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  • 01.07.2012           30      Teilen:   |
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Medienwatch

Ingo Zamperoni, der lächelnde Anchorman, muss bleiben!

Der 38-Jährige macht eine gute Figur im Studio - Quelle: ARD: / NDR
Der 38-Jährige macht eine gute Figur im Studio (Bild: ARD: / NDR)

Als Vertretung bei den Tagesthemen erstrahlt das Lächeln von Ingo Zamperoni jetzt früher als sonst. Christian Scheuß fordert: Er soll dort dauerhaft moderieren. Weil es besser aussieht.

Lieber NDR-Intendant Lutz Marmor!

Sie geben mir als Verantwortlicher der Nachrichtenschiene der ARD sicherlich Recht: Ingo ist ein Eyecatcher! Er hat ein charmantes Lächeln und ist gebildet. Der 38-Jährige zitiert mal eben Dante in der Halbzeitpause und mit seinem Kollegen Thorsten Schröder albert er am Ende der Tagesthemen herum wie ein Teenager. Ingo Zamperoni kannten bislang nur diejenigen, die nach Mitternacht beim Zappen versehentlich bei der ARD landen. Dort moderiert er seit 2007 das Nachtmagazin.

Seinen lockeren Moderationsstil und sein Grinsen hat er als derzeitige Vertretung von Susanne Holst bei den Tagesthemen glücklicherweise nicht ablegen müssen. Und das kluge Zitieren aus Klassikern der Literatur ist ihm hoffentlich auch nicht vergangen, nachdem der Deutsch-Italiener mit seinem Satz "Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens. [...] möge der Bessere gewinnen" in der EM-Partie Deutschland gegen Italien vergangene Woche viele böse Reaktionen dumpf-deutscher Zuschauer geerntet hatte.

Ich habe gerade das Gesicht eines Honigkuchenpferdes, denn die Stimmung meines Herzens sagt: Ingo Zamperoni möge bitte für immer bei den Tagesthemen bleiben! Er kann gern auch schon um 20 Uhr den altmodischen Gong für uns schlagen und die neue Formel aufsagen: "Ich begrüße sie zur Tagesschau!" Warum? Man kann ja schließlich nicht immer bis nach Mitternacht aufbleiben, um in der ARD mal einen schönen (Anchor-)Mann zu sehen. Oder bis zu den nächsten Wahlen warten, wo dann der attraktive Jörg Schönenborn wieder bunte Tortendiagramme mit seinem Finger über den Flachbildschirm stupst.

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Nach Anne Will folgten viele attraktive Frauen. Wo sind die Beautys für uns Männer?

Trauriger Ulrich Deppendorf (li.) 2012. Lockiger Jens Riewa beim RBB 1992 - Quelle: ARD Foto: WDR / RBB. Montage: queer
Trauriger Ulrich Deppendorf (li.) 2012. Lockiger Jens Riewa beim RBB 1992 (Bild: ARD Foto: WDR / RBB. Montage: queer)

Die lesbischen Zuschauerinnen haben nach dem Weggang von Anne Will nicht darben müssen. Neben Susanne Holst dürfen sie Caren Miosga anschmachten und Okka Gundel (nicht verwandt mit ZDF-Moderatorin Gundula Gaukely Gause). Selbst die Wetterfee Claudia Kleinert ist eine toughe Attraktion auf zwei sehr langen Beinen.

Und wem dürfen wir homophile Männer zusehen? Tom Buuuuhrow. Gut, der ist immerhin stets etwas frischer, als es der ständig zerstreute "Professor" Ulrich Wickert jemals in den Zeiten war, in denen er uns noch eine "geruhsame Nacht" wünschte. Zwischendurch taucht immer noch Ulrich Deppendorf auf, der nicht nur von seinem Friseur schlecht beraten wird. Er schaut auch oft so traurig und grummig, als ob ihn der ganze Berliner Politzirkus, den er da kommentiert, nur noch anwidert. Und vor der Wetterkarte? Da steht Sven Plögert! Der ist total nett und niedlich, aber er ist halt nicht so ein italienischer Hengst, wie es der Ingo Zamperoni ist.

Bei der Tagesschau sieht es auch nicht so rosig aus. Jens Riewa, der inzwischen gut ins 16:9-Format passt und früher mal den Querverlag verklagt hat, weil er nicht als "homosexuell" etikettiert werden möchte, erzeugt nur noch Schadenfreude, wenn er mal wieder gezwungen ist, Meldungen über die Homo-Ehe oder den Christopher Street Day zu verlesen. Und bei jedem Wackeln seines Kugelschreibers denkt man: "Uh, jetzt grüßt er wieder heimlich ein Ehepaar zum 50. Hochzeitstag." Weil die ihm "lieb geschrieben" haben. Dann würde er das mit den Geheimzeichen manchmal machen, verriet er mal in einer Talkshow.

Raus aus der Nachtschiene, rein ins helle Tageslicht

Wilheilm Wieben: Statement via Jacket, lang vor seinem Coming-out - Quelle: Screenshot tagesschau.de
Wilheilm Wieben: Statement via Jacket, lang vor seinem Coming-out (Bild: Screenshot tagesschau.de)

Riewa, der Mann mit den vielen Heimlichkeiten ist also kein Rollenvorbild für uns. Da war ja Wilhelm Wieben noch deutlicher, der 1995 versehentlich von Inge Meysel geoutet wurde und erst 1998, nach dem Ausscheiden aus dem Sprecherdienst, sein öffentliches Coming-out hinlegte. Allein die Auswahl seiner Jackets, wie derzeit in "Die Tagesschau vor 20 Jahren" zu bewundern, signalisierte schon damals: "Ich bin anders als die Anderen."

