Das dänische Parlament hat zwei Monate vor dem Gay Pride in Kopenhagen mit großer Mehrheit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zugestimmt.
Von Carsten Weidemann
Mit 85 zu 24 Stimmen hat das Parlament in Kopenhagen am 7. Juni eine Gesetzesänderung beschlossen, mit der die Regelung zur Eheschließung künftig geschlechtsneutral formuliert wird. Dänemark ist damit nun das achte Land in Europa, in dem Schwule und Lesben die vollen Eherechte- und -Pflichten genießen. Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt hatte damit ihr Versprechen eingelöst, dass sie im vergangenen März gegeben hatte (queer.de berichtete).
Das Gesetz wird am 15. Juni in Kraft treten, gut zwei Monate vor dem Gay Pride Festival in Kopenhagen, wo man Helle Thorning-Schmidt voraussichtlich groß feiern wird. Sie selbst freute sich nach der Parlamentsentscheidung bereits riesig: "Heute erlauben wir homosexuellen Paaren die Ehe zu den gleichen Bedingungen, wie sie jeder andere hat. Das ist etwas, wofür wir Sozialdemokraten lange gekämpft haben," verkündete sie auf ihrem Facebook-Account.
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Die Kirchen müssen auch ihre Häuser für Homo-Paare aufsperren, ob sie wollen oder nicht
Mit dem vollständigen Aufschließen der Standesämter geht auch die Öffnung der Kirchen einher. Die Pfarrer dürfen aufgrund der rechtlichen Regelungen zwischen Staat und Kirche keine kirchliche Trauungen für Schwule und Lesben verweigern. Dänemark hatte sich bereits frühzeitig für die Einrichtung der registrierten Partnerschaft stark gemacht und sie als erstes Land der Erde im Jahr 1989 eingeführt.
Auch die gemeinschaftliche Adoption ist seit 2009 möglich. Neben Dänemark gelten gleiche Rechte im europäischen Raum auch in Belgien, Schweden, Norwegen, Island, Spanien, Portugal und den Niederlanden.
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Von Kokolemle Aus Herschweiler Mitglied seit 02.12.2009
Das müsste auf dere ganzen Welt eingeführt werden. In Dänemark ist die Zeit 200 Jahre weiter fortgeschritten als in manch anderen Land. Bravo kann man da nur sagen.
Sehr wichtiger Schritt und peinlich, dass Deutschland noch so hinterher ist.
"Mit dem vollständigen Aufschließen der Standesämter geht auch die Öffnung der Kirchen einher. Die Pfarrer dürfen aufgrund der rechtlichen Regelungen zwischen Staat und Kirche keine kirchliche Trauungen für Schwule und Lesben verweigern. Dänemark hatte sich bereits frühzeitig für die Einrichtung der registrierten Partnerschaft stark gemacht und sie als erstes Land der Erde im Jahr 1989 eingeführt."
Das finde ich allerdings "schwierig". Kann man einen religiösen Menschen zu einer Segnung "zwingen"?
im rahmen des staatskirchenrechts ist in dänemark die kirchliche eheschließung auch eine zivilrechtlich gültige zeremonie. ich nehme an, dass hier die ursache für die verpflichtung liegt: es wäre höchst undemokratisch, wenn eine organisation, die zivilrechtliche zeremonien durchführen darf, dies willkürlich einigen berechtigten verweigern dürfte.