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Teilnehmer der Demonstration in Istanbul

Eine Trans-Pride-Parade wurde am Sonntag in Istanbul von islamistischen Nationalisten attackiert - die Polizei verhinderte Übergriffe.

Tausende Transsexuelle und deren Unterstützer nahmen an der von Pride Istanbul organisierten dritten Trans-Parade teil. Wie die Tageszeitung "Hürriyet" berichtet, bewarfen Mitglieder der Jugendorganisation Alperen Ocakları die Aktivisten am Taksim-Platz mit Steinen und Flaschen. Die Polizei konnte die Angreifer jedoch zurückdrängen, es wurden keine ernsthaften Verletzungen gemeldet.

Alperen Ocakları ist die Nachwuchsorganisation der religiös-nationalistischen Splitterpartei Büyük Birlik Partisi (Partei der Großen Einheit). Die BBP kam bei den letzten Parlamentswahlen 2011 auf einen Stimmenanteil von 0,8 Prozent - sie gehört zu den radikalsten Parteien in der Türkei und wird etwa vom Düsseldorfer Islamwissenschaftler Michael Kiefer mit der deutschen NPD verglichen.

"Faschisten mit türkischen Fahnen"

Trans-Aktivist Kemal Ördek lobte den Einsatz der Polizei: "Glücklicherweise wurde niemand verletzt, weil sich die Einsatzkräfte sofort zwischen die beiden Gruppen stellten." Die "Faschisten mit türkischen Fahnen" hätten die Parade-Teilnehmer jedoch weiterhin beleidigt und bedroht. So skandierten die Rechtsextremisten unter anderem: "Die einzige Fahne, die hier erlaubt ist, ist die türkische - und nicht dieses Stück Stoff" - sie zeigten dabei auf die vielen Regenbogenflaggen, die von den Trans-Pride-Teilnehmern mitgeführt wurden.

Auf dem Papier sieht die Lage für sexuelle Minderheiten in der Türkei positiver aus als in vielen Nachbarstaaten: Transsexuelle haben das Recht auf geschlechtsanpassende Operationen, Homosexualität wurde sogar bereits 1858 legalisiert. Allerdings wird immer wieder von transphoben oder homophoben Übergriffen berichtet. Des weiteren ist die Türkei das einzige Nato-Mitgliedsland, das Schwule und Lesben nur wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Militärdienst ausschließt. Homo-Paare genießen keinerlei rechtlichen Schutz und Antidiskriminierungsgesetze sind unbekannt. Das Europäische Parlament hat erst im April den Beitrittskandidaten Türkei für seine Politik gegenüber sexuellen Minderheiten scharf kritisiert: So bedauert das Europaparlament "die regelmäßige Verfolgung von LGBT", die mit Gummiparagrafen über "unmoralisches Verhalten" drangsaliert werden würden (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Friedliche Szenen der Demonstration


#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.06.2012, 22:25h
  • Es sind immer wieder Faschisten und die religiösen Fundamentalisten, die negativ auffallen müssen! In diesem Fall haben die türkischen Sicherheitskräfte richtig gehandelt und gegen den homophoben Mob entschlossen gehandelt!
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#3 nochAnonym
  • 26.06.2012, 22:45h
  • "Büyük Birlik Partisi (Partei der Großen Einheit)."

    "Sie betrachtet sich laut eigener Website als wahre Erbin der nationalistischen MHP [Graue Wölfe] und fühlt sich als Teil der türkischen „Idealisten“-Bewegung, aus deren Reihen der Vorsitzende Yazıcıoğlu hervorging."
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