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  • 07.06.2012           3      Teilen:   |

Mururoa-Atoll

Schwule Liebe im Licht der Atombombe

Tiefe Freundschaft und tiefe Gewissensbisse im Südpazifik - Quelle: Salzgeber Medien
Tiefe Freundschaft und tiefe Gewissensbisse im Südpazifik (Bild: Salzgeber Medien)

Der Film "Schwarzer Ozean" zeigt eine Coming-of-Age und eine schwule Liebesgeschichte an einem ungewöhnlichen Ort, zu einer ungewöhnlichen Zeit.

Von Carsten Weidemann

Zwischen 1966 und 1995 wurden im Auftrag der französischen Regierung über 170 Atomversuche im Südpazifik unternommen. Details darüber wurden in dieser Zeit geheim gehalten und erst vor wenigen Jahren veröffentlicht. Vor allem die Auswirkungen des radioaktiven Fallouts auf Fauna, Flora und vor allem der Bewohner der Region rund um das Mururoa-Atoll werden heute äußerst kritisch diskutiert. Ein dunkler Fleck auf der Weste der großen stolzen Nation. Für die renommierte belgische Filmemacherin Marion Hänsel ist es ein wichtiges Thema, das sie allerdings nicht politisch anfasst. Sie macht es auf künstlerisch-poetische Weise. Für das Drehbuch hat sie zwei autobiografisch inspirierte Erzählungen von Hubert Mingarelli aufgegriffen, der sich als junger Mann selbst freiwillig zur französischen Marine auf dem Mururoa-Atoll verpflichtet hatte.

Die Story: Die jungen Rekruten Massina, Moriaty und Da Maggio leisten 1975 ihren Wehrdienst auf einem französischen Marineschiff im Südpazifik. Über die Atomversuche in diesem Gebiet werden sie nicht informiert. In einer von Disziplin und Gewalt, Langeweile und Einsamkeit geprägten Atmosphäre an Bord freunden sich der eher kindliche Massina und der reifere und introvertierte Moriaty miteinander an. Als sie im Rahmen einer Übung eine Atomexplosion miterleben, ist das für beide ein Schock - doch nur Moriaty ist sich über die Konsequenzen dieses Vorfalls im Klaren. Für ihn bricht eine Welt zusammen und er beginnt, seine gesamten Überzeugungen infrage zu stellen. Auch die Freundschaft zu Massina hilft ihm nicht über diese Erfahrung hinweg.

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Der Schrecken der Atombombe aus der Sicht der jungen Soldaten

Hänsel interessierte sich vor allem für die Situation von im Leben noch nicht gefestigten Sechzehn- bis Zwanzigjährigen, die im Auftrag ihrer Regierungen Gefahren ausgesetzt werden, deren Ausmaß und Folgen sie nicht einschätzen können. Der Vergleich zu den amerikanischen und europäischen Soldaten im heutigen Irak oder Afghanistan ist beabsichtigt. Nachdem das französische Verteidigungsministerium und die Marine dem Projekt zunächst ihre Unterstützung zugesagt und Hänsel bei der Recherche geholfen hatten, wurde die Zusage mit dem Grund wieder entzogen, das Drehbuch würde die historische Atmosphäre und den Enthusiasmus der Mannschaften nicht akkurat wiedergeben.

Das homosexuelle Element in der Beziehung der Rekruten ist eher Nebensache in dieser Geschichte, Blicke und fehlende Worte sagen da mehr als Taten. In den Bann dieser Beziehung wird der Zuschauer auf jeden Fall gezogen.

Youtube | Offizieller Trailer
  Schwarzer Ozean
(Noir Océan), ein Film von Marion Hänsel, Belgien/Frankreich/Deutschland 2010, 88 Minuten, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Mit Nicolas Robin, Adrien Jolivet, Romain David. Verleih: Edition Salzgeber, Kinostart: 7.Juni 2012.
Links zum Thema:
» "Kinowecker" zum Auffinden von Vorführungsterminen
Galerie
Schwarzer Ozean (Noir Océan), Drama, Frankreich 2010

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Tags: marion hänsel, atombombe, coming of age, nicolas robin, adrien jolivet, romain david
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Reaktionen zu "Schwule Liebe im Licht der Atombombe"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
08.06.2012
11:54:09


(-1, 3 Votes)

Von FoXXXy Love


Der ist ja wieder mit Untertitel. Rote Karte!



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#2
08.06.2012
20:23:23


(0, 0 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Dieser Film ist eine Gemeinschaftsproduktion von Belgien, Frankreich und Deutschland. Dann sollte man gefälligst auch eine deutsche Synchronfassung in den Handel bringen! Hier wurde bereits wieder einmal ein gute Gelegenheit verpaßt, schade!


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#3
14.06.2012
18:29:00


(+1, 1 Vote)

Von I Ramos Garcia


dieser scheint ein sehr einfuehlsamer & empfindlicher Film


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