient bereisten und dafür gute und ansehnliche Gründe hatten. Heute kann man sich z. B. wunderbar unter den Pinien von Argentinien vergnügen - wo die Kerle genauso kerlig sind und auch die Rechtslage stimmt!

@Geert

Homopobie ist das moralische Problem der Homophoben und nicht ein Resultat schwuler (Un-)Moral.

Einmal auf dem Klo sündigen ist für die Pfaffen und Mullahs dieser Welt viel unproblematischer als gleiche Rechte und Homo-Ehe. Und das nicht nur, weil sie selbst oft kleine Sünderlein sind...


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