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Hat auch die homosexuellen Sünder lieb: Erzbischof Rainer Maria Woelki (Bild: Wiki Commons / Membeth / CC-Zero)

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki geht weiter auf schwul-lesbische Gläubige zu – auch wenn er deren "Lebensentwurf" nicht teilen kann.

Von Carsten Weidemann

Einst galt Rainer Maria Woelki als Hardliner und Opus-Dei-Freund, doch seit seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof im Januar 2012 geht der 55-Jährige auf Schmusekurs zu seinen gleichgeschlechtlichen Schäfchen.

In einem am Donnerstag in der Wochenzeitung "Die Zeit" erschienenden Interview warnte Woelki vor einer pauschalen Verurteilung von Homosexuellen. Der katholische Katechismus mahne, dass Schwule und Lesben nicht "in ungerechter Weise zurückgesetzt" werden dürften, so der Kardinal: "Wenn ich das ernst nehme, darf ich in homosexuellen Beziehungen nicht ausschließlich den Verstoß gegen das natürliche Gesetz sehen. Ich versuche auch wahrzunehmen, dass da Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen, sich Treue versprochen haben und füreinander sorgen wollen, auch wenn ich einen solchen Lebensentwurf nicht teilen kann."

Woelki kritisiert "falschen Perfektionismus" der Kirche

Die Lehre der Kirche müsse zwar beachtet werden, so Woelki, andererseits gelte es zugleich praktikable Wege zum Wohl der Menschen zu finden. "Heute leiden wir kirchlicherseits vielleicht manchmal an einem falschen Perfektionismus", meinte der Erzbischof. "Für mich sind auch die kritischen Geister zunächst einmal Christen, die ihre Kirche lieben und sich Sorgen machen", sagte Woelki in dem "Zeit"-Interview. Sie litten an der Kirche oder an manchen Positionen. "Aber sie sind in der Kirche, und sie ringen um ihre Kirche."

Noch in seiner Zeit als Weihbischof in Köln hatte Woelki Homosexualität als "Verstoß gegen die Schöpfungsordnung" verdammt und einem Mann die Diakonatsweihe nur deshalb verweigert, weil der acht Jahre zuvor in einem Aufklärungsbuch den ketzerischen Satz "Es gibt auch Männer, die Männer lieben" veröffentlicht hatte (queer.de berichtete).

Doch bereits kurz nach seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof traf sich Woelki mit Vertretern des Lesben- und Schwulenverbands zum Kaffeeklatsch (queer.de berichtete). In einem Fernsehinterview räumte er ein, ein Homosexueller sei wie jeder andere "ein Mensch, der liebenswert ist, ein Ebenbild Gottes" (queer.de berichtete). Im vergangenen Monat stellte der Erzbischof auf dem Katholikentag in Mannheim sogar eine liberalere Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homo-Paaren in Aussicht (queer.de berichtete).



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Thorsten1Profil
  • 28.06.2012, 07:57hBerlin
  • Woelki hat erkannt, dass er in Berlin keinen Fuß an den Boden bekommen würde, wenn er gegen Schwule und Lesben wettern würde, da in dieser Stadt einfach zu viele Politiker und andere Prominente offen schwul sind. Er hat erkannt, dass es kulturelle Strömungen gibt, die sich nicht mehr zurück drehen lassen. Schwule und Lesben sind ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, also auch mitten in der Volkskirche. Für schwule Katholiken bedeutet dies, das sie sich in Berlin angenommen fühlen können, besonders dann, wenn sie bestimmte katholische Kirchengemeinden besuchen und konservativere Kirchengemeinden, die es in Berlin auch gibt, meiden. Sie sollten, ganz in alter Tradition, nicht ständig nach Rom blicken, denn dort muss man über Homosexualität anders reden, weil man eine Weltkirche von über 1,3 Millarden Menschen zusammenhalten muss. Das Bistum Berlin ist ihre Kirche, mit der sie sich langsam, dank sei Kardinal Woelki, auch als offen schwul oder lesbisch lebende Katholiken identifizieren können.
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#2 kirchenfeindlichAnonym
  • 28.06.2012, 08:26h
  • Antwort auf #1 von Thorsten1
  • @Thorsten1:

    Fragst mal den Woelki wozu (zu welchem Zweck) er auf einmal so daherredet, wenn er den "Lebensentwurf" der Schwulen nicht begreifen, verstehen, mitfuehlen, akzeptieren, usw.usw.usw.

    darf, will, kann?

