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Passender Untertitel: "39 schöne, tragische und gemeine Geschichten aus der Schwulenwelt"

In seinem Kurzgeschichten-Band "Himbeerjoghurt" erzählt Jan Ranft von Coming-out und Älterwerden, von "Yps" und "Denver-Clan" sowie natürlich von Liebe und Sex.

Von Timo Fledie

Wer im Netz unterwegs ist, ist vielleicht schon mal auf Podcasts gestoßen - und bei den Podcasts mit schwuler Thematik dürfte ihm Jan Ranft und sein "Studio 3" ein Begriff sein. In seinem Audio-Blog hat der Saarbrücker Mediendesigner bereits einige Geschichten in Form von Hörbeiträgen veröffentlicht. Nun kommen diese und viele neue Geschichten in Form eines Buchs zusammen.

Die Erzählungen in dem Band "Himbeerjoghurt" beschreiben überwiegend Situationen, die der eine oder andere genau so oder ähnlich schon mal erlebt haben kann. Matthias etwa hat immer wieder Pech mit Männern, bis er Manuel kennen lernt. Leon wiederum hat an einem Sonntagmorgen eine überraschende Begegnung. Und Torsten und Patrick verstehen sich auf Anhieb gut, müssen dann aber feststellen, dass sie ganz unterschiedliche Vorstellungen von einer Beziehung haben...

"Himbeerjoghurt" - so ungewöhnlich der Titel, so ungewöhnlich sind auch die einzelnen Erzählungen: 39 kurze, leicht lesbare Geschichten fangen einfallsreich das schwule Lebensgefühl der Protagonisten ein. Absurditäten des Alltags, aus dem Leben gegriffen, voller Fantasie und emotionaler Intelligenz erzählt. Sich verlieben, Älterwerden, Coming-out, Fremdgehen, Sex - alle Facetten des schwulen Lebens werden dabei beleuchtet. Teilweise überzeichnet, aber immer mit viel Gefühl und einer Prise Humor!

Schwule Charaktere, voll von Widersprüchen


Der Autor: Jan Ranft, Jahrgang 1974, lebt und arbeitet in Saarbrücken (Bild: Wolfgang Klauke)

Die schwule Welt ist nicht perfekt. Jan Ranfts Storys haben nicht immer Wohlfühlcharakter - manche sind auch unbequem. Und obwohl es nicht immer auf ein Happy-end hinausläuft, gehen die Erzählungen doch meistens gut oder zumindest hoffnungsvoll aus.

Geschmückt mit Anekdoten aus der Popkultur - vom "Yps"-Heft über "Denver-Clan" und "Raumschiff Enterprise" bis hin zu "When the rain begins to fall" (die einen nebenbei in Erinnerungen schwelgen lassen) - schafft der Autor es, dass man mit den Protagonisten mitfiebert, dass man sie einfach gern haben muss. Und dabei sogar die Charaktere verstehen lernt, die voll von Widersprüchen sind und die nicht immer nur Gutes im Sinn haben. Wer genau liest, wird zudem erkennen, dass die Erzählstränge miteinander verwoben sind, die Charaktere in anderen Geschichten wieder auftauchen.

Fazit: Jan Ranft hat mit seinem Autorendebüt ein unterhaltsames, kurzweiliges und doch tiefgründiges Buch vorgelegt. Ein Buch, das einen zum Lachen bringt und einen auch manchmal mit Tränen in den Augen zurücklässt, eines, das es schafft, einen auch noch zu beschäftigen, wenn man das Buch schon zugeschlagen hat. Jedoch: Einige Storys fallen etwas schwächer aus als andere - was aber bei 39 Geschichten den Lesespaß in keinster Weise trübt. Klare Lese-Empfehlung!

Infos zum Buch

Jan Ranft: Himbeerjoghurt. 39 schöne, tragische und gemeine Geschichten aus der Schwulenwelt. Books on Demand 2012. 180 Seiten. 12,90 €. ISBN: 978-3-8482-1023-7


#1 vingtans
  • 12.06.2012, 18:44h
  • ich frag mich immer wer solche bücher liest (wobei dieses buch ausnahmsweise mal echt interessant klingt).

    aber generell. ist das son klassiches me-search ding?

    als schwuler büchern von schwulen über schwule zu lesen? ist homosexualität eine identität oder lediglich eine sexualität?

    was ist denn ein schwuler alltag?!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 FoXXXy LoveAnonym
#4 koklAnonym
  • 13.06.2012, 01:03h
  • Antwort auf #1 von vingtans
  • Schwuler Alltag? Nö, das gibt es nicht, solange man seine Heterofreunde mit ebensolcher Ernsthaftigkeit danach fragt, wie sie ihre Vorliebe zum anderen Geschlecht entdeckt haben, wie ihre Eltern damit klarkamen, welche Rollenverteilung sie leben, wer oben oder unten liegt, ob sie anderen ansehen können, dass die hetero sind, wie sie denn ihr alltägliches Outing in einer homosexualisierten Welt meistern, ob es ihnen was ausmacht, wenn man ständig "voll hetero ey" sagt, wenn man ausdrücken will, wie scheiße etwas ist - und die beste Frage überhaupt: Was ist denn ein heterosexueller Alltag?
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#5 Real TruthAnonym
  • 13.06.2012, 08:53h
  • Antwort auf #4 von kokl
  • jetzt tut doch nicht so. schwuler alltag ist shoppen, typen angucken, queeres Zeug im Netz lesen, Grüne oder Linke unterstützen, lady gaga und adele gut finden, dem desperate housewives finale entgegenfiebern, Promi gossip mögen, leicht bis mittelschwer androphob sein, oder guckt ihr sportschau, spielt fußball, trinkt weizenbier, geht campen und surfen, schaut damen hinterher, spielt in einer band schlagzeug, und findet fremde schwänze ekelig?
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#6 GUTmenschAnonym
  • 16.06.2012, 15:19h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Muss immer wieder feststellen, wie der Blog bei queer.de eigentlich ein Spiegelbild des binären Systems ist, das er vorgibt zu bekämpfen. Alles ist schön in rot und grün eingeteilt, Freund und Feind. Alle Nachrichten von Foxxy (lebt der eigentlich hier im Blog?) werden munter gedisst. Und auf der anderen Seite geben sich alle gegenseitig recht und tönen ihre Nachrichten in leuchtendes Grün. Bloß keine Zwischentöne. "Us vs. them." George Bush hätte seine helle Freude daran, wie wir uns gegenseitig auseinanderdividieren. Denkt mal drüber nach. Ach, und nicht vergessen: Diese Nachricht bitte in rot färben, damit alles schön beim Alten bleibt. Where r ur guts? Gut-mensch
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#7 gutMENSCHAnonym