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  • 11.06.2012           31      Teilen:   |

"Bunt und kaum bekleidet"

CSD Stuttgart beklagt Homo-Klischees in der IHK

Der IHK sind Schwule und Lesben auf dem CSD offenbar zu schmuddelig - Quelle: Guido Klein
Der IHK sind Schwule und Lesben auf dem CSD offenbar zu schmuddelig (Bild: Guido Klein)

Der Stuttgarter CSD weist dieses Jahr mit dem Motto "Gleichbeschäftigt" auf das Thema Diskriminierung am Arbeitsplatz hin - ein lokaler IHK-Chef sieht in der Veranstaltung allerdings nur ein Treffen bunter Nackedeis.

Andreas Richter, der Chef der Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart, hat in einem Interview mit den "Badischen Neuesten Nachrichten" erklärt, dass Firmen zwar "mit dem Thema Homosexualität" kein Problem hätten, kritisierte aber gleichzeitig CSDs: "Die Parade mit Leuten, die sehr bunt bis kaum bekleidet sind, ist nichts, mit dem Unternehmen etwas anfangen können", sagte Richter.

In einem Brief hat CSD-Organisator Christoph Michl die "oberflächliche Bewertung" zurückgewiesen. Michl erklärte, dass der Stuttgarter CSD aus mehr als 80 Einzelterminen bestehe, so gebe es etwa viele Diskussionsveranstaltungen, ein Kandidatencheck zur OB-Wahl sowie Film- und Kulturabende oder Gottesdienste. "Mit einer solch pauschalen Bewertung des CSD und der Polit-Parade tun Sie der Vielzahl der gut 3.000 aktiven Parade-Teilnehmer, die das Festival sittlich bekleidet und mit konkreten gesellschaftspolitischen Forderungen prägen, schlicht Unrecht", so Michl. Außerdem habe die Parade mit den "farbeprächtigen Kostümen" eine "klare geschichtliche Referenz", da sie an den Ursprung der modernen Homo-Bewegung - den Stonewall-Aufstand im Jahr 1969 - erinnere. Er lud Richter ein, sich bei den vielen Veranstaltungen selbst ein Bild zu machen.

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Handwerkskammer ist offener

Die Organisatoren hatten die IHK bereits Ende Februar über das CSD-Thema informiert und den Unternehmerverband um ein Grußwort gegeben. Im Gegensatz zur Stuttgarter Handwerkskammer hat die IHK den Aktivisten aber eine Abfuhr erteilt. Die CSD-Veranstalter erfuhren davon aus einem Artikel in der "Stuttgarter Zeitung".

Das Thema Homosexualität am Arbeitsplatz hat den Organisatoren bereits Kopfzerbrechen bereitet: So konnten die Stuttgarter noch keinen Schirmherr aus der Wirtschaft für die Veranstaltung finden. Daher wird ein Kandidat seit mehreren Wochen per Stellenausschreibung gesucht (queer.de berichtete) - bislang ohne Erfolg. (dk)

Links zum Thema:
» CSD Stuttgart
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Reaktionen zu "CSD Stuttgart beklagt Homo-Klischees in der IHK"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
11.06.2012
12:30:40


(+4, 6 Votes)

Von Simon H


Tja, auch wenn wir für die IHK nur "bunte Nackedeis" sind, die offenbar auch alle identisch sind, sind Diskriminierungen am Arbeitsplatz nun mal leider weiterhin Fakt.

Umso wichtiger ist es auch, dass wir endlich ein Antidiskriminierungsgesetz bekommen, das wirklich etwas verändert - in allen Bereichen!

Klar wäre es schöner, wenn das gar nicht nötig wäre und es auf Freiwilligkeit funktioniert. Aber auch wenn die FDP das immer so behauptet und weiterhin jede noch so kleine Gesetzesänderung ablehnt, zeigt sich eben immer wieder, dass das leider nicht funktioniert.


