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  • 02.07.2012           8      Teilen:   |

Protest in Größe S - XL

T-Shirt-Ideen für engagierte CSD-Besucher

Kölner CSD-Motto 2011, Restbestände noch erhältlich (ohne Inhalt) - Quelle: www.csd-shop-koeln.de
Kölner CSD-Motto 2011, Restbestände noch erhältlich (ohne Inhalt) (Bild: www.csd-shop-koeln.de)

Transparente werden beim Gay Pride immer seltener, politische Botschaften trägt man heute auf der Brust. Anregungen aus dem queer.de-Designerstudio.

Von Christian Scheuß

Die Papptafeln mit den selbstgepinselten Botschaften an Besenstiele getackert waren schon immer unpraktisch. Zu Beginn der CSD-Parade hält man sie noch schön hoch, eine Stunde später nutzt man sie wegen erlahmender Arme und schmerzender Füße bereits als Spazierstock. Tückische Windböen zerstören das mühevoll erstellte Plakat in Sekunden, und fürs tanzen hinter dem Techno-Wagen ist diese klassische Art des Protests eher ungeeignet. Außer es ist einem egal, dass man wie ein Kapellmeister mit zu großem Taktstock wirkt. Das allmähliche Verschwinden der Transparente ist also nicht unbedingt ein Zeichen fortschreitender Entpolitisierung, es könnte auch ganz einfach praktische Gründe haben. Wer etwas mitzuteilen hat, der geht in die nächste T-Shirt-Druckerei.

Oder besucht den CSD-Shop. Für den Kölner CSD, der in wenigen Tagen startet, gibt es ein solches Angebot tatsächlich. Der Veranstalter, der Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST), hat das Merchandising für sich entdeckt und perfektioniert. Das diesjährige Motto "Ja, ich will!" wurde in ein schickes Logo transformiert und lässt sich in einem extra eingerichtetem Ladenlokal im Bermudadreieck (Schaafenstraße / Ecke Balduinstraße) auf T-Shirts, Tassen und sonstigem Kleinkram gedruckt, käuflich erwerben. Beim Straßenfest oder online kann man ebenfalls schnell shoppen. Vorteile: Wenig Arbeit mit der Botschaft und der CSD wird dadurch finanziell unterstützt.

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"Ja, ich will!" ein Motto für Alles, aber nicht für Alle. Es geht individueller

Kölner CSD-Motto 2012 in einer personifizierten Variante - Quelle: closedmouth / flickr / cc by-sa 2.0, Montage queer
Kölner CSD-Motto 2012 in einer personifizierten Variante (Bild: closedmouth / flickr / cc by-sa 2.0, Montage queer)

Nun wollen nicht alle "Ja, ich will!" zu dem sagen, was die CSD-Veranstalter darunter verstehen. In den kleineren Städten gibt es außerdem keine CSD-Kollektionen von der Stange. Für die eigene politische Message ist Eigeninitiative gefragt. Online-Shops wie Spreadshirt bieten die Möglichkeit, selbstentworfene Motive hochzuladen und auf eine stattliche Auswahl unterschiedlicher Oberbekleidung aufbringen zu lassen. Das ist bequem, stößt aber schnell an seine Grenzen. Die Verwendung von Markenlogos oder urheberrechtlich geschützten Fotografien ist beispielsweise nicht erlaubt. Zugelassen sind nur Motive, an denen der Besteller selbst die Rechte besitzt, oder die durch den Besitzer freigegeben wurden. Wer bei Online-Druckereien abgewiesen wird, der kann es bei örtlichen T-Shirt-Druckereien versuchen, von denen es in jeder Großstadt mehrere gibt.

Nicht nur Firmen versuchen die Kontrolle über ihre Marken behalten, auch der KLuST schränkt die Verwendung des Kölner CSD-Slogans ein: "Ohne vorherige Zustimmung des Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. ist es untersagt, das Motto und / oder die Gestaltungslinie in einer Weise zu gebrauchen und / oder umzugestalten, die geeignet wäre, die inhaltliche Aussage des Mottos zu verändern und / oder die Gestaltungslinie zu verfälschen", heißt es auf der Website.

Was ist durch Meinungsfreiheit erlaubt, was nicht?

Ein Klassiker, nicht aufregend, aber in kommerziellen Shops erhältlich - Quelle: http://tomboyteez.com
Ein Klassiker, nicht aufregend, aber in kommerziellen Shops erhältlich (Bild: http://tomboyteez.com)

Ernst nehmen sollte man die Hinweise schon, zu sehr bange sollte man sich davon aber nicht machen lassen. Wer ein Logo zu kommerziellen Zwecken verwendet, in dem er zum Beispiel seine eigenen T-Shirt-Kollektionen verkauft, der hat natürlich schlechte Karten. Wer es aber privat nutzt und verändert, um eine eigene Aussage oder kritische Haltung zu vermitteln, ist erst einmal durch die Meinungs- und die künstlerische Freiheit geschützt, die Verfremdungen und den Gebrauch von Zitaten zur Schaffung eines eigenen Werkes zulässt. Das gilt vor allem, wenn man etwas satirisch aufspießt.