Also bitte, liebe ARD, belasst Ingo Zamperoni als neuen Zampano, als Anchorman der wichtigsten Nachrichtensendung des deutschen Fernsehens auf dem frühen Sendeplatz. Das sieht einfach besser aus und steigert die Einschaltquoten. Seine (schwulen) Fans dürfen dann täglich bis zum Wetter ein wenig hoffen und träumen, er sei einer von uns.

Damit die Illusion aber nicht so schnell verpufft, die Sendung nicht in HD anschauen, da sieht man nämlich den Ring an seiner Hand überdeutlich. Und den folgenden letzten Satz nicht lesen: Er ist seit 2006 verheiratet, mit einer Amerikanerin...

Youtube | Ingo Zamperoni und sein Dante-Zitat in den Tagesthemen
Christian Scheuß, Jahrgang 1966, ist Redakteur bei queer.de und langjähriger "Fachidiot" in Sachen LGBT-Journalismus. Dass es noch viel zu tun gibt, damit queere Lebenswelten in den Medien vorurteilsfrei und den Realitäten entsprechend dargestellt werden, darauf stößt er häufig. Und reibt sich dann daran…
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» Die Tagesschu vor 20 Jahren
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Ingo Zamperoni, Nachrichtensprecher der ARD

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Reaktionen zu "Ingo Zamperoni, der lächelnde Anchorman, muss bleiben!"


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
01.07.2012
17:40:27


(0, 4 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Der Trend in der Werbung und auch in den Medien geht in die Richtung "gutaussehend, aber nicht schwul". Ebenso halten es gehobene Geschäfte, Restaurants und Hotels mit ihrem Personal. Und ganz offensichtlich ist es das, was sich auch viele Schwule selbst wünschen:
Ein solcher gutaussehender Mann ist auch noch dann nett zu ihnen, wenn sie in der Schwulenszene schon lange als graue Maus durchgehen....In der Wirtschaft und in den Medien wird eben nichts dem Zufall überlassen.


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#2
01.07.2012
18:02:57


(-1, 3 Votes)

Von suspekt


an anderer stelle würde (vermutlich sogar gleicher autor) brüllen: sexistisch!

an dieser stelle lässt sich nur feststellen: sexistisch!

aber positiv sexistisch, selbstredend. so wie positiv diskriminierend.


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#3
01.07.2012
18:04:49


(-4, 10 Votes)

Von Doof


Christian Scheuß, sind Sie jetzt komplett verblödet?

Habe Queer.de, das inzwischen weit unter "BRAVO- und Bild der Frau-Niveau" abgesunken ist, soeben aus den Favoriten (Lesezeichen) gelöscht.

Gute Nacht, schwules Internet-Medium Queer.de., die Verdummung ist nicht mehr zu übersehen. Schade eigentlich.


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#4
01.07.2012
19:00:41


(-2, 4 Votes)

Von lolz


Was für eine Lobhudelei.

"Man kann ja schließlich nicht immer bis nach Mitternacht aufbleiben"

Nimm doch seine Moderation auf und schau sie dir in Slowmotion an.
Das mache ich immer bei Cristiano Ronaldo.


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#5
01.07.2012
19:37:59


(-3, 3 Votes)

Von ehemaligem User ererer


Der schonste Mann in ARD und im deutschen Fernsehen uberhaupt - Rene Kindermann aus 'Brisant'. Ganz besonders im weissen Anzug und schwarzen Hemd. Punkt, Schwestern!


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#6
01.07.2012
19:43:00


(-1, 5 Votes)

Von carolo


Allmählich verkommt das hier wirklich zu einer Mischung aus Bravo und Sankt-Pauli-Nachrichten mit einer guten Portion Goldenes Blatt.

Gibt es eigentlich irgendwo eine schwule Infosite mit weniger Tingeltangel?


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#7
01.07.2012
20:38:26


(-4, 8 Votes)

Von Pierre


Schwul = Oberflächlich.
Der Artikel ist wieder einmal ein Beweis dafür.
Wenn das Aussehen eines jenigen (oder einer jenigen) Kriterium für die berufliche Karriere sein soll, dann ist das mehr als traurig,
Leider ist es bereits immer schon so gewesen, dass dies eine förderliche Eigenschaft ist.
Dies aber auch noch offiziell machen zu wollen, kann nur aus der schwulen Ecke kommen.
Ich kann nur sagen: Pfui Ekel.


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#8
01.07.2012
22:07:12


(+2, 4 Votes)

Von lolz


Was habt ihr alle für ein Problem? Der Artikel ist doch witzig, man muss nicht alles bierernst nehmen


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#9
01.07.2012
22:40:38


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User Prime_Evil


"dumpf-deutscher Zuschauer"?

Jetzt weiß ich, wie ich das nächste mal Pleite-Griechen bezeichne, die dafür dass wir ihnen die Milliarden vorne und hinten rein stopfen, Merkel in Nazi-Uniform darstellen: dumpf-griechisch.

Derweil erhalten schwule Touristen keine Einreiseerlaubnis für Marokko (Quelle:
Link zu www.bild.de


Aber über wirklich "schwule Belangen" zu berichten ist, natürlich nicht so wichtig wie über eine heterosexuelle Grinsebacke einen Schleim-Artikel zu verfassen.


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#10
01.07.2012
23:23:53


(-2, 8 Votes)

Von Sabine
Antwort zu Kommentar #1 von Thorsten1


"Der Trend in der Werbung und auch in den Medien geht in die Richtung "gutaussehend, aber nicht schwul"

Die wirklich gutaussehnenden Männer waren nie schwul.
Gutaussehen ist doch mehr als Gesicht, es ist die Stimme, der Charme, die Körpersprache, die Virilität. Da haben die Schwulen viele Defizite.


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