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  • 15.06.2012           59      Teilen:   |

Diskriminierung

Katholische Kirche will lesbische Kindergarten-Leiterin feuern

Für die katholische Kirche ist die Verpartnerung von Mitarbeitern ein Loyalitätsverstoß - Quelle: tonystl / flickr / cc by-nd 2.0
Für die katholische Kirche ist die Verpartnerung von Mitarbeitern ein Loyalitätsverstoß (Bild: tonystl / flickr / cc by-nd 2.0)

Die katholische Diözese Augsburg verklagt den Freistaat Bayern, weil die Gewerbeaufsicht der Entlassung einer schwangeren Kindergarten-Leiterin nicht zustimmte. Das "Vergehen" der 39-Jährigen: Sie ist lesbisch.

Der Rechtsstreit wird am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht Augsburg ausgetragen, berichtet die Ulmer Tageszeitung "Südwestpresse". Im Fall geht es um eine Erzieherin, die einen katholischen Kindergarten im Landkreis Neu-Ulm leitet. Sie hatte im August 2011 ein Kind bekommen und ein Jahr Elternzeit beantragt. Einen Monat zuvor hatte sie sich mit ihrer Freundin verpartnert.

Für die Kirche ist die Verpartnerung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters ein "schwerwiegender Loyalitätsverstoß", da offene Homosexualität von den Katholiken als Sünde angesehen wird. Für die Kirchen gilt auch eine Ausnahmeregelung vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, was mit dem Selbstverwaltungsrecht begründet wird, das die deutsche Verfassung evangelischen und katholischen Einrichtungen garantiert.

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Kirche will Mutterschutz umgehen

Weil für die Frau Mutterschutz galt, musste die Kirche im aktuellen Fall für die Kündigung die Zustimmung der Gewerbeaufsicht einholen. Diese wurde jedoch verweigert, da ein besonderer Grund nach Ansicht der Behörde nicht vorlag. Normalerweise wird die Aussetzung des Mutterschutzes in extremen Fällen - etwa bei Diebstahl oder schweren Beleidigungen - erteilt, nicht aber wegen der "falschen" sexuellen Orientierung eines Mitarbeiters. Bistumssprecher Markus Kremser beharrte aber gegenüber der Nachrichtenagentur dpa auf der Klage: "Aus Sicht der Diözese handelt es sich um einen so schwerwiegenden Verstoß gegen die Loyalitätspflicht eines Mitarbeiters, dass eine Kündigung keinen Aufschub duldet".

Die katholische Kirche hat bereits mehrfach Mitarbeiter wegen Homosexualität gefeuert. So musste 2010 die Putzfrau eines katholischen Kindergartens gehen, weil sie eine eingetragene Partnerschaft eingegangen ist (queer.de berichtete).

Vergangenes Jahr hat das Bundesarbeitsgericht allerdings entschieden, dass die Kirche nicht willkürlich Mitarbeiter feuern darf, die gegen die gegenwärtige Interpretation der katholischen Morallehre verstoßen (queer.de berichtete). Geklagt hatte ein Düsseldorfer Chefarzt, der nach einer Wiederheirat entlassen wurde. (dk)

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Tags: katholische kirche
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Reaktionen zu "Katholische Kirche will lesbische Kindergarten-Leiterin feuern"


 59 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.06.2012
13:27:56


(+8, 8 Votes)

Von goddamn liberal


Dass das alles zutiefst inhuman und widerrechtlich ist, ist offensichtlich und sollte niemanden wundern.

Getoppt wird das Gesamtbild durch den sehr wahrscheinlichen Umstand, dass das Gehalt und der Unterhalt des Kindergartens aus ALLGEMEINEN Steuern bezahlt wird! Man kann hierzulande der Kirchenfinanzierung keineswegs durch Austritt entgehen. Gerade in Bayern nicht...


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#2
15.06.2012
14:24:08


(+5, 7 Votes)

Von bastapapsta
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Link zu www.kirchenaustritt.de

Es gibt bei Gay Romeo den Club mit dem Namen:

KirchenaustrittJetzt

Dort werden im Forum solche Themen wie dieses hier diskutiert.


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#3
15.06.2012
14:30:13


(+6, 6 Votes)

Von habemus_plemplem
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Selbst wenn die Kirche hier -rein juristisch- bedauerlicherweise im Recht sein sollte, so ist es für die Apostel der christlichen Nächstenliebe doch ungeheuerlich, in einem solchen Fall nicht Gnade vor Recht ergehen zu lassen! Stattdessen werden fragwürdige Moralvorstellungen -und seien sie auch vertraglich vereinbart- unbarmherzig über das Wohl eines Kindes gestellt. Das alte Testament lässt grüßen.

