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  • 14.06.2012           7      Teilen:   |

Niederlande

Was macht eine Ministerin für Homo-Emanzipation?

Eine ehemalige Parteivorsitzende kämpft für Homorechte: Marja van Bijsterveldt - Quelle: CDA
Eine ehemalige Parteivorsitzende kämpft für Homorechte: Marja van Bijsterveldt (Bild: CDA)

In der niederländischen Regierung ist die Christdemokratin Marja van Bijsterveldt für "LGBT- und Geschlechter-Emanzipation" zuständig. Im Interview erklärt sie ihre Ziele.

Von Irene Hemelaar

Janneke Marlene (Marja) van Bijsterveldt-Vliegenthart ist seit Oktober 2010 niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft. In den Aufgabenbereich der Politikerin des "Christen Democratisch Appèl" (CDA) gehört auch die LGBT- und Geschlechteremanzipation. Von 2002 bis 2007 war van Bijsterveldt Parteivorsitzende des CDA.

Was beinhaltet Ihre Rolle als amtierende Ministerin für LGBT- und Geschlechteremanzipation?

In der niederländischen Regierung sind verschiedene Kabinettsmitglieder jeweils in ihrem eigenen Ressort verantwortlich für die Belange der LGBT-Community. Damit die Emanzipationspolitik eine maximale Wirkung erzielen kann, sollte sie in breiter angelegten Politikfeldern vernünftig integriert sein. Als Ministerin für LGBT- und Geschlechteremanzipation übe ich eine unterstützende, überwachende, bewusstseinsfördernde und themenbestimmende Funktion aus. Und nicht zuletzt habe ich als koordinierende Ministerin für die Rechte und Belange der LGBT-Community auch die schöne Aufgabe und das Privileg, das offizielle Regierungsboot bei der Kanalparade anzuführen.

Sind die Niederlande im Hinblick auf die Emanzipation von Schwulen, Lesben und Trans*menschen immer noch wegweisend?

Ich glaube, dass wir in den letzten Jahrzehnten einen großen Schritt nach vorn gemacht haben. Laut neuesten europäischen und internationalen Gesellschaftsstudien stehen 91 Prozent der niederländischen Bevölkerung Schwulen, Lesben und Bisexuellen offen gegenüber. Das ist weltweit der höchste Prozentsatz. Die Regierung - und was noch viel wichtiger ist - die breite Öffentlichkeit in den Niederlanden ist der Ansicht, dass die LGBT-Emanzipation ein wichtiges "Exportprodukt" der Niederlande ist. Diese Erfolge bedeuten aber nicht, dass wir nicht auch hier bei uns in den Niederlanden weiter nach Verbesserungen streben müssen. Wir sollten wachsam bleiben. Die Regierung hat für den Zeitraum 2011 bis 2014 einen Plan aufgestellt, in dem sie sich dazu verpflichtet, verbleibende rechtliche Benachteiligungen von Angehörigen der LGBT-Community aufzuheben, die Sicherheit für diese Menschen und die soziale Akzeptanz in ihrem Lebensumfeld zu erhöhen und die Niederlande international zu einem Musterland für die Gleichberechtigung von Homosexuellen zu machen.

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Nettes  Privileg: van Bijsterveldt darf das offizielle Regierungsboot beim Canal Pride Amsterdam anführen - Quelle: Stichting ProGay
Nettes Privileg: van Bijsterveldt darf das offizielle Regierungsboot beim Canal Pride Amsterdam anführen (Bild: Stichting ProGay)

Haben "fortschrittliche" Nationen wie die Niederlande die Pflicht, andere Nationen zur Änderung ihrer Sichtweise zu ermutigen? Wenn ja, was wäre der beste Weg dafür?

Ja, in der Tat gilt hier das Sprichwort "Adel verpflichtet". 2004 hat die niederländische Regierung eine Gruppe mit gleichgesinnten Ländern in Europa ins Leben gerufen. Heute zählt die Gruppe 14 Mitglieder, die sich im Kampf für die Gleichberechtigung von Homosexuellen zusammengeschlossen haben. Darüber hinaus suchen wir das Gespräch und die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Regierungen in anderen Regionen auf der Welt. Es gibt vieles, was wir von ihnen lernen und miteinander teilen können.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen im Hinblick auf die internationalen Menschenrechte der LGBT-Community?

