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Al heißt eigentlich Fiffi vom Hirschberg, und ist einer der wenigen noch existierenden Zwerchfell-Terrier mit rein weißem Fell. Nicht nur wegen seines weit zurück reichenden Stammbaums, auch wegen seiner klassischen Bildung beim inzwischen verstorbenen Frauchen ist der Rüde ziemlich von sich eingebildet. Dumm, dass er ausgerechnet als "Erbschaft" beim schwulen Sohn in Berlin landet, der über eine ausgeprägte Libido verfügt, und mit seinem neuen Lover ausgedehnte Sex-Sessions veranstaltet. Eine absolute Zumutung für einen konservativen homophoben Rassehund. Und noch dümmer, dass mit dem neuen Geliebten auch noch eine Promenadenmischung mit einzieht. Roy, ein kugelrundes Vieh, leicht begriffsstutzig und von stoischem Gemüt.

Erste Erkenntnis beim Lesen des neuen Comics "Roy & Al": Im Universum von Ralf König haben auch Hunde Knollennasen. Seit 1979 veröffentlicht der Kölner Comiczeichner seine Zeichnungen und Stories, sozusagen zum 25-jährigen "Dienstjubiläum" macht König einen gelungenen Ausflug in neue thematische Gefilde. Auf den Hund kam der Tierliebhaber, weil er einem Freund, der das Online-Portal "Gayroyal" betreibt, einen Gefallen tun wollte. User der Dating-Plattform kennen "Roy & Al" deshalb bereits seit ein paar Monaten.

Natürlich begegnen wir auch wieder einer Menge schräger szenetypischer Figuren, die König so liebevoll ironisch überzeichnet. Da ist zum Beispiel die beste Freundin von Als Herrchen. Eine echte Fag Hag, die heimlich in ihn verliebt ist. Als er es heraus findet und die flennende Busenfreundin schnell verlassen will, muss Al als Geisel herhalten. Glücklicherweise überlebt das geschockte Tier den Erpressungsversuch. Al hat überhaupt eine Menge Pech. Die Supertrine "Pussi" leiht sich das wehrlose niedliche Tierchen, um auf dem CSD-Paradewagen besser brillieren zu können. Und Roy? Der frisst ganz gierig die vermeintliche rechte unterste Rippe von Cher und auf den Teppich kackt er auch, weil Herrchen mal wieder nicht fertig wird mit dem Fisten.

Allen Hundebesitzern und Tierfreunden sei zur Beruhigung aber gesagt: "Roy & Al" ist kein Fall für den Tierschutzverein.

20.09.2004