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#2
11.06.2012
12:51:07


(+5, 5 Votes)

Von Kenny
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Natürlich haben Unternehmen kein Problem mit Homosexualität - weil sie in den Firmen oftmals ignoriert bis totgeschwiegen wird. Don´t ask, don´t tell läßt grüssen. Und dass es bei schwulen "High potentials", ähnlich wie bei Frauen, eine gläserne Decke nach oben auf der Karriereleiter gibt, ist ein offenes Geheimnis. Klar, die Herren Manager wollen eben unter sich sein, wenn sie sich nach einem langen Tag voller schwieriger Verhandlungen im Edelpuff entspannen wollen.

Übrigens, wenn ein Herr Richter oder die sonstigen Herren Unternehmer nicht die Eier in der Hose haben für ein Grußwort an den CSD, wieso wird dann nicht einfach eine Schirmherrin (bzw. Schirmdame) gesucht?


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#3
11.06.2012
13:36:56


(+2, 4 Votes)

Von Sen Tan


Schlimm dass es im Jahr 2012 noch so viel Ignoranz bei Verbänden gibt. Sowas ist der beste Beleg dafür, dass das gesetzlich geregelt werden muss.


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#4
11.06.2012
13:38:13


(+1, 5 Votes)

Von ehemaligem User alexMuc


Für Heten ist "CSD" lediglich die CSD-Parade, bzw wird so wahrgenommen. Eventuell noch das Straßenfest danach. Insofern ist das zwar bedauerlich, aber irgendwie nachvollziehbar, denn selbst bei den Veranstaltungen davor, aus Anlaß des CSD, bleiben Schwule und Lesben meist unter sich. Und wenn er dann nackte Körper sieht oder Leute, die an der Leine, auf allen Vieren, sich fortbewegen und Drag-Queens sowieso, dann kann die "gemeine" Hete schon mal ins Grübeln kommen. Ich bin sowieso dafür, das, speziell die Parade etwas politischer sein darf. Aber das Erscheinungsbild können wir nur selber ändern. Muß ja nicht so weit gehen, daß es aussieht, wie eine DGB-Demo.


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#5
11.06.2012
13:51:29


(-1, 3 Votes)

Von Marc


Nicht nur, dass die IHK über Dinge spricht von denen sie keine Ahnung hat und ihre Inkompetenz auch noch auf so peinliche Art rausblökt.

Sondern das ist auch wirtschaftlich dumm: es ist längst bekannt wie positiv Diversity auch für den wirtschaftlichen Erfolg ist.


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#6
11.06.2012
14:16:24


(-2, 8 Votes)

Von CSD-Party


Für mich ist der CSD auch nicht mehr als Treffen von Nackedeis.
Das mit der politischen Demonstration ist doch bloß Heuchelei.
Und ehrlichgesagt finde ich das nicht gut.

Woanders kommen Homosexuelle ins Gefängnis oder werden gleich aufgehängt und selbst östlich von Deutschland ist die Situation schrecklich und hier wird bloß rumgetanzt auf Wagen die von irgendwelchen Sexshops gesponsert werden.
Wie soll denn da in der Öffentlichkeit irgendwas anderes ankommen als das was nunmal ankommt? Homosexuelle sind halt da und laufen komisch rum, das einzige was relevant für sie ist ist Sex und was genau wollen die nun?
Anstatt wirklich zu demonstrieren, d.h. normal gekleidet (sodass das was man mitteilen will wichtiger ist als das was man darstellt) und mit Transpareten, Spruchbändern (vielleicht auch mal schockierenden Bildern von getöteten oder in den Selbstmord getriebenen Homosexuellen) oder und Gesängen, die auf tatsächliche Mißstände - in diesem Land und in anderen hinweisen, würde man sehr viel ernster genommen werden und die Leute würden überhaupt erst verstehen was man will.

Party machen kann man sonstwo oder man führt einen "Tag der sexuellen Freiheit" ein wo alle hinkommen können, aber man sollte endlich aufhören so zu tun, als hätte der CSD noch irgendwas mit Politik zu tun.

Das hat nichts mit heteronormativer Anbiederung zu tun.

Party machen kann man überall und zu jeder Zeit, aber wenn es um Durchsetzung politischer Forderungen geht, sollte man das auch nach aussen hin so präsentieren.


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#7
11.06.2012
14:32:00


(-2, 6 Votes)

Von Itcheb
Antwort zu Kommentar #4 von alexMuc


100% korrekt!

