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  • 22. September 2004, noch kein Kommentar

Ein Wochenende in der größten Stadt der Schweiz: Wir verraten die besten Tipps für Szene und Erholung.

Von Roberto La Pietra (Text und Fotos)

Nicht zu unrecht sahnt Zürich immer wieder Auszeichnungen als lebenswerteste Stadt der Welt ab. Wer regelmäßig solche Lorbeeren erntet und soviel internationales Renommé besitzt, der muss seinen Bewohnern und Besuchern schon was zu bieten haben.

Da wäre zum Beispiel der hohe Freizeitwert der Metropole. Einen See direkt vor der Haustür zu haben – wer kann das schon von sich behaupten? An klaren Tagen bietet er einen wunderschönen Anblick, besonders dann, wenn man sich mit der Polybahn vom Central aus in wenigen Minuten auf die Terrasse der Elite-Uni ETH begibt oder sich eine Bank auf dem Lindenhof am linken Ufer der Limmat schnappt. Der Fluss, der aus dem Zürichsee nordwärts heraus fließt und sich durch die Alpenstadt schlängelt, rühmt sich einer solch hohen Wasserqualität, dass man im Sommer einfach zur Erfrischung hineinspringen kann.

Wer das kühle Nass lieber von außen betrachtet, lässt sich in den Sommer- und frühen Herbstmonaten in einem der unzähligen Cafés und Restaurants nieder. Gastronomische Einrichtungen besitzt die Schweizer Stadt in Hülle und Fülle. Gemessen an der relativ kleinen Einwohnerzahl von rund 400.000 verfügt Zürich eine überwältigende Kneipen-Dichte vor allem rund um die Altstadt auf der rechten Flussseite. Egal ob gay oder hetero, traditionell oder modern, schicki-micki oder alternativ: das Ausgeh-Angebot dieses Viertels bietet für jeden Geschmack eine reiche Auswahl. Für die schwule Besucherschaft ist zum Beispiel das Cranberry zu empfehlen – mit einer hellen Bar im Erdgeschoß und einer kuscheligen Lounge im ersten Stock.

An wärmeren Tagen sind das Café Rathaus und die Lobby-Bar beliebt. Beide bieten Sitzgelegenheiten draußen an und die Lobby-Bar Decken für diejenigen, denen es zu frisch wird. Recht nett ist auch das Bistro Marion, wenn auch nicht explizit schwul – hier lässt es sich für Züricher Verhältnisse recht günstig speisen.

Traditionell, doch wie verwandelt, ist der "Barfüsser". Er rühmt sich, eine der ältesten Gay-Bars Europas zu sein und sah seine Anfänge vor vielen Jahrzehnten als Lederbar. Heute ist daraus eine hippe und angesagte Sushi-Bar geworden, deren Preisniveau allerdings ganz bestimmt nicht mehr auf dem der Anfangszeit liegt. Wer sich in einem Literaten-Café wohl fühlt, sollte das Odéon nicht verpassen. Es liegt zentral am Limmat-Quai, fällt durch die klassische Ausstattung mit Kronleuchtern auf und zeugt von Geschichte. Schriftsteller-Größen wie Max Frisch, James Joyce oder Kurt Tucholsky haben hier schon ihren Kaffee geschlürft. Auch das Odéon ist nicht ausdrücklich schwul, dennoch in der Szene sehr beliebt.

Aber da sich in dieser Stadt lang nicht alles nur um dieses Thema dreht, seien noch einige Ausflugsziele erwähnt: Wer Zürich für ein paar Stunden entfliehen möchte, kann beispielsweise auf den 900 Meter hohen Uetliberg fahren. Bei klarem Wetter, wie zum Beispiel bei Fön, genießt man hier neben einem tollen Blick auf die Stadt auch die Ansicht auf ein imposantes Alpenpanorama. Bodenständiger, dafür nasser ist ein Ausflug zum Rheinfall, Europas größtem Wasserfall, der etwa 50 Kilometer von Zürich entfernt ist. Schiffe bringen einen hautnah heran an das tosende Wasser.

Wer Lust auf eine Reise nach Zürich hat, fliegt zum Beispiel mit Lufthansa, Swiss oder Air Berlin, ab Köln gelangt man günstig mit Germanwings dorthin. Der Flughafen Kloten ist per S-Bahn perfekt an die Innenstadt angebunden. Züge fahren von mehreren deutschen Städten direkt in die Schweiz-Metropole, ab Stuttgart sogar der ICE. Vom Hauptbahnhof stolpert man sozusagen direkt ins Zentrum.