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  • 24. Juni 2012, noch kein Kommentar

Das Album ist eine Kollektion von weniger bekannten Songs aus den Siebzigern, die alle von Männern gesungen wurden

Ihr neues Album "Boys Don't Cry" ist eine Kollektion von Liedern aus den Siebzigern, die alle von Männern gesungen wurden.

Von Carsten Weidemann

"Boys Don't Cry" erinnert an außergewöhnliche Persönlichkeiten, die in ihrer eigenen Zeit zwar hoch geschätzt wurden, für die aber eine Ehrung in jüngerer Zeit längst überfällig war. In Rumer haben sie eine ungewöhnliche Meisterin gefunden, deren Fans ihr erzählten, dass sie seit Jahren keine CD mehr gekauft hatten, oder - in anderen Fällen - niemals gedacht hätten, dass sie sich ein Album wie "Seasons Of My Soul" zulegen würden. Oder, wie ein Kritiker es ausdrückte: "Rumer macht den Mainstream zu einem ernstzunehmenden Ort, an dem man sich gut aufhalten kann." Für Rumer verstärkte die Aufmerksamkeit, die sie erlangte, das Bedürfnis, ihr lang gehegtes Projekt in die Welt zu bekommen: "Der Gedanke, dass Jimmy Webbs P.F. Sloan im Jahre 2012 vielleicht im Radio laufen wird, ist so cool."

Das Album ist eine Kollektion von weniger bekannten Songs aus den Siebzigern, die im Übrigen alle von Männern gesungen wurden. "Ich liebe Songwriter einfach", erklärt Rumer. "Ich fühle mich eher wie ein Schauspieler oder ein Maler, wenn ich mich ihren Werken nähere. So, als würde ich den Charakter der Menschen dahinter suchen."

Wiederentdeckte Songs von Leon Russell, Isaac Hayes und Bob Marley


Sarah Joyce ist Rumer: Die Wahl ihres Künstlernamens war inspiriert durch die britische Autorin Rumer Godden

Und die Gruppe der Persönlichkeiten auf dem Album ist durchaus bemerkenswert, reicht sie doch von Todd Rundgren, Townes van Zandt, Ronnie Lane & Ronnie Wood bis zu Tim Hardin. Selbst die besser bekannten Künstler - Leon Russell, Isaac Hayes, Bob Marley - haben fast vergessene Songs zu bieten, die es wiederzuentdecken und neu zu erfinden gilt. ?Die Songs klingen am Ende nicht immer wie die Originale, aber sie sind emotionale Eindrücke von ihnen", so Rumer , die mit Hilfe ihrer Intuition und einer Mischung aus Nähe und Distanz eine ganze Generation vergessener Songs in ein neues Licht stellt.

Es ist der mysteriöse P.F. Sloan selbst, der die wahre Bedeutung von Boys Don't Cry erschließen lässt. Sloan war ein berühmter Songwriter in den Sechzigern. Er schrieb unter anderem Barry McGuires Eve Of Destruction und komponierte das Riff, das zu California Dreaming von den Mamas & The Papas wurde. Sloan warf das alles hin, um sein Material selbst zu singen und nahm ein Soloalbum auf, das sich überhaupt nicht verkaufte. Er verschwand schließlich in der Bedeutungslosigkeit und wurde nur durch Jimmy Webbs P.F. Sloan in Erinnerung behalten: Ein bittersüßer Tribut eines Songwriters an einen anderen, der den Preis des echten Künstlerdaseins zur Sprache brachte. "Es ist ein Song über die großen Songwriter, die in Vergessenheit geraten sind oder zu Nebenjobs in einer Musikindustrie getrieben wurden, die auf bloße Verkäufe abzielen" resümiert Rumer . "Ich denke, PF Sloan fasst das ganze Album zusammen. Es geht darum, diesen Pfadfindern der Musik Respekt zu erweisen."

Direktlink | Das offizielle Video zu "P.F. Sloan"