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  • 10.06.2012           18      Teilen:   |

Schwuler Mann in Kenia gesteinigt

Grausamer Tod in Nairobi: Kamau wurde von einem homophoben Mob gesteinigt - Quelle: Hugo-photography / flickr / cc by-nd 2.0
Grausamer Tod in Nairobi: Kamau wurde von einem homophoben Mob gesteinigt (Bild: Hugo-photography / flickr / cc by-nd 2.0)

In Nairobi wurde ein Mann von einem aufgebrachten Mob getötet, weil er hinter einer Kirche mit einem anderen Mann Sex hatte. Dies berichtet Kenias LGBT-Portal Identity Kenya.

Der Vorfall soll sich bereits am 19. Mai zugetragen haben. Die beiden schwulen Männer arbeiteten laut "Identity Kenya" als Koch sowie als Packer bei einer Straßenküche in dem als Slum bekannten Stadtteil Kayole der Hauptstadt Nairobi. Nachdem sie einen Monat lang nur heimliche Blicke austauschten, verabredeten sie sich an jenem Samstagabend um 20 Uhr auf einem verwahrlosten, buschigen Grundstück hinter einer katholischen Kirche zum Sex. Passanten überraschten sie jedoch dabei und riefen weitere Bewohner des Slums herbei.

Der Mob prügelte auf die Männer ein und bewarf sie mit Steinen. Während der Packer schwer verletzt fliehen konnte, wurde der Koch, dessen Name mit Kamau angegeben wird, von einer aufgebrachten Menge festgehalten und am selben Ort zu Tode gesteinigt. Erst am kommenden Morgen riefen Anwohner die Polizei, damit der Leichnam abgeholt wird. Kamau wurde eine Woche später begraben. Es kam zu keinerlei Festnahmen.

Der Zustand des geflüchteten Kollegen ist nach Angaben von "Identity Kenya" nach wie vor kritisch. Der Mann habe gebrochene Arme, innere Blutungen und spucke Blut, zitiert das Portal eine Quelle, die ungenannt bleiben will.

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Kenia, eines der homophobsten Länder der Welt

Eine Straße in Nairobis Armenviertel Kayole - Quelle: neajjean / flickr / cc by-sa 2.0
Eine Straße in Nairobis Armenviertel Kayole (Bild: neajjean / flickr / cc by-sa 2.0)

Ob der Übergriff auf die beiden schwulen Männer religiös motiviert war, ist unklar. Nach der Volkszählung von 2009 sind knapp 83 Prozent der kenianischen Bevölkerung Christen. In dem Slum von Kayole hat jedoch die verbotene Mungiki-Sekte großen Einfluss. Die häufig durch Brandstiftungen, Zwangsbeschneidungen von Frauen, Schutzgeld-Erpressung oder Mord gewalttätig werdenden Mitglieder verlangen, alles Christliche abzulegen und zu traditionellen afrikanischen Bräuchen bzw. zur Stammesreligion zurückzukehren. Es sind laut "Identity Kenya" auch Entführungen und Erpressungen von feminin auftretenden Männern durch Mungiki bekannt.

Hinzu kommt ein extrem homophobes Klima in der kenianischen Bevölkerung: 98 Prozent bezeichnen laut einer Umfrage aus dem Jahr 2010 Homosexualität als "moralisch falsch". Nach dem Strafgesetzbuch drohen männlichen Homosexuellen bis zu 14 Jahre Haft. Vor zwei Jahren drohte Ministerpräsident Raila Odinga gar mit einer Verhaftungswelle von Schwulen und Lesben - obwohl weibliche Homosexualität im Land nicht strafbar ist (queer.de berichtete). Außerdem gab es wiederholt gewalttätige Übergriffe auf Homosexuelle. So verhinderte ein Mob im Jahr 2010 eine Schwulenhochzeit (queer.de berichtete). (cw)

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Reaktionen zu "Schwuler Mann in Kenia gesteinigt"


 18 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.06.2012
19:40:48


(+2, 4 Votes)

Von märkte


"Der Mob prügelte auf die Männer ein und bewarf sie mit Steinen."

"Der Ausdruck Mob (englisch „mob“ aufgewiegelte Volksmenge; von lateinisch: mobilis = beweglich, wandelbar) bezeichnet – manchmal pejorativ – eine Masse aus Personen des einfachen Volkes bzw. eine sich zusammenrottende Menschenmenge mit überwiegend niedrigem Bildungs- und Sozialniveau (abwertend auch gemeines Volk, Pöbel, Plebs, Gesindel, Pulk, Schar genannt)." (wiki)

Mungiki: Am 20. Mai 2007 enthaupteten im kleinen Dörfchen Kianjogu nahe dem Mount Kenya vermutlich Bandenmitglieder drei circa fünfzigjährige Männer. Am 21. Mai 2007 starb der 30-Jährige Solomon Karinge Njenga „tout“ (ein „Schaffner“ auf einem Matatu) qualvoll, nachdem er entführt worden war und in einem Maisfeld um sein Leben gekämpft hatte.

Massaker ohne Ende:

14.05.2012 - Am Sonntag wurden [Mexiko] an einer Schnellstraße bei Monterrey im Norden des Landes 49 enthauptete Leichen gefunden. Den 43 Männern und sechs Frauen wurden nach Angaben der Behörden auch Hände und Füße abgeschnitten. Das Drogenkartell "Zetas" hat sich zu dem Massaker bekannt.


