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Machte Charlie Crist homophobe Politik, um seine eigene sexuelle Ausrichtung zu verstecken?

In seiner Amtszeit von 2007 bis 2011 hat der 55-jährige republikanische Gouverneur Charlie Crist Homo-Rechte stets bekämpft. Nun wird er am Rande eines Parteispendenskandals beschuldigt, seine Homosexualität versteckt zu haben.

In Florida ermittelt die Staatsanwaltschaft gegenwärtig gegen den früheren republikanischen Parteichef Jim Greer, weil dieser 100.000 Dollar von Parteispendengeldern veruntreut haben soll. Greer behauptet nun jedoch, Crist habe als Gouverneur dem Deal zugestimmt - und erklärte gegenüber einem Anwalt aus Crists Kanzlei, dass er bei einer Befragung unter Eid auch bestimmte Einzelheiten aus dem Privatleben von Crist aussagen müsste. So sei Crist homosexuell und habe sogar zwei Männer, mit denen er Sex hatte, bezahlt, damit sie den Bundesstaat verlassen und nicht mehr vor Gericht über die Affäre aussagen können.

Ein Bericht der Justizbehörde, der vom Lokalsender WTSP veröffentlicht wurde, hat diese Vorwürfe festgehalten. Darin wird der Vertreter Greers mit folgenden Worten zitiert: "Charlie Crist ist ein Homosexueller und hatte homosexuelle Beziehungen mit mindestens zwei Männern, die dafür bezahlt wurden, den Staat zu verlassen. So sollte Gouverneur Crist eine peinliche Situation erspart bleiben." Ferner behauptet der Anwalt, dass Crist versucht habe, Greer zu küssen. Weiter heißt es: "Gouverneur Crist hatte Seitensprünge, als er betrunken war. Ein Sicherheitsbeamter musste ihn vertreten." Der Vertreter Crists hat laut dem Dokument erklärt, die Vorwürfe hätten nichts mit dem Fall zu tun und seien nur Thema, um Druck auf den Ex-Gouverneur aufzubauen.

Als Gouverneur kämpfte Crist gegen Homo-Rechte

Seit seinem Amtsantritt kämpft Crist bereits gegen Homo-Gerüchte. Bei seiner Wahl 2006 gab er sich noch recht homofreundlich und stellte eingetragene Lebenspartnerschaften in Aussicht. Kaum im Amt, unterstützte er aber mehrere homofeindliche Initiativen. So setzte er sich 2008 dafür ein, dass die gleichgeschlechtliche Ehe in der Regionalverfassung von Florida verboten wird. Nur wenige Wochen, nachdem diese Verfassungsänderung in einem Volksentscheid bestätigt wurde, heiratete Crist eine Frau, was zu einer Protestaktion auf seiner Hochzeit führte (queer.de berichtete). Er engagierte sich auch dafür, Homo-Paaren in Florida das Recht auf Adoption zu entziehen - das wurde jedoch vom obersten Gericht des Bundesstaates für verfassungswidrig erklärt (queer.de berichtete).

Weil Crist in der republikanischen Partei nicht die Vorwahlen für einen Sitz im US-Senat gewinnen konnte, zog er sich aus der Politik zurück. Seither arbeitet er wieder als Rechtsanwalt. (dk)



#1 Thorsten1Profil
#2 eMANcipationEhemaliges Profil
  • 14.06.2012, 15:27h
  • Antwort auf #1 von Thorsten1
  • Genau, immer wieder dasselbe. Die die am meisten gegen Schwule hetzen, sind oft selbst homosexuell; können es sich nicht eingestehen und durch ihren Hass versuchen sie das Ganze zu kompensieren. Wie oft standen hier schon Artikel, in denen homophobe Priester, Governeure o.ä. dann "erwischt" worden sind ...
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#3 rhockProfil
  • 14.06.2012, 16:28hGründau
  • Leider trifft es immer wieder zu, dass diejenigen die am lautesten gegen die Schwulen hetzen und gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft in den Parlamenten stimmen, selbst schwul sind.
    Wir brauchen nicht nach Florida, Beispiele in Deutschland gibt es leider genügend.
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#4 David77Anonym
  • 14.06.2012, 16:40h
  • So sind sie halt die Konservativen... da wird jetzt sicher laut gelästert, dass es rauskommt.
    Aber schön brav über andere urteilen und selber ein Doppelleben führen um den schönen Schein zu wahren - DAS (was eigentlich das verwerfliche ist) finden die anscheinend ok...
    Aber das ist ja wie bei den Katholen - solange man nicht drüber spricht und es keiner erfährt (und man dann brav zur Beichte geht), ja DANN ist es völlig ok...
    Die spinnen!
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#5 panzernashorn
  • 14.06.2012, 18:38h
  • Antwort auf #2 von eMANcipation
  • Ein kurzer Blick auf das weiße Spitzenbrokat-Täubchen im Vatikan mit seinem ganzen Tuckenstall genügt...............

    Verlogenheit und Realitätsferne, soweit das Auge reicht, die Hauptsache ist, "der heilige Schein" wird gewahrt......
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#6 SebiAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.06.2012, 20:27h
  • Wieder wurde eine Schrankschwester "enttarnt"! Da sieht man einmal, wie scheinheilig und verlogen die Republikaner sind!
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#8 erererEhemaliges Profil
  • 14.06.2012, 22:26h
  • Ich fuhle mich von ihm allerdings nicht angetan. Na ja, zumindest von oberem Teil.
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#9 JayZonEhemaliges Profil
  • 14.06.2012, 23:06h
  • Ich verstehe nicht warum er derart von allen Seiten kritisiert wird?

    Als seriöser konservativer, republikanischer Politiker kann er doch nicht die Gleichgeschlechtliche Ehe bewerben und befürworten!!??
    Ich persönlich erwarte mir von einem seriösen und authentischen Politiker, dass er glaubwürdig, ehrlich und gemäß des Parteiprogramms handelt.

    Selbst wenn er tatsächlich schwul sein sollte, bedeutet das trotzdem nicht zwangsläufig, dass er alle "homo-freundlichen" Ideen und Bestrebungen gutheißen muss.

    Und dem Vorwurf, dass eine große Anzahl extrem konservativer Personen die womöglich auch homophobe Sprüche von sich geben - selbst homosexuell sind und krampfhaft versuchen ihre Homosexualität zu verbergen und mit einem homophoben Verhalten zu kompensieren versuchen -- dem kann nicht auch nicht ganz zustimmen.

    Ehrlich gesagt empfinde ich so eine Unterstellung als eine unerhöhte Unverschämtheit weil es bedeutet andere Menschen zu diffamieren und in allgemeine Schubladen zu stecken und so die Realität komplett verzerrt und falsch dargestellt wird.

    - JayZon -
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#10 JayZonEhemaliges Profil