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Valeska Réons mutmachende Autobiografie ist im Hamburger Männerschwarm Verlag erschienen

Valeska Réons Autobiografie "Blumen für ein Chamäleon" zeigt, wie wichtig es ist, unterstützende Freunde zu haben - wie ihre Tante Christa

Von Angelo Algieri

Das Glück schien Valeska Réon nicht in die Wiege gelegt worden zu sein. Doch mit Mut, Unterstützung und einigen Zufällen fand sie ihren Platz im Leben und ihre große Liebe obendrein. Das klingt stark nach Rosamunde Pilcher. Und ist doch mehr. Eine Autobiografie - und zwar von einer Transsexuellen. Geschrieben steht es im Buch "Blumen für ein Chamäleon", das kurzfristig in diesem Frühjahrsprogramm im Männerschwarm Verlag erschienen ist.

Valeska ist nämlich als Viktor in die Welt gekommen - zwar im belgischen Lüttich, doch bald wuchs sie in Bonn auf. Der Vater machte eine Karriere bei der Bundeswehr, und die Mutter war treue Hausfrau. Schon früh bemerkte Viktor, dass er gerne mit Puppen und mit Mädchen spielte. Er genoss es, wenn er als Mädchen erkannt wurde. Als Jugendlicher ließ er sich die Haare wachsen, was seinem weiblichen Charisma und Aussehen noch weiter Ausdruck verlieh. In der Oberschule wurde er deswegen schikaniert und gehänselt.

Viktor konnte seine Gefühle niemandem anvertrauen. Mit Ausnahme von Tante Christa in Düsseldorf. Kurz vor seinem Abitur vertraute er ihr an, dass er als Frau leben will. Das ahnte die Tante bereits und beschloss, Viktor eine Perspektive zu geben: "Nach dem Abi kommst du zu mir." Gesagt, getan. Denn daheim in Bonn war der Wunsch des einzigen Sohnes ein fürchterlicher "Skandal". Besonders schlimm für den Vater war die Ausmusterung aus dem Wehrdienst...

Zusammen mit der Tante kauft sie Kleidung, Kosmetik und Perücke


Ex-Model Valeska Réon: Heute leitet die gebürtige Belgierin eine Privatdetektei

In Düsseldorf ging's bergauf: Viktor wurde auch äußerlich zu Valeska. Zusammen mit der toleranten Tante kaufte sie Kleidung, Kosmetik und Perücke. Und Tante Christa brachte ihr bei, wie man sich als Frau bewegt. Zudem bekam jetzt Valeska eine Hormontherapie. Sie machte eine Ausbildung beim besonders angesagten Friseursalon der Stadt, der von Tante Christas bester Freundin geleitet wird. Die Brüste wuchsen, doch Valeska wollte auch eine künstliche Vagina und entschied sich für eine Operation.

Doch darauf musste sie noch lange warten - nicht nur der üblichen extremen Wartezeiten wegen. Der Zufall machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Als im dritten Ausbildungsjahr eine Crew im Salon auftauchte, die für ein Haarmagazin Schnitte fotografierte, fand ein Fotograf Valeska als Model interessant. Bereits wenig später wurde sie von einer renommierten Model-Agentur in Paris unter Vertrag genommen - für die OP bliebt keine Zeit.

Das große Problem beim Modeln: Valeska musste ihren Penis mit Pflastern weit nach hinten heften. Das schmerzte, doch sie hielt es aus und feierte einen Erfolg nach dem anderen. Valeska Réon zierte die Titelseiten berühmter Fashion-Magazine, etwa der "Vanity Fair". Doch während sie eitlen Sonnenschein nach außen mimte und auch von männlichen Models Avancen bekam, litt sie doch sehr unter der nicht abgeschlossenen Geschlechtsangleichung. Sie wollte auch Sex haben und geliebt werden. Und endlich als Frau ankommen...

Die Operation, endlich, war sehr schmerzvoll, doch ein großer Erfolg. Die Genesung dauerte mehrere Monate. Aufgrund der längeren Fehlzeiten war Valeska ihrem Arbeitgeber und ihren Freunden die Wahrheit schuldig. Doch das verlief ohne Probleme, insbesondere von ihrer Chefin erfuhr sie große Unterstützung. Und so ging die Erfolgsgeschichte auf dem Laufsteg und mit aufwändigen Shootings weiter.

Unbeschwertheit mit ernstem Unterton


Valeska mit Hund: Braune Augen haben es ihr angetan...

