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  • 08.06.2012           27      Teilen:   |

Boy Scouts of America

US-Pfadfinder debattieren Homo-Verbot

Regenbogenfahnen sind bei den Pfadfindern verpönt - Quelle: RDECOM / flickr / cc by 2.0
Regenbogenfahnen sind bei den Pfadfindern verpönt (Bild: RDECOM / flickr / cc by 2.0)

In den USA wächst der Druck auf die Pfadfinder-Dachorganisation Boy Scouts of America, das Verbot von lesbischen und schwulen Mitarbeitern aufzuheben.

Von Dennis Klein

Seit der Gründung der "Boy Scouts" vor einem Jahrhundert haben mehr als 100 Millionen Amerikaner bei den Pfadfindern Holzfiguren geschnitzt und Lieder am Lagerfeuer gesungen. Dabei wussten die Anführer stets, was schlecht für den Nachwuchs ist: Atheisten und Agnostiker dürfen ebenso wenig für die über 100.000 örtlichen Gruppen arbeiten wie Homosexuelle – übrigens anders als bei den deutschen Pfadfindern oder den amerikanischen "Girl Scouts", die nicht auf Religionszugehörigkeit oder sexuelle Orientierung ihrer Mitglieder schauen. Zumindest im Bezug auf Homosexualität scheint sich bei den Herren Pfadfindern etwas zu tun: Bei der Konferenz in Orlando (Florida) ist nun angekündigt worden, dass das Homo-Verbot zumindest überprüft wird.

Auf dem Treffen der Pfadfinder wurde von Homo-Aktivisten eine Petition mit rund 275.000 Unterschriften überreicht, in der ein Ende der Diskriminierung gefordert wird. Eine interne Kommission untersucht nun das Verbot – mit Ergebnissen wird aber nicht vor Mai 2013 gerechnet. Zudem betonen Sprecher der Pfadfinder, dass es bislang keine konkreten Pläne gebe, an der homofeindlichen Politik etwas zu ändern. Allerdings fordern in Lokalmedien viele regionale Pfadfinder-Gruppen auf, das leidige Thema Diskriminierung endlich anzugehen.

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Christliche Traditionen

Die Haltung zu Homosexualität beruht bei den Boy Scouts vor allem auf den christlichen Wurzeln der Organisation. So wird eine große Zahl der Pfadfindergruppen von Kirchen getragen, die Schwulen und Lesben traditionell feindlich gegenüberstehen. Die wichtigste Trägerorganisation ist die Mormonenkirche, die Homosexualität ausnahmslos als Sünde ansieht.

Diese Ansicht über Homosexualität hat sich bei den Boy Scouts durchgesetzt, obwohl auch viele Gruppen von säkularen Schulen oder Jugendgruppen getragen werden. In einem Positionspapier aus dem Jahr 1991 heißt es, dass Homosexualität nicht mit der Mitgliedschaft vereinbar sei, "weil Pfadfinder moralisch aufrecht sein müssen und das Pfadfindergesetz besagt, dass ein Pfadfinder rein in Worten und Taten sein muss". Homosexuelle seien aber "kein gewünschtes Vorbild" für die Jugend.

Gerichte unterstützen Diskriminierung

Pfadfinder Zach Wahls war bei der Übergabe der 275.000 Unterschriften gegen Diskriminierung dabei - Quelle: GLAAD
Pfadfinder Zach Wahls war bei der Übergabe der 275.000 Unterschriften gegen Diskriminierung dabei (Bild: GLAAD)

2000 gab der Supreme Court, der Oberste Gerichtshof der USA, den Pfadfindern mit fünf zu vier Stimmen einen Freifahrtschein für Diskriminierung: Das Gericht gab den Boy Scouts das Recht, Mitglieder und Angestellte wegen ihrer sexuellen Orientierung fristlos zu feuern. Geklagt hatte ein Pfadfinderführer, der in einem Zeitungsinterview erwähnt hatte, dass er schwul ist. Nach Ansicht des Supreme Courts sind die "Boy Scouts" eine private Organisation, die sich ihre Mitglieder oder Mitarbeiter selbst aussuchen darf.

Einer der fleißigsten Aktivisten für eine Öffnung der Boy Scouts für Schwule und Lesben ist Zach Wahls: Der 20-Jährige ist bei einem lesbischen Paar aufgezogen und derzeit in US-Talkshows mit seinem Buch "My Two Moms" allgegenwärtig, in dem er sein liebevolles Familienleben beschreibt. Er war auf der Konferenz in Florida dabei, um für seine Position zu werben. Er glaubt, dass sich die USA derzeit in einer Zeitenwende befinden: So sei auch das Homo-Verbot im Militär unlängst abgeschafft worden und mehr und mehr Bundesstaaten erlaubten die gleichgeschlechtliche Ehe: "Derzeit kostet die Position bereits den Pfadfindern Mitglieder und Wohlwollen von der Öffentlichkeit", so Wahl. Er ist sich sicher: Über kurz oder lang ist es für die Pfadfinder zu peinlich, auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen.

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Reaktionen zu "US-Pfadfinder debattieren Homo-Verbot"


 27 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
08.06.2012
13:49:18


(-1, 3 Votes)

Von Theo


Gut, dass er sich um die Kleinen kümmert!
Es ist ihnen zu wünschen, auf der richtigen Seite zu leben. Man kann so viele gute Dinge tun.

