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Kajol, links in männlicher Kleidung bei der Gerichtsverhandlung, rechts bei einem Auftritt

In Malaysia ist eine beliebte transsexuelle Sängerin von einem islamischen Gericht verurteilt worden, weil sie sich zu weiblich kleide und verhalte.

Die Sängerin Kajol (bürgerlich: Haffiz Jeffri) muss einem Bericht der staatlichen malaiischen Zeitung "The Star" zufolge eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Ringgit (250 Euro) zahlen. Sie war zum Verfahren in Kuala Lumpur in männlicher Kleidung und einer traditionellen männlichen Gebetsmütze (Takke) erschienen. Ihr Verhalten habe sie "bereut", heißt es in dem Artikel. Sie habe ferner erklärt, dass sie seltener auftreten werde.

Die islamische Rechtsprechung existiert in Malaysia parallel neben den zivilen Gerichten. Sie ist ausschließlich für Muslime verantwortlich, die rund zwei Drittel der Bevölkerung ausmachen. Da in Malaysia ein Austritt aus dem Islam verboten ist, sind die Entscheidungen für alle Menschen bindend, die in diese Religion hineingeboren wurden. Diese Gerichte können nicht von staatlichen Stellen, wie dem Justizminister, beeinflusst werden. Sie haben allerdings nur begrenzte Rechte: Maximal können Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder bis zu sechs Peitschenhiebe ausgesprochen werden.

Homo- und Transsexuelle werden auch im Zivilrecht verfolgt: Auf einvernehmliche Homosexualität steht derzeit eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren oder Auspeitschung. Transsexuelle können zudem wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet werden. Homo- oder Transsexuellen ist es auch verboten, im staatlichen Fernsehen aufzutreten. In den letzten Monaten haben die Behörden die Daumenschrauben angezogen: So erklärte ein Gericht vor wenigen Monaten das Verbot eines schwul-lesbischen Festivals für rechtens (queer.de berichtete). Selbst der stellvertretende Ministerpräsident hat erklärt, dass das Festival "unmoralisch" sei und sich die Organisatoren nicht auf die in der Verfassung garantierte freie Meinungsäußerung berufen könnten.

Für internationale Kritik sorgte das Verfahren gegen den Oppositionsführer Anwar Ibrahim. Ihm wurde vor einer entscheidenden Wahl 2008 vorgeworfen, einen Mitarbeiter zum Analsex gezwungen zu haben (queer.de berichtete). Internationale Beobachter glaubten, die Regierung wollte sich auf diese Weise eines wichtigen Gegenspielers entledigen. Anwar wurde schließlich im Januar 2012 freigesprochen (queer.de berichtete). (dk)



#1 sanscapote
  • 26.06.2012, 05:46h
  • Jedes Wort gegenueber diesen Schurkenstaaten ist zu viel!!!

    Wenn die Industrie Wirtschaft Politik helle waere, wuerde sie bei diesen Staaten bei denen sie fuer sich arbeiten lassen (Kokosplantagen fuer Waschmittel, z.B.) und politische Beziehungen, wuerde sie im Sinne der Menschenrechte die Daumenschrauben anlegen und allmaehlich bis zum Blut zudrehen.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.06.2012, 09:02h
  • Wieder ein Beispiel dafür, daß in einem Staat wie Malaysia Menschenrechte nicht viel zählen!
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#3 userer