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  • 17.06.2012           1      Teilen:   |

Martin Böttcher: Leichte Muse und Winnetou

Stark: 85 Melodien, die deutsche Filmmusikgeschichte geschrieben haben - Quelle: Warner Music Entertainment
Stark: 85 Melodien, die deutsche Filmmusikgeschichte geschrieben haben (Bild: Warner Music Entertainment)

Einer der großen deutschen Easy-Listening- und Filmmusik-Meister wird 85. Eine Werkschau aus vier CDs lässt Böttcher hochleben.

Wer behauptet, noch nie etwas von ihm gehört zu haben, mag sich zwar als ehrliche Haut fühlen, irrt aber dennoch ganz gewaltig. Das wäre nämlich nicht weniger als das Eingeständnis, fünf Jahrzehnte deutscher Film- und Fernsehgeschichte entweder gänzlich verpasst oder aber mindestens ohne Ton erlebt zu haben. Sie nämlich hat wahrscheinlich kein anderer deutscher Komponist so geprägt wie Martin Böttcher.

Seine bekannteste Titelmelodie wird bestenfalls noch von jener Klaus Doldingers für den "Tatort" getoppt: 1963 schlossen, eingeleitet von Böttchers zeitloser Komposition, Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft. Und die Melodie können bis heute Enkel gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern nachsingen.

Fehler!Direktlink | Martin Böttcher - Old Shatterhand Melodie (Soundtrack) 1963
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Martin Böttcher schrieb auch die Musik für "Derrick" oder "Der Alte"

Böttchers bevorzugte Musikgattung war zunächst der Jazz, wo es ihm gelang, als Gitarrist zur Nummer 2 beim deutschen Jazz-Poll aufzusteigen - Quelle: Telefunken
Böttchers bevorzugte Musikgattung war zunächst der Jazz, wo es ihm gelang, als Gitarrist zur Nummer 2 beim deutschen Jazz-Poll aufzusteigen (Bild: Telefunken)

Am 17. Juni 2012 ist Martin Böttcher 85 Jahre alt geworden - Grund genug, den Senior für seine unvergesslichen wie zum Glück auch tatsächlich unvergessenen Arbeiten mit mehr als einer Medaille zu ehren. Und so würdigt Warner Music den Jubilar mit einer 4-CD-Box, deren Inhalt für viele Menschen einem Déjà-Vu gleichen dürfte. Hat doch Böttcher bereits Mitte der 1950er Jahre für Kinoknüller wie "Die Halbstarken" die Musik geschrieben und sich danach regelmäßig wieder in Erinnerung gebracht.

1960 schrieb er die Musik zur "Pension Schöller", ein Jahr später folgte mit "Der Fälscher von London" der erste von vielen Edgar-Wallace-Krimis, 1962 dann, noch vor "Winnetou", unterlegte Böttcher "Der Schatz im Silbersee" mit seiner Musik. 1968 ist "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" der letzte von 10 Karl-May-Verfilmungen mit seiner Musik, es folgen TV-Serien wie "Der Alte", "Derrick", "Sonderdezernat K1", Produktionen wie "Es muss nicht immer Kaviar sein" aus Zeiten, da 'muss' noch 'muß' geschrieben wurde, "Der Trotzkopf" und das "Forsthaus Falkenau". Böttchers letzte Arbeiten erfolgten für die TV-Serie "Pfarrer Braun", deren 20 Folgen zwischen 2003 und 2011 er mit Musik versah.

In seiner Anfangszeit arbeitete er auch mit James Last

"Winnetou" gehört zu seinen berühmtesten Filmmelodien, darüber hinaus schrieb Böttcher auch Lieder für Françoise Hardy, Romy Schneider, Peggy March oder Elisabeth Flickenschildt - Quelle: Polydor / Universal Music
"Winnetou" gehört zu seinen berühmtesten Filmmelodien, darüber hinaus schrieb Böttcher auch Lieder für Françoise Hardy, Romy Schneider, Peggy March oder Elisabeth Flickenschildt (Bild: Polydor / Universal Music)

Und dieses war ein Kurzdurchgang. Nebenher schrieb Böttcher Songs für Stars wie Hans Albers, Françoise Hardy, Elisabeth Flickenschild, Romy Schneider und Peggy March, komponierte die Musik für die Aufklärungsfilme von Oswald Kolle (auch wenn deren erste als "nicht unterkühlt genug" abgelehnt wurde) und nahm beinahe Jahr für Jahr Ehrungen für die Winnetou-Melodie entgegen. In seinen frühesten Bands hatte nicht nur Ernst Mosch, später Chef der "Original Egerländer", sondern auch ein gewisser Hans Last, seit langem besser bekannt als James, honorige Dienste geleistet.

Die 4-CD-Box "Die 85 größten Film- und TV-Melodien" vereint nun die Melodien Böttchers für die Karl May-Verfilmungen mit jenen, die er für viele andere Produktionen komponierte und addiert ihnen weitere Titel hinzu, die der Hörer vielleicht nicht sofort mit Erinnerungen verbindet. Ganz bestimmt aber mit dankbaren und freundlichen Gefühlen ihrem Schöpfer gegenüber. Martin Böttcher und der deutsche Film, das war und ist eine Liaison sonder Gleichen. (cw/pm)

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Tags: martin böttcher, easy listening, orchester, filmmusik, soundtrack
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Reaktionen zu "Martin Böttcher: Leichte Muse und Winnetou"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
19.06.2012
12:46:47


(0, 0 Vote)

Von Kalle200001


War der schwul oder warum steht das hier?


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