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Interviews, Tratsch und ein Stück Berliner Geschichte: "Hpuse of Shame" porträtiert Szene- und Party-Ikone Chantal

Die Doku "House of Shame - Chantal All Night Long" porträtiert die Berliner Underground- und Party-Ikone, die einst im besetzten Haus lebte und auf den Transenstrich ging.

Von Peter Fuchs

Warum geht der urbane Homosexuelle am Donnerstag in Berlin zu "Chantals House of Shame"? Weil die Stimmung immer gut ist, er weiß, dass in dieser Nacht noch alles passieren kann und die internationalen Showeinlagen von cool bis grausam bizarr alles bieten. Oft möchte er aber bloß sehen, ob Chantal es wieder geschafft hat, auf die Beine zu kommen. Häufig ließ sie sich am Donnerstag zuvor beobachten, wie sie aus dem Club rausgetragen werden musste. Und jeden Donnerstag freut sich der urbane Homosexuelle, dass sie doch wieder da ist und auf der Bühne steht.

"Chantals House of Shame" ist eine der bekanntesten Partyreihen in Berlin. Seit über zehn Jahren hostet und organisiert die Transe und Ausnahmekünstlerin Chantal diesen Event abseits des homosexuellen Mainstreams. Im Dokumentarfilm "House of Shame - Chantal All Night Long" zeichnet Regisseurin J. Jackie Bauer liebevoll das Leben Chantals vom Smalltown Boy in einem besetzten Berliner Haus Anfang der 80er Jahre über den Transenstrich in der Frobenstraße bis zum Star der Berliner Subkultur nach.

Der alternative Lebensstil einer nicht Angepassten

Queere Geschichte wird ebenso anschaulich, wie der alternative Lebensstil einer nicht Angepassten. Dabei kommen als "Talking Heads" Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde zu Wort. Alle singen das Loblied auf Chantal, wobei sich aber zwischen den einzelnen Tönen durchhören lässt, wer sich von der allumfassenden Bewunderung auch etwas distanziert.

Dazwischen sieht man Chantal mit dem Fahrrad durch Schöneberg radeln und beim Friseur das Kreuzworträtsel in der "Gala" lösen. Auch kommt sie selbst zu Wort. Ein Höhepunkt des Films ist ihre Reaktion auf den Vorwurf, dass sie manchmal brutal sei. Da rollt sie ihre großen Augen und erklärt, dass sie niemals zuschlage. Und wenn, dann nur um sich zu verteidigen. Und überhaupt hätte sie höchstens ein bis zwei Mal als Erste zugeschlagen.

Youtube | Q&A zur Doku bei der "Tel Aviv Cinematheque" 2011

Wenn Chantal im Schaufenster schnarcht...

Nur im letzten Drittel zieht sich die Doku, weil auch wirklich jeder Showact des Clubs seine gefühlten zehn Minuten Zeit auf der Leinwand bekommt und man eigentlich scharf darauf ist, noch mehr über den "schwulen Mann mit Titten" (Chantals Selbstbeschreibung) zu sehen und zu hören.

Wie zum Beispiel die Erzählung eines Kellners von Chantals Lieblingskneipe, der "Hafen"-Bar in der Motzstraße. Er liebt es, wenn Chantal häufig in seiner Spätschicht auf der Bank beim großen Fenster zur Straße schläft und schnarcht. Da fühle er sich gleich sicherer und weiß, dass er nicht überfallen wird.

Infos zum Film

House of Shame - Chantal All Night Long, Dokumentation, Deutschland 2010, Buch und Regie: J. Jackie Bauer, Darsteller: Chantal, Salomé Wolfgang Cihalarz, Sherry Vine, Gloria Viagra, Ades Zabel, Biggy van Blond, Super-Zandy u.v.a., Kinostart: 7. Juni 2012
Galerie:
House of Shame
8 Bilder


#1 john doeAnonym
  • 07.06.2012, 11:03h
  • ich weiss das ihr das extra macht, deswegen erspar ich mir den kommentar und sage nur "danke" fürs vorurteile schüren.
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#2 HannibalEhemaliges Profil
#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 07.06.2012, 13:21h
  • Coolster Berlin-Film aller Zeiten, durfte schon einen Blick reinwerfen, wirklich wunderbar, auch toll gefilmt von Frau Bauer.
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#4 PanneAnonym
#5 FrancoisAnonym
#6 PanneAnonym
  • 07.06.2012, 14:01h
  • Antwort auf #2 von Hannibal
  • Sie muss aber weg weil sonst die Leute denken, alle Homos sind so und dann sind sie weiterhin homophob.
    Weil genderbender-Männern gegenüber kann man ja ruhig homophob sein, solange man nur die richtigen, mannhaften, echter-Kerl Schwulen in Ruhe lässt und kapiert dass die mit sowas nichts am Hut haben.
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#7 SabineAnonym
#8 HannibalEhemaliges Profil
#9 HannibalEhemaliges Profil
#10 PanneAnonym
  • 07.06.2012, 15:19h
  • Antwort auf #9 von Hannibal
  • Ja ne ist klar Hanni, verarsch jemand anderen.
    Du tust doch nur so als ob du das nicht kapiert hast um dich dann hinterher lustig zu machen wenn dein Opfer zu einer langen Rechtfertigung ansetzt gib es zu.
    Oder?
    So zynisch und ironisch-gebrochen wie du immer bist, halte ich es für schlechterdings unmöglich, dass deine Anfrage ernsthafter Natur ist.
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