Natürlich stimmt es mich sehr traurig, wenn ich von Gewalt gegen Angehörige der LGBT-Community höre oder lese. Jeder sollte frei sein, seine sexuelle Identität oder sexuelle Orientierung ohne Angst vor Übergriffen auszuleben. Aber es gibt andere und häufig subtilere Beispiele für die Diskriminierung von Homosexuellen, die es ebenfalls zu bekämpfen gilt: das Versammlungsverbot und die Einschränkung der Meinungsfreiheit, Probleme hinsichtlich der Bewegungsfreiheit von Angehörigen der LGBT-Community und ihren Partnern, die gemeldeten Suizide und Schikanen von Kindern aus der LGBT-Community, homophobe und transphobische Zwischenfälle am Arbeitsplatz sowie auf Stereotypen basierende Vorurteile in Europa und auf der ganzen Welt. Wir haben noch einen langen Weg vor uns.

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Tags: marja van bijsterveldt, christen democratisch appèl
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Reaktionen zu "Was macht eine Ministerin für Homo-Emanzipation?"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
14.06.2012
18:55:14


(+3, 3 Votes)

Von pöloikujzhtg


Kann sich die CDU mal ein Beispiel dran nehmen!


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#2
14.06.2012
19:05:31


(+1, 3 Votes)

Von sanscapote
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Die Niederlande waren schon immer Vorreiter in Sachen Meschenrechten. Sexualitaet ist untrennbar mit dem Menschsein verbunden.

Es zeigt sich wieder ganz deutlich, wie die Politik Weichenstellerin fuer ein sexuell freies Leben ist.

Viele meiner Freunde hier hoffen, dass von Holland ausgehend und mit der Zusage von Praesident François Hollande, die Ehe fuer alle zu oeffnen, eine nachhaltige Bewegung in ganz Europa in Bewegung setzt.

Und dies auch in Deutschland!

Hollande ist politisch staerker und menschlich engagierter als mère Merkel!

Das laesst berechtigte Hoffnungn zu, dass Deutschland in Sachen Gleichstellung nachzieht!!!


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#3
14.06.2012
20:33:04


(-2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Es ist schon erstaunlich: die Ministerin gehört der Christlich Demokratischen Partei an und hat dazu das Resort "LGBT- und Geschlechteremanzipation"! Ich dachte erst, es würde sich hier um Druckfehler handeln! Da sollten sich CDU und CSU wirklich mal ein Beispiel dran nehmen, wie die Homorechte in Deutschland effektiv umzusetzen sind!


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#4
14.06.2012
20:33:14


(-1, 1 Vote)

Von aaltener
Antwort zu Kommentar #2 von sanscapote


"....dass von Holland ausgehend und mit der Zusage von Praesident François Hollande, ...."

Wie jetzt? Wen meintest Du als erstes? Hollande oder die niederländer?

bitte sag auch niederländer, wir bezeichnen euch deutsche ja auch nicht als bayern...

ansonsten hast du recht, wir müssen nur noch dafür sorgen das der klootsack wildeers verschwindet..


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#5
14.06.2012
20:59:38


(+3, 3 Votes)

Von Sebi


Toll, dass in den Niederlanden selbst die Konservativen sich für Homorechte einsetzen.

Davon ist Deutschland leider noch meilenweit entfernt.


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#6
14.06.2012
21:43:10


(+2, 2 Votes)

Von sanscapote
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Antwort zu Kommentar #4 von aaltener


@ aaltener,

Natuerlich Niederlande!

Sieh mir bitte diesen Fehler nach!


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#7
23.06.2012
20:15:59


(+1, 1 Vote)

Von Hugo


Das ist mal ein Beispiel das auch konservative liberal denken.
Ich frage mich auch, wenn die Bevölkerung weniger liberal denken würde, würden die Zahlen dann auch so positiv aussehen?


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