Die Parade und das Strassenfest ist nunmal das, was in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Das das schade ist, brauchen wir nicht zu diskutieren; es ist nunmal so.

Und wenn dort Schwule und Lesben ihre Sexualität (teilweise pervers) zur Schau stellen, müssen wir uns nicht wundern, dass wir so (auch von der IHK) wahrgenommen werden. Ich habe Heten noch nie im Kölner Rosenmontagszug auf den Wagen fi..en sehen - Schwule beim CSD aber regelmäßig ....

Wenn wir uns statt auf Party, Drogen, Sex mal mehr auf die gesellschaftspolitische Darstellung beschränken, erreichen wir auch schnell ein anderes Bild von Schwulen und Lesben.


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#8
11.06.2012
14:59:42


(+1, 7 Votes)

Von Lars3110
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Für einen Haufen zugeknöpfter Greise in grauen Anzügen sind alle anderen eben nun mal bunte Nackedeis.
Das sagt doch eigentlich mehr über die Zwangsveranstaltung IHK aus als über den CSD.

Zur Beruhigung: niemand nimmt die IHK so ernst, wie sie sich selbst.
Man kann sich drüber ärgern, man kann aber auch drüber lachen. Ein langweiliger Lobbyistenhaufen bleibt es trotzdem. Und mit sowas will man doch nicht tatsächlich was zu tun haben, oder?


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#9
11.06.2012
15:04:37


(-2, 2 Votes)

Von seb1983
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Antwort zu Kommentar #6 von CSD-Party


Dann musst du die Sache massiv umkrempeln, entkommerzialisieren, verkleinern und und und.

Die CSDs sind ja erst so groß geworden als auf Party umgestellt wurde. Tausende Schwule die aus der halben Welt anreisen, ihre Urlaubsplanung nach CSD Terminen legen, sowas bekommst du mit einer drögen Demo nicht hin.

Fakt ist doch dass heute sehr viel Geld mit einem CSD umgesetzt wird, daher müssen möglichst viele angelockt werden, und das geht eben am einfachsten mit Alk, Party und nacktem Fleisch. Die einzigen die daran offenbar am wenigsten verdienen sind die lokalen Veranstalter^^

Wenn du das alles weglässt bleibt selbst in Köln nur ein harter Kern aus lokalen 1000 Demonstranten der nicht viel Aufmerksamkeit erregt. Ob man das will ist dann auch wieder die Frage...
Da muss man eben realistisch sein. Klar gibt es noch die politischen Veranstaltungen und auch sehr engagierte Menschen. Aber der Großteil würde für sowas nicht anreisen. Da ist dann eher der Standard: "Ach Gottchen ist das schlimm da in Polen und Dubai, aber du ich war letztes da zum shoppen, gute Güte sind die behaaaart ich sags dir, dann Grüß mal den Thomas von mir, hab ihn gestern noch auf der Klappe gesehen. Ich brauch grad noch so ein Fläschen Prosecco, hab da so nen kanadischen Schnuckel an der Hand. Sehen uns nachher bei der Andrea Berg ja? Bussi".


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#10
11.06.2012
15:18:12


(+2, 4 Votes)

Von Panne
Antwort zu Kommentar #9 von seb1983


"Dann musst du die Sache massiv umkrempeln, entkommerzialisieren, verkleinern und und und."

Gerne. Es gibt politisch noch viel zuviel Handlungsbedarf als dass man sich auf bloßes Feiern konzentrieren sollte.

"Tausende Schwule die aus der halben Welt anreisen, ihre Urlaubsplanung nach CSD Terminen legen, sowas bekommst du mit einer drögen Demo nicht hin.
"

Dann sollen die halt zum Pink Lake oder zu einem von tausend anderen Party-Events.

Ich denke, man tut sich damit auf Dauer keinen Gefallen was die Akzeptanz und das Verstehen in der Öffentlichkeit angeht.

"Ach Gottchen ist das schlimm da in Polen und Dubai, aber du ich war letztes da zum shoppen, gute Güte sind die behaaaart ich sags dir, dann Grüß mal den Thomas von mir,"

Ja gut, aber wer so denkt, dem kann wohl wirklich nichts und niemand mehr helfen...


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