Na dann - Amazing Grace, ihr Heuchler!


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#4
15.06.2012
14:32:15


(+8, 8 Votes)

Von remixbeb
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soso.. Selbstverwaltungsrecht. Wir wäre es denn dann damit, dass sie sich tatsächlich selbst verwalten und nicht von Steuergeldern leben?? Ich hoffe nach wie vor, dass irgendwann die EU den Kirchen einen Strich durch die Rechnung macht. Denn was die Kirche da (in Deutschland legal) tut, ist gegen das AGG zu verstoßen! Und alle schauen zu!


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#5
15.06.2012
14:37:02


(+8, 8 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #1 von goddamn liberal


"Man kann hierzulande der Kirchenfinanzierung keineswegs durch Austritt entgehen."

sehr richtig. aber der austritt ist ein erster schritt.

wären nur noch diejenigen menschen kirchenmitglieder, die wirklich hinter all dem zauberwerk stehen, dann fiele es den kirchen auch endlich schwer, ihre geradezu mittelaterlichen privilegien in einem angeblich (!) aufgeklärten land noch zu begründen.

www.kirchenaustritt.de


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#6
15.06.2012
15:16:21


(+5, 5 Votes)

Von sanscapote
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Alle selbsternannten Kirchenrichter sollen selbst mal die Schippe in die Hand nehmen und arbeiten.

Alle sch..., pi..... und fres....... kostenlos von unseren Steuergeldern und treffen dazu Menschenrechtsverletzungen, indem sie ihre eigenen Gesetze schreiben, zu denen unser Staat "ja und amen" blanko sagt (e).

Das ist unerhoert und gehoert endlich abgeschafft.

Es ist zusaetzlich unverstaendlich wieso es Schwule und Lesben gibt, die einer dieser katholischen Sekten angehoeren und das Unrecht und die Faulheit finanzieren helfen!!
Es kann jede/r etwas tun. Und Geld (und Macht) ist das einzige, auf das die Kirche aus ist.
Daher ist sie durch Geldentzug am einfachsten zu treffen.

Also Brueder und Schwestern tut euer Uebriges und tretet aus!!!


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#7
15.06.2012
15:52:00


(+6, 6 Votes)

Von sanscapote
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Ich weiss zudem, dass in einer Schule, die der Dioezese Wuerzburg angehoerte im Lkr. Bad Kissingen ein Hausmeister gefeuert wurde, weil er sich wieder verheiratete und ebenfalls dort ein Lehrer aufgrund einer Denunziation eines Aussenstehenden aus Rache! Ungeprueft wurde der Lehrer, der als Sonderschullehrer taetig war, gefeuert.

Es sei hier erwaehnt, dass Lehrkraefte in solchen Einrichtungen vom bayerischen Staat bezahlt werden, jedoch den "Gesetzen und Willkuerlichkeiten" der Dioezesen unterliegen!

Austritt!!!!!!


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#8
15.06.2012
16:20:23
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von ehemaligem User eMANcipation


Unmenschlich. Ich kann keinen Schwulen verstehen, der die kath. Kirche noch unterstützt.

Kinderficken ist ok, da wird man nicht entlassen; aber wehe offen schwul oder lesbisch.


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#9
15.06.2012
16:45:22


(+5, 7 Votes)

Von kinderfleisch


Die Plattform „Betroffener kirchlicher Gewalt" hat neun römisch-katholischen Bischöfen eine Liste mit 40 Beschuldigten geschickt, denen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorgeworfen wird. Die Beschuldigten sind laut Plattform nach wie vor unbehelligt im Amt. Jetzt müsse es Konsequenzen geben, so die Plattform.

Link:
oe1.orf.at/artikel/306384


Die Angst der Jungen erreichte ihr Höchstmaß, wenn abends im Flur noch einmal das Licht anging. Dann wussten sie: Der Pfarrer ist wieder unterwegs.

Link zu www.fr-online.de


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#10
15.06.2012
17:16:52


(+6, 6 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von kinderfleisch


Die Immunitaet der Kirchen muss endlich aufgeloest werden !!!

Trennung von Staat und Kirche !!!

Zivilrechtliche Verurteilung und Strafe wie fuer jeden Buerger fordere ich ein!!

Dies geht an die Adresse der Politik!!!
An die Adresse aller Politiker!!!


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