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Zum ersten Mal soll es richtig bunt werden in Auxerre

Die Stadtverwaltung wollte den ersten CSD in Auxerre schon untersagen, weil sie nach Drohungen des rechtsradikalen "Front National" nicht für die Sicherheit garantieren könne - erst einen Tag vor dem Event gab die Kleinstadt ihr OK.

Von Carsten Weidemann

Die Stadt Auxerre in der Region Burgund zählt gerade mal 40.000 Einwohner. In diesem Jahr sollte hier erstmals ein CSD stattfinden, doch eine Weile lang sah es so aus, als drohten russische Verhältnisse: Der Regionalchef der Le-Pen-Partei "Front National", Richard Jacob, kündigte jedoch bereits im März Widerstand an: "Wir werden nicht akzeptieren, dass so etwas hier stattfindet". Wenn nötig, werde man sich auch "körperlich" gegen das Festival wehren, erklärte der Rechtsextremist. Auxerre sei die Stadt der Kathedrale oder "großartiger Männer" wie dem Physiologen Paul Bert - der CSD würde dagegen das Image der Stadt in den Schmutz ziehen, so Jacob.

Die Drohung wirkte zunächst: Am Mittwoch hatte die Stadtverwaltung den CSD-Organisatoren zunächst erklärt, sie wolle die Parade nicht erlauben. In einer E-Mail machte die Behörde "technische Gründe" dafür verantwortlich - etwa, dass sie nicht genügend Polizisten mobilisieren könnte, um die "öffentliche Sicherheit" zu garantieren.

Rückzieher 24 Studen vor CSD

Nach Protesten in der französischen Szene machte die Stadt allerdings am Freitag einen Rückzieher, berichtet das Szenemagazin "Têtu". Besonders dem Einsatz der nationalen Homo-Gruppe "Interpride France" sei es zu verdanken, dass die Stadt ihre Meinung geändert hat. Die Organisatoren kündigten an, aus aktuellem Anlass den CSD besonders politisch gestalten zu wollen. Er steht nun unter dem Motto "2012: Gleichstellung jetzt!".

In Frankreich ist das Thema Homo-Rechte derzeit in aller Munde, weil die der neue Präsident François Hollande und seine sozialistische Partei im Wahlkampf die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben versprochen haben. Zuletzt kündigte die Regierungssprecherin an, dass ein Gesetzentwurf bis spätestens Frühjahr 2013 in die Nationalversammlung eingebracht werden solle (queer.de berichtete). Frankreich wäre der neunte Staat in Europa, der Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellt.

Während der Präsidentschaftswahl versuchte Nicolas Sarkozy seine konservative Stammklientel und Wähler des "Front National" hinter sich zu bringen, als er erklärte, die Gleichstellung im Eherecht würde die heterosexuelle Ehe "untergraben" (queer.de berichtete).



#1 erererEhemaliges Profil
  • 23.06.2012, 17:02h
  • So etwas kannte ich personlich hier, in Litauen,- in noch extremerer Form. Ich hoffe, das bleibt aber nur eine Ausnahme - ware es doch hochst ironisch, dass im Land, das nur einige Monate vor der Ehe-Offnung steht, da und hier noch osteuropaische Verhaltnisse gelten. Wichtig ist aber, dass auch nach dem historischen - fur das ganze Europa - Sieg franzosische lgbt-Vereine wachsam und aktiv bleiben. Alles andere ware ein grosses Fehler. In diesem Sinne - danke, Auxerre, fur deinen bitteren Rat!
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#2 lucdfProfil
  • 23.06.2012, 20:13hköln
  • Das zeigt, dass auch in einem relativ liberalen Land wie Frankreich Homophobie immer noch aktuell ist. Der Kampf geht weiter. Die Front National wird massgeblich von christlichen Konservativen beeinflusst, deren Motto nicht unbedingt Nächstenliebe sein soll. lol
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.06.2012, 20:44h
  • Gut, daß der braune Pöbel um die Le-Pen-Trulla in Auxerre den CSD nicht verhindern konnte! Touché!
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#4 sanscapote
#5 sanscapote
  • 24.06.2012, 10:54h
  • Der erste Link bringt stets die aktuellen Nachrichten.

    Um das Video anzusehen im ersten Link auf "Vidéo" klicken und falls es sich nicht zeigt auf: "marche des fiertes"(fiertés).
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#6 brandweiteAnonym
  • 24.06.2012, 17:09h
  • "Während der Präsidentschaftswahl versuchte Nicolas Sarkozy seine konservative Stammklientel und Wähler des "Front National" hinter sich zu bringen..."

    Klar, er ließ keine Methode aus. Nie. Am 16.06.12 endete seine Immunität.

    Hinterbliebene, denen man einen "islamistischen" Terroranschlag vorgaukelte, können wieder hoffen:

    "Vorwürfe gegen Sarkozy wegen Terroranschlag von Karachi"

    derstandard.at/1289608255478/Vorwuerfe-gegen-Sarkozy-wegen-T
    erroranschlag-von-Karachi


    Sarko droht auch die Anklage in zwei anderen Fällen. So will die Staatsanwaltschaft die Erklärungen über die Finanzierung seines Wahlkampfes vom ehemaligen lybischen Führer Muammar al-Gadaffi prüfen.
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#7 sanscapote
#8 FelixAnonym
  • 24.06.2012, 20:20h
  • Man darf vor Rechtsextremen niemals klein beigeben. Denn dann erarbeiten die sich Schritt für Schritt mehr Einfluss.
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