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Stellensuche mit Chic und Schlips, da kann keine Arbeitsagentur mithalten (Bild: Christian Scheuß)

In Berlin fand am Wochenende die dritte Ausgabe der MILK-Messe statt. Über 1.600 Besucher kamen, darunter auch immer mehr Heteros.

Von Christian Scheuß

"Wir sind sehr sehr glücklich!" Stuart Camerons Lächeln strahlt durch das Telefon hindurch, zwei Tage nach dem Ende der MILK-Messe, dessen Erfinder er ist. Die Glückshormone, die ihn durchfluten werden durch zwei Dinge hervorgerufen: Durch die ums Dreifache gestiegenen Besucherzahlen und durch das überwiegend positive Feedback. "Von vielen Ausstellern und Gästen habe ich gehört, dass die Gespräche toll, die Atmosphäre gut und das Programm sehr interessant waren."

Im dritten Jahr hat das Konzept der Job- und Karrieremesse einen Reifegrad erreicht, der es offensichtlich für viele schmackhaft macht. 1.600 Menschen kamen am Samstag ins nhow-Hotel nach Berlin-Kreuzberg, um die Mischung aus theoretischen Vorträgen zur (schwul-lesbischen) Arbeitswelt, kreativen Vorstellungsrunden per "Speed-Networking" und "Business Slam Contest" und den konkreten Gesprächen mit Firmenvertretern über Arbeitsplatzangebote zu genießen.

Auch Heteros mögen den Style der schwul-lesbischen Jobbörse


MILK-Messe Erfinder Stuart Cameron: "Ich bin sehr glücklich" (Bild: milkmesse.de)

In diesem Jahr habe man es auch geschafft, mehr Frauen anzusprechen, sagt Stuart Cameron. Es gäbe zwar immer noch ein paar Schwellenängste bei Schwulen, die mit dem Besuch der Messe natürlich ein Statement setzen. Andererseits haben interessanterweise die Heteros immer weniger Probleme, Orte aufzusuchen, bei denen ihre sexuelle Orientierung in der Minderheit ist. "Vielen Jüngeren gefällt das Stylische der Messe und die gute Stimmung", nennt Stuart einen Grund.

Für die Aussteller wiederum ist die Mischung prickelnd. Auf der MILK-Messe war beispielsweise der IT-Bereich gut vertreten, was den augenblicklichen Fachkräftemangel der Branche wiederspiegelt. Stellen sich Cisco, SAP, IBM oder Telekom auf einer reinen IT-Messe vor, treffen sie nur IT-Leute. Bei MILK kommen aber Techniker mit Kreativen zusammen, Versicherungsmanager mit Community-Projekten wie dem Waldschlösschen. Das schafft ungeahnte neue Verbindungen.

Youtube | queer.de-Reporter Christian Scheuß auf Stellensuche bei der MILK-Messe

Die Zukunft der Arbeit? Teams werden wichtiger, Ausgrenzung ist tabu


Fachkräftemangel in der IT-Branche: Schwule und Technik gefragt wie nie (Bild: cs)

Aktuelle Studien besagen: Über 50 Prozent der deutschen Arbeitnehmer gehen davon aus, das sie in den nächsten 12 bis 18 Monaten den Job wechseln werden. Für den Unternehmensberater Gordon Müller-Eschenbach sind die Ursachen klar: "Die Leute sind angekotzt. Es gibt in den Betrieben keine Kultur des Miteinanders mehr." In seinem Referat auf der Milkmesse machte er deutlich, dass Spaß und Spannung für die Arbeitnehmer immer wichtiger werde. Die "Schokoloade", also das Gehalt, ist für die Mehrheit nur bis zu einem Jahresgehalt von 60.000 Euro relevant. Darüber sei es kein besonderer Motivationsfaktor mehr.

Gordon Müller Eschenbach denkt bereits an Übermorgen: "Diversity und Inklusion sind nur Zwischenschritte. In Zukunft werden wir immer mehr in wechselnden Projekten mit wechselnden Personen arbeiten." Will ein Unternehmen und die Gesellschaft erfolgreich sein, dürfe es Ausgrenzungen, aus welchen Gründen auch immer, einfach nicht mehr geben.

Bis es soweit ist, wird die MILK-Messe weiterhin ihre Pforten öffnen.



#1 BurgerBerlinProfil
  • 11.06.2012, 17:53hBerlin
  • Oh - "Spaß, Spannung und Schokolade"!

    Was für eine Beschreibung für diese Veranstaltung. Leider ist dieses Lächeln nicht bei jedem zu beobachten. Vorträge wurden teilweise nur "runtergeleiert" und durch eine sehr reduziertes Zeitfenster sind Diskussionen überhaupt nicht zustande gekommen. Vielmehr wurden die Vorträge 10 Minuten vor dem offiziellen Ende durch nervige Milk-Mitarbeiter gestört und die Referenten hörten teilweise mitten im Satz auf.

    Die Räumlichkeiten hatten teilweise eher den Charme einer Dunkelkammer bzw. einer Parkhausbaustelle. Insgesamt zu klein und das Klima erinnerte eher an einen überfüllten Vorortzug. Dazu ein Lageplan, der einem Irrgarten glich. Dann die typischen Give-Aways in Form von Gummibärchen und Kugelschreiber, um bis zum Rest des Lebens - jegliche Wand zu beschmieren.

    Insgesamt eine Veranstaltung, deren Wert doch sehr fraglich ist!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.06.2012, 19:34h
  • "Über 1.600 Besucher kamen, darunter auch immer mehr Heteros."

    Müssen wir uns jetzt Sorgen machen?
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#3 norvidasAnonym
#4 Alte TunteAnonym
  • 12.06.2012, 05:13h
  • "Stuart Camerons Lächeln strahlt durch das Telefon hindurch, zwei Tage nach dem Ende der MILK-Messe, dessen Erfinder er ist."

    Schön, und was hat er noch erfunden, außer dem Ende der Messe?
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#5 Avalon84Profil
  • 12.06.2012, 12:07hberlin
  • wozu gibts denn ne jobmesse nur für homos? warum wird das mit den heten abgegrenzt?
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#6 GoldwaageAnonym
#7 Leo GAnonym
#8 I LIKEAnonym
  • 13.06.2012, 11:26h
  • Die Messe war toll! Hat viel Spaß gemacht. Viele tolle Unternehmen waren dabei. Und die messe war nicht nur für schwule und lesben, auch hetero´s waren willkommen und viele waren auch da. Es ist eine Job messe für jeder!

    Also nächstes Jahr bin ich wieder dabei!
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#9 FriederAnonym