    Ein Kirchenprediger laesst einen Furz und schon stehen die Schaefchen dahinter und fangen an zu schnueffeln.

    Aber seine Schaefchen sollen Woelkis Lebensentwurf akzeptieren!!!

    Woelki kann sich mit seiner Arroganz und seinem Hochmut verpissen.

    Freunde glaubt diesem Erzgauner kein Wort. Nichts ist ehrlich gemeint!
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.06.2012, 08:59h
  • Der Sinneswandel von Eminenz ist mir schon etwas suspekt! Trotzdem werden wir ihm nämlich genau auf seine Patschehändchen schauen, denn gerade die Katholische Kirche darf sich anhand der vielen Mißbrauchsskandale nicht so weit aus dem Fenster lehnen und: Homophobie ist heilbar!
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#4 stromboliProfil
  • 28.06.2012, 09:02hberlin
  • Antwort auf #2 von kirchenfeindlich
  • der mann geht den weg unserer evangelischen hauspredigerin..." begreifen, verstehen, mitfuehlen, akzeptieren".. alles attribute, die den eigentlichen kern ihrer wertung verkleistern: zweitrangigkeit!

    @Thorsten1, es bleibt die frage: ist kulturelle strömung genügend an schutz und verbindlichkeit, die eine wirkliche angleichung sexueller handlungen ermöglicht? Was wenn dei "strömung" wieder zugunsten kirche kippt?
    Wo wird ein im opus dei geschulter dann stehen?
    Der wolf frisst kreide, bevor er an der tür der drei kleinen schweinchen klopft..
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#5 chantalAnonym
  • 28.06.2012, 09:12h

  • Genau, nicht dass den dauerempörten aus der betroffenheitsindustrie noch ihr liebstes feindbild abhanden kommt. es suhlt sich doch so schön!
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#6 LumerinAnonym
#7 kirchenfeindlichAnonym
#8 MariusAnonym
  • 28.06.2012, 09:48h
  • Ein Wolf im Schafspelz, der Kreide gefressen hat.

    Der Grund ist klar: der katholischen Kirche laufen gerade in Deutschland massiv die Mitglieder davon. Und da denen ihre Macht und ihr Einkommen über alles gehen (selbst über die eigenen Haas-Prinzipien) geben die sich dann plötzlich ganz zahm, um den Mitgliederschwund zu stoppen.

    Aber in schönen Reden kann man viel sagen. Das reale Handeln ist das, was zählt.

    Und ist Woelki etwa für die volle Gleichstellung (inkl. Eheöffnung, Adoptionsrecht, Art. 3 GG, etc.)? NEIN!

    Und sobald der Mitgliederschwund gestoppt ist, sprechen die wieder ganz anders.

    Das ist reine Taktik! Wir mussten ja leider immer wieder erleben, wie die katholische Kirche sich für keine taktische Finesse zu schade ist. Wer darauf reinfällt, wird ein böses Erwachen erleben!
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#9 JoelAnonym
#10 JoelAnonym
  • 28.06.2012, 10:04h
  • "...doch seit seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof im Januar 2012 geht der 55-Jährige auf Schmusekurs zu seinen gleichgeschlechtlichen Schäfchen...."

    Der möchte jetzt auch mal kuscheln. Er hat es sich nun schon so lange verkniffen, jetzt will er auch mal rangenommen werden. Aber wer nimmt den?
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