Würde eine Firma oder gar ein Gay-Pride-Organisator den CSD-Besuchern mit Unterlassungserklärungen hinterherrennen, nur weil die eine eigene politische Meinung auf der Brust tragen, wäre das ein Politikum an sich. Wer aber ganz sicher gehen will, der sollte zuvor beim Rechteinhaber um Erlaubnis bitten oder muss auf die Verwendung solcher Motive ganz verzichten. Als Alternative bietet sich die Suche im Web nach Bildern und Grafiken an, die unter der Creative-Commons-Lizenz stehen. Die Urheber geben damit ganz oder teilweise ihre Werke zur kostenfreien Verwendung frei.

Also Beeilung, die nächste CSD-Parade steht vor der Tür. Wir haben in unserer untenstehenden Galerie exemplarisch wie ironisch ein paar Themen in potentielle T-Shirt-Motive umgesetzt, als Anregung. Vorlagen können wir nicht zur Verfügung stellen, die muss jeder für sich selbst entwickeln. Habt ihr bereits eigene T-Shirts kreiert und getragen? Dann zeigt sie uns hier, packt eure Fotos mit den Motiven über die Kommentarfunktion hoch.

Links zum Thema:
» Offizielle Benefiz-T-Shirts beim Kölner CSD-Shop ordern
» Infos zur Creative Commons-Lizenz
Galerie
T-Shirt-Kollektionen für engagierte CSD-Besucher

8 Bilder
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Tags: gay pride, csd, parade, protest, t-shirt-druck
Schwerpunkte:
 CSD-Saison 2012
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Reaktionen zu "T-Shirt-Ideen für engagierte CSD-Besucher"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
02.07.2012
20:05:55


(-1, 1 Vote)

Von Terminwirrwarr


Und ich dachte, der CSD in Köln war schon letztes Wochenende!

(Der Cologne Pride findet vom 6. - 8. Juni 2012 statt. Die Red.)


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#2
02.07.2012
20:13:31


(-1, 7 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Der Hinweis auf sexuelle Praktiken auf einem T-Shirt ist in der Öffentlichkeit fehl am Platz, auch auf einem CSD!


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#3
02.07.2012
21:06:08
Via Handy


(+2, 6 Votes)

Von David Jacob
Antwort zu Kommentar #2 von Thorsten1


Sehe ich genau so! Und dann wundern sich so viele, dass Schwule nur auf Sex reduziert werden. Der CSD hat ja mittlerweile auch nix mehr mit politischen Hintergründen zutun. Deshalb gehe ich auch zu keinem mehr.


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#4
02.07.2012
21:33:00


(+3, 3 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


An dieser Zwischenüberschrift kann man ablesen, wo das Reden über den CSD mittlerweile angekommen ist:

-"Ja, ich will!" ein Motto für Alles, aber nicht für Alle. Es geht individueller-

Wenig ist weniger 'individuell' als ein CSD und seine Themen.

Und warum werden auf allen bedeutenden politischen Demonstrationen große Tranparente und einheitliche - keineswegs 'individuelle' - Zeichen verwendet? Sehr einfach: damit die Botschaft klar, einfach und massenmedial kommunizierbar ist.

Aber richtig: wenn wir keine Botschaft haben, brauchen wir hunderte davon auf T-Shirts.


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#5
03.07.2012
07:51:38


(-1, 3 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #2 von Thorsten1


neulich auf der kölner domplatte...
ups.. , ich dachte da einen gläubigen im gebet zu sehen, dem der priester die oblade spendet...
irgend so ein ritualisiertes kannibalisches menschenopfer...
Da sieht man, wie solch stilisierte aussagen verwirren können!

Kannibalismus ja, sex NEIN!


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#6
03.07.2012
14:30:17


(0, 2 Votes)

Von Mullah v d Alm


Ich bin ja nun immer mit dabei wenns üm blöde Sprüche und Dummschwätzerei geht, aber was hat das alles mit Protest zu tun, bzw, wie kann es zu so einem Misverständnis kommen?


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#7
03.07.2012
17:24:37


(-2, 4 Votes)

Von Schnoesel


sehe ich auch so. sexpraktiken auf einem shirt oder sonst wo, haben in der öffentlichkeit nichts verloren. so kann man sich auch zum gespött machen.
dass der csd und die rahmenveranstaltungen nichts mehr mit protest, mehr mit kommerz zu tun haben, ist ja leider schon lange so. manchmal schäme ich mich für das schwule volk, das so in der öffentlichkeit auftritt (man bedenke tv-übertragungen aus den letzten jahren, wo entblöste schwänze auf den wagen unkenntlich gemacht werden mussten)
ich bin absolut nicht prüde. hehe. im gegenteil. aber so rückt man sich nicht ins rechte licht!


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#8
03.07.2012
22:19:58


(-2, 4 Votes)

Von David Jacob
Antwort zu Kommentar #7 von Schnoesel


stimme dir vollkommen zu!


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