Klar, dass eine Autobiografie nicht ohne Liebesgeschichte auskommen kann. Raùl, der schöne (Valeska steht auf braune Rehaugen) und stolze Spanier, ist der Mann ihrer Träume, mit dem sie noch heute zusammen ist. Auch wenn es kurz so aussah, als ob alles in die Brüche geht...

Drama, Drama, Drama, könnte man sagen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn Valeskas Autobiografie liest sich, dank ihrer flotten Schreibe, leicht und lustig. Bei aller Unbeschwertheit, herrscht aber immer ein ernster Unterton. Und dennoch ist es keine Betroffenheitslektüre. Das ist besonders hervorzuheben! Allerdings verhehlt Valeska nicht, dass sie Probleme hatte, vor allem in der Kindheit und in der Jugend. Auch das Verhältnis zu ihren Eltern war bis zuletzt angespannt.

Die jetzige Leiterin einer internationalen Privatdetektei zeigt in ihrer Biografie aber auch, wie wichtig es ist, als Transsexuelle neben Mut und Selbstbewusstsein auch die richtige Unterstützung zu haben. Das war bei ihr die welterfahrene und resolute Tante Christa, die für sie immer ein Ohr hatte. Ohne sie wäre ihr Leben höchstwahrscheinlich sehr anders verlaufen...

"Blumen für ein Chamäleon" gibt zudem einen ungeschminkten Eindruck in den Alltag eines Top-Models. Neben den Oberflächlichkeiten im Beruf, die Valeska im Laufe der Zeit sehr nerven, konnte sie am Set aber auch wahre Freunde finden.

Fazit: Valeska Réon liefert eine unglaublich temporeiche, ergreifende und glücklich-gelagerte Autobiografie. Unbedingt lesen und genießen!

Infos zum Buch

Valeska Réon: Blumen für ein Chamäleon. Erlebnisse eines transsexuellen Models. Männerschwarm Verlag, Hamburg 2012. 240 Seiten. 16 €. ISBN: 978-3-86300-112-4.


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 JayjayAnonym
  • 16.06.2012, 18:36h
  • Liebe Redaktion, ihr wart doch in Trans*sachen auf dem Weg der Besserung, warum lasst ihr so einen trans*feindlichen Artikel wie diesen online gehen?
    Warum wird Valeska, wenn über ihre Jugend gesprochen wird, als "er" bezeichnet und der männliche Name benutzt? Sie sagt doch ausdrücklich, dass sie sich schon als Kind als Mädchen fühlte.
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#3 MarleneProfil
  • 17.06.2012, 13:38hBerlin
  • Was für eine Überraschung am Sonntagmorgen: ich habe den Roman vor zwei Tagen ausgelesen - und bin hin und weg davon. Wie schön, dass Ihr ihn hier nun vorstellt. Das Buch hält in jeder Hinsicht, was es verspricht, besonders die verschiedenen Biographien von Haupt- und Nebendarstellern sorgen für jede Menge Unterhaltung. Da die Geschichte autobiografisch ist weiß man: hier hat jemand viel er- und durchlebt. Als Leser fühlt man mit, man leidet mit, man freut sich mit. Eine routinierte Autorensprache (unter Pseudonym hat Valeska Réon ja bereits drei Ratgeber geschrieben) runden diesen gelungenen Cocktail ab.
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#4 alexMucEhemaliges Profil
  • 17.06.2012, 15:36h
  • Antwort auf #3 von Marlene
  • Riecht verdächtig nach Promotion für das Buch, wenn man sich, ausgerechnet heute, hier auf der Seite angemeldet hat und für das Buch schwärmt. Damit will ich das Buch, an sich, nicht kritisieren. Hübscher Münsterländer übrigens.
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#5 Anja_Nadine
  • 17.06.2012, 16:08h
  • Antwort auf #3 von Marlene
  • Die Gute scheint einen ganzen Haufen Psyeudonyme zu haben, denn im Internet ist unter dem Namen Valeska Réon weder etwas bezüglich ihrer doch angeblich so erfolgreichen Modelkarriere zu lesen, noch von der internationalen Privatdetektei, die unter ihrem Namen laufen soll.

    Dafür findet man aber Zuhauf Artikel und Angebote bezüglich ihres Buches...merkwürdig.
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#6 RedaktörAnonym
#7 antos
#9 Göring-EckardtAnonym
#10 Mr SpockAnonym