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Claudio Marchisio hätte kein Problem mit der Eh-Öffnung - in seinem Heimatland gibt es derzeit jedoch noch nicht einmal eingetragene Partnerschaften

Neue Töne aus der italienischen Fußball-Nationalmannschaft: Mittelfeldspieler Claudio Marchisio hat sich in einem Interview für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen.

Der 26-jährige Profi, der für das Spitzenteam Juventus Turin unter Vertrag steht, hat sich in der italienischen Ausgabe des Modemagazins "Vogue" als erster Nationalspieler für die Gleichstellung ausgesprochen: "Ich befürworte die Ehe von Menschen des gleichen Geschlechts", so Marchisio. Ein Coming-out sorge in der heutigen Gesellschaft "glücklicherweise" nur noch für wenig Aufregung. "Aber in einem Fußball-Trainingscamp können gleichgeschlechtliche Paare nicht Hand in Hand erscheinen. Das ist nicht fair."

Marchisio äußerte sich auch über die Frage der Gleichstellung im Adoptionsrecht. Er sagte, dass er "instinktiv" die traditionelle Familie bevorzuge. "Aber das ist eine komplizierte Frage. Und man kann nicht sagen, dass ein heterosexuelles Paar automatisch mehr Liebe geben kann", so Marchisio.

Homophobe Töne aus Italien


Antonio Cassano hat sich in einer Pressekonferenz über "Schwuchteln" ausgelassen (Bild: Wiki Commons / Roberto Vicario / CC-BY-SA-2.0)

In den letzten Jahren haben italienische Profi-Fußballer immer wieder durch homophobe Äußerungen für Aufregung gesorgt. Zu Beginn der Fußball-EM hatte Nationalstürmer Antonio Cassano etwa sichtlich überrascht auf die Frage eines Journalisten erklärt, er hoffe, dass es keine "Schwuchteln" im italienischen Team gebe (queer.de berichtete). Später entschuldigte sich der Spieler für die Aussage.

Marchisio bezeichnete im "Vogue"-Interview die Äußerungen seines 29-jährigen Mitspieler als spätjungendlichen Leichtsinn: "Manchmal sagt er naive Dinge. Man hat ein Eindruck, dass er nicht erwachsen werden will", so Marchisio. In Wahrheit sei Cassano "ein guter Mensch".

Die italienische Nationalmannschaft hat sich am Montagabend mit einem 2:0-Sieg gegen die Republik Irland für das Viertelfinale der EM qualifiziert. Cassano brachte mit dem ersten Treffer in der 35. Minute sein Team auf die Siegerstraße. Die Italiener müssen nun am Sonntag gegen den Sieger der Gruppe D antreten (Frankreich, England oder die Ukraine). (dk)



#1 Thorsten1Profil
  • 19.06.2012, 11:20hBerlin
  • Solche Äußerungen von italienischen Prominenten sind extrem wichtig, denn bisher ist Italien das homophobste und schwulenfeindlichste Land West-Europas.
    Wie homophob Italiener sind, kann jeder selbst hier in Deutschland ganz schnell testen, wenn er sich einmal probeweise in einem italienischen Restaurant emanzipiert-schwul verhält.
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#2 scusiAnonym
  • 19.06.2012, 12:56h
  • Antwort auf #1 von Thorsten1
  • ...mal schnell wieder alle Italiener in einen Topf werfen und selbst die Vorurteile zum Besten geben?
    Bisher hatte ich weder in Rom noch bei diversen Italienern in Berlin Probleme damit, mich offen mit meinem Freund zu zeigen.
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#3 JoelAnonym
#4 eMANcipationEhemaliges Profil
#5 JoelAnonym
#6 vulkansturmAnonym
  • 19.06.2012, 14:06h
  • Antwort auf #5 von Joel
  • Auch Bayern ist oft toleranter als man meint.
    Man erinnere sich nur an den offen schwulen Bürgermeister von Bodenmais, der mittlerweile sogar zum Landrat gewählt wurde. Also bitte keine intolerante vorurteilsbeladene Klischees über die angeblichen Vorurteile und die angebliche Intoleranz
    in bayrischen Dörfern.
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#7 JoelAnonym
  • 19.06.2012, 14:23h
  • Antwort auf #6 von vulkansturm
  • Ich lebe in Bayern. Und außer Bodenmais gibt es auch noch etwas anderes. Wir haben zum Beispiel in Bayern Seehofer, Söder, Haderthauer, Norbert Geis, Dobrindt, etc., nicht zu vergessen Gauweiler! Die Verpartnerung war in Bayern erst einmal jahrelang beim Notar, die Herrschaften sind gegen die Gleichstellung im Ehegattensplitting... stundenlang könnte man hier fortfahren, wie hinterweltlerisch Bayern ist - und vorallem wie bigott. In München gibt es einen Ude, Außnahmen gibt es immer, auch in Bodenmais. Aber durchschnittlich ist es in Bayern intoleranter als zum Beispiel in NRW. Wir haben ja auch die besondere Nähe zu dem Papst.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.06.2012, 14:29h
  • Marchisio ist einer der wenigen, die offen über das Thema Homoehe positiv sprechen und ist damit im Gegensatz zu seinem Mannschaftskollegen Antonio Cassano wesentlich toleranter!
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#9 die HaselnussAnonym
  • 19.06.2012, 14:53h
  • Sexy gebräunt - aber auch die Zähne? Nun ja, wenigstens kommt was Anständiges aus dem Mund raus. Die Zähne von dem anderen will ich lieber nicht sehen, bei der Sch***e die er labert ...
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#10 MarekAnonym
  • 19.06.2012, 15:23h
  • Im extrem reaktionären Italien, wo der Vatikan nicht umsonst seinen Sitz hat, sind solche Äußerungen Gold wert.
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