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Keine Regenbogenfahnen und Sicherheitsschleusen bei den 14. Eurogames

Die 14. Eurogames haben in Budapest begonnen. Ganz unbeschwert können die schwul-lesbischen Sportlerinnen nicht in den Wettkampf gehen.

Von Carsten Weidemann

Mit Witz und Sportsgeist hatten die Veranstalter der 14. Eurogames weltweit für den Austragungsort Budapest geworben. In einem professionellen Werbevideo hatten sie die fiktive Fluglinie "Fresh Airline" für Schwule und Lesben abheben lassen (queer.de berichtete) die das bunte Leben in die ungarische Hauptstadt bringen sollte. Am 27. Juni haben die Wettkämpfe begonnen und die Angst spielt mit. Man befürchtet Anschläge von Rechtsradikalen.

"Die Jagdsaison hat begonnen". Mit diesen markigen Worten machten Rechte auf Websites Stimmung gegen die Games, die sie abfällig als "Schwuchtel-Olympiade" abtun (Im ungarischen: "Buzilimpia", wobei "buzi" das Schimpfwort für "schwul" ist). Facebook-Fotos und die Namen von den Eurogames-Veranstaltern wurden dazu veröffentlicht. Beim Gay Pride 2011 konnte die Parade nur dank des umfangreichen Polizeischutzes stattfinden. Rechte Gegendemonstranten beschimpften die CSD-Teilnehmer. Es ist auch noch nicht allzu lange her, dass an dem Veranstaltungsort der Wahl zum Mr. Gay ein Brandsatz gegen die Tür geworfen worden ist. Es besteht also ein konkretes Sicherheitsrisiko, was bei der Polizei zunächst zur Urlaubssperre geführt hat.

Die Bedrohung durch Rechte ist real, die Stimmung bei den Eurogames bleibt gut

Besucher der Games berichten, dass die Veranstalter vieles tun, um möglichst wenig aufzufallen und sich möglichst gut zu schützen. So gäbe es nur wenige Beschilderungen, die den Weg zu den Austragungsorten der Wettkämpfe zeigen, und kaum Regenbogenflaggen. Das Eurogames-Village ist von einem Zaun umgeben. Wer hinein will, muss einen Teilnehmerausweis haben und eine Sicherheitsschleuse passieren.

Die Stimmung unter den rund 3800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie bei den Besuchern der Szenebars sei nach wie vor gut. Vorfälle hat es bislang keine gegeben, und man hofft auf ein friedliches Ende der Sportveranstaltung, die direkt in den nächsten Budapester CSD münden wird. Die ungarischen Polizisten müssen noch ein wenig weiter warten, bis sie in die Ferien dürfen.



#1 MattisAnonym
  • 28.06.2012, 19:07h
  • Und sowas ist in der EU!

    Die vorschnelle EU-Ost-Erweiterung hat die EU handlungsunfähig gemacht und die homofreundliche EU-Verfassung dauerhaft verhindert.

    Wenn überhaupt, hätte die Ost-Erweiterung erst nach der EU-Verfassung kommen dürfen.

    Das wird der EU noch das Genick brechen.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.06.2012, 19:21h
  • Bleibt zu hoffen, daß die Wettkämpfe ohne böse Zwischenfälle über die Bühne gehen.
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#3 -hw-Anonym
  • 28.06.2012, 20:13h
  • Die "Faust" der rechtsradikalen, antisemitischen ungarischen Jobbik-Partei, entdeckt seine jüdische Herkunft

    "Der Politiker heißt Csanád Szegedi, seine Partei, Jobbik, sorgt als rechtsradikale Partei Ungarns für übelste Denunzierungen von Roma, Schwulen, Lesben und Juden."

    www.heise.de/tp/blogs/6/152293
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#4 erererEhemaliges Profil
  • 28.06.2012, 23:06h
  • Bei uns in Litauen wurde es niemanden solche Ausserungen erstaunen, am wenigsten aus den Lippen eines Politikers. Ja, schlimmer gehts immer...
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#5 Roman BolligerAnonym
  • 30.06.2012, 08:35h
  • Die ungarische Regierung und ihre Wähler machen das heutige Ungarn zu einem der auffälligsten, schwärzesten Schandflecke dieses Kontinents. Ein solches Ungarn, unzivilisiert und barbarisch, passt nicht nach Westeuropa, sondern ist eher mit Uganda vergleichbar.
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#6 LarsAnonym
  • 30.06.2012, 18:52h
  • Aus Budapest kann ich nun berichten, dass die Sicherheitsmaßnahmen irre restriktiv sind. Darum haben sich die Veranstalter sehr gut gekümmert, leider fühlt man sich dadurch nicht sehr willkommen. Aber bisher konnte ich zum Glück gar keine negativen Erfahrungen sammeln. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall.

    Und die Rechten (auch die in diesem Forum ;-) ) können mich mal.
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