Die Militärführung gibt sich überrascht.

Link zu www.spiegel.de


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#2
08.06.2012
14:20:43


(+1, 5 Votes)

Von Alex


Was will man schon von der Jugendorganisation der religiösen Fanatiker erwarten?!

Das wäre so, als würde man sich bei der Hitlerjugend wundern, dass sie Juden hassen.


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#3
08.06.2012
15:23:11


(-2, 6 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #2 von Alex


die Vorbehalte einer christlichen Organisation, Homosexualität öffentlich zu dulden, mit dem Nazihass auf Juden zu vergleichen, ist so unterirdisch dumm, dass man sich wünscht, gläubig zu sein, damit man Gott anflehen darf, etwas Hirn vom Himmel fallen zu lassen.


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#4
08.06.2012
16:24:39


(-1, 5 Votes)

Von Florian
Antwort zu Kommentar #2 von Alex


Muss das denn sein? Wenn du keine Ahnung hast, dann lass das Kommentieren doch! Also oute ich mich hier mal als Pfadfinder - wohlgemerkt in der DPSG, der größten katholischen Pfadfinderschaft in Deutschland.

Und so viel kann ich sagen: Pfadfinder sind keine religiösen Fanatiker (wobei es natürlich auch hier Ausnahmen gibt). Und auch wenn die DPSG eine katholische Pfadfinderschaft ist, diskriminiert sie Menschen ausdrücklich nicht auf Grund ihrer sexuellen Orientierung. (Wobei das bei katholischen Jugendorganisation dieser Größenordnung meines Wissens einmalig ist.)

Muss man denn immer alle über einen Kamm scheren?

Und was die religiösen Fanatiker angeht: Da gibt es in den USA einfach mehr als in Europa.


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#5
08.06.2012
20:06:59


(-2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das Homoverbot muß weg!


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#6
08.06.2012
20:58:29


(+2, 4 Votes)

Von Finn
Antwort zu Kommentar #4 von Florian


1.
Es ging im Artikel nicht um die deutschen Pfadfinder, sondern die US-amerikanischen. Im Artikel wurde ja auch betont, dass man in Deutschland weniger streng ist.

2.
Das ist Alex' Meinung. Und genau, wie wir Deine Meinung dulden, hast Du auch die Meinung anderer zu dulden. Oder haben auch die deutschen Pfadpfinder ein Problem mit Meinungs- und Redefreiheit?

3.
Alex hat nicht die Boyscouts mit der Hitlerjugend verglichen, sondern nur letztere als Beispiel gebracht, dass man sich nicht wundern darf, wenn eine Tochterorganisation nicht plötzlich völlig andere Meinungen vertritt.

4.
Die katholische Kirche vertritt immer wieder Meinungen, die nur deshalb nicht als faschistische Volksverhetzung verfolgt und bestraft werden, weil für die Kirchen Sonderregeln gelten. Die wissen sehr genau, was sie wann und wo sagen.


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#7
08.06.2012
21:03:52


(+2, 4 Votes)

Von Finn
Antwort zu Kommentar #3 von reiserobby


"die Vorbehalte einer christlichen Organisation, Homosexualität öffentlich zu dulden"

1.
Aha, jetzt ist es also schon okay und schützenswert, Vorbehalte gegen Grundrechte zu haben.

2.
Das sind keine "Vorbehalte", sondern blanker Hass auf uns und alle andersdenkenden, die denen nicht blind folgen.

3.
Wenn die nur innerhalb ihrer Organisation "Vorbehalte" hätten, wäre das okay. Da muss man ja nicht Mitglied sein. Aber sie beeinflussen immer die Politik und darunter leiden dann auch die Nicht-Mitglieder. Und sie verbreiten (rhetorisch geschickt verpackt) Hass, der sich dann in Mobbing, Gewalt, etc. niederschlägt.

------------------

"dass man sich wünscht, gläubig zu sein, damit man Gott anflehen darf"

4.
Wenn es Dich glücklich macht "gläubig zu sein" und "Gott anzuflehen" - bittesehr. Manche sind eben gerne Schäfchen. Aber akzeptiere auch, dass nicht jeder Deine Meinung teilt.


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#8
09.06.2012
10:11:49


(+3, 3 Votes)

Von Marek


Egal, ob man den Vergleich zu hart findet oder nicht.

Aber in der Sache hat Alex recht: wenn eine Organisation sich der katholischen Kirche streng verbunden fühlt, ist es nur natürlich, dass die da nicht völlig andere Auffassungen haben. Das ist ja auch bei Schützenvereinen so, wo Schwule diskriminiert werden und übelst beschimpft und verleumdet werden - mit Verweis auf den katholischen "Glauben".

Natürlich mag es bei Schützenvereinen wie auch bei Pfadfinderschaften die liberaleren Ausnahmen geben. Aber die Regel ist das nicht


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#9
09.06.2012
15:06:21


(+2, 2 Votes)

Von Timon


Was für ein menschenverachtender, reaktionärer Verein...


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#10
09.06.2012
15:51:48


(0, 2 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


muss man darüber überhaupt diskutieren ???
(debattieren in usa ?)


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