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#2
10.06.2012
20:06:41


(+3, 5 Votes)

Von goddamn liberal


Link zu www.liebenzell.org (PDF)

Dieses Grauen geht jeden von uns an.

Die oft mörderischen Zustände in Afrika werden von klerikalen Reaktionären hierzulande gerne als 'Argument' angeführt, um vorsichtige Humanisierungstendenzen in Kirche und Gesellschaft zu bekämpfen...


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#3
10.06.2012
20:20:36


(+2, 4 Votes)

Von KONY2012


"free darfur"

Dort sind jetzt Gangster mit Waffen aus Qatar (wie auch in Syrien) und dem Libyen der Al Quaida.

Neue Mob-Maschine:

"Tatsächlich ist es in der Hauptstadt Juba ein offenes Geheimnis, dass die politische Elite des Landes Beträge teilweise in dreistelliger Millionenhöhe auf amerikanischen und europäischen Konten deponiert hat.

"Wir haben für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit gekämpft", schrieb Kiir nun. "Und nun, da wir an der Macht sind, haben wir offenbar vergessen, wofür wir gekämpft haben und uns stattdessen selbst die Taschen gefüllt zu Lasten unserer Leute."

Link zu www.spiegel.de

Anders als im mehrheitlich islamischen Sudan gehört die Bevölkerung im Südsudan vorwiegend lokalen Religionen sowie dem Christentum an. Vor allem nachdem 1964 ausländische Missionare ausgewiesen wurden, konvertierten Südsudanesen vermehrt zum Christentum.
Die Christen sind mehrheitlich Katholiken und Anglikaner. Die römisch-katholische Kirchenprovinz Juba, die den gesamten Südsudan umfasst, gibt die Zahl von ca. 3,12 Mio. Katholiken an (ca. 38 % Anteil an der Gesamtbevölkerung). (wiki)


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#4
10.06.2012
20:33:51


(+2, 4 Votes)

Von Roosevelt
Antwort zu Kommentar #3 von KONY2012


Früher war alles einfacher:

»Er mag ein Bastard sein, aber er ist unser Bastard«

Und nun:

Free Kony? Catch Kony? Drony Kony?

Sudan-Uganda-Kenya Dynamics

Link:
wiki.openoil.net/index.php?title=Sudan-Uganda-Keny
a_Dynamics


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#5
10.06.2012
20:41:00


(+2, 4 Votes)

Von casino
Antwort zu Kommentar #1 von märkte


Dr. James Mwangi, CEO und Managing Director von Kenias Equity Bank Limited, wurde heute Abend bei der Preisverleihung im Salle des Etoiles in Monte Carlo von Ernst & Young zum Weltunternehmer des Jahres 2012 gekürt.

James wurde unter 59 Finalisten aus 51 Ländern auserwählt, wovon jeder Einzelne bereits in seinem Heimatland von Ernst & Young zum Unternehmer des Jahres ausgezeichnet worden war.

Die Equity Bank ist nach Kundenstamm die größte Bank in Ost- und Zentralafrika und das größte afrikanische im Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen der Region.

Die Bank unterhält mehr als sieben Millionen Konten, das sind über die Hälfte alle Bankkonten in Kenia.

Zudem verfügt sie über Niederlassungen in Uganda, Südsudan, Ruanda und Tansania.


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#6
10.06.2012
20:41:04


(+4, 4 Votes)

Von Peter B


Erschreckend, dass das in Kenia passiert ist. Was auch erwähnt werden soll: es gibt eine quasi-offizielle Schwulenbar in Nairobi. Der Name und Ort steht sogar auf der Website von Identity Kenya. Und die wurde/wird toleriert.

Ich hoffe, dass es nicht weiter in mehr Intoleranz abdriftet.

PS: Ich habe einige Zeit in Kenya gelebt und die besten kenianischen Freunde wissen von meiner Homosexualität. Hier wie dort gilt: umso größer die Bildung, desto mehr Akzeptanz. Nur gibt es in Kenia eben mehr Armut und dadurch bildungsferne Schichten...


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#7
10.06.2012
21:01:21


(+4, 4 Votes)

Von Peer


Ich kann nicht verstehen, wie auch noch Schwule und Lesben in solchen Ländern Urlaub machen können. Schön die Situation der Schwulen und Lesben vor Ort ausklammern...

Dass sie die Homophobie solcher Länder mit ihren Devisen unterstützen und sich auch selbst in Gefahr bringen, schert sie nicht.


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#8
10.06.2012
21:16:04


(-2, 2 Votes)

Von hot spot


"Nur gibt es in Kenia eben mehr Armut und dadurch bildungsferne Schichten..."

So soll es bleiben!

Link zu www.google.de


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#9
10.06.2012
21:56:56


(0, 2 Votes)
 
#10
10.06.2012
22:57:09


(-1, 3 Votes)

Von FDP-Christian


Ich bin dafür, endlich die Hilfsgelder für diese Länder zu kürzen. Die leben in ihrer eigenen Welt und man sollte das nicht noch finanziell unterstützen. Eine klare Isolationspolitik ist das Sinnvollste. Wir können nicht alle retten.
Es ist schrecklich, was dort abgeht, aber es ist nun einmal Afrika.


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