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  • 03. Juli 2012, noch kein Kommentar

Mit Hämorrhoiden haben Analthrombosen eigentlich nichts zu tun, dennoch werden sie oft "äußere" oder "unechte Hämorrhoiden" genannt

Die auch Perianalthrombose genannte Schwellung am Anus wird oft mit einer Hämorrhoide verwechselt.

Von Carsten Weidemann

Die Analthrombose ist mit einem Bluterguss vergleichbar: Eine kleine Vene, die den Anus von außen umgibt, platzt und Blut tritt ins Gewebe ein. So bildet sich unter der Haut ein Blutgerinnsel, das - je nach Größe - sehr schmerzhaft ist. Im Extremfall und unbehandelt wird das Gerinnsel so groß wie eine Pflaume werden.

Eine Analthrombose, auch Perianalthrombose genannt, wird oft mit Hämorrhoiden verwechselt. Doch die beiden Enddarmerkrankungen können klar voneinander unterschieden werden: Eine Analvenenthrombose liegt außerhalb des Anus, ist schmerzhaft und blutet nicht. Hämorrhoiden dagegen verursachen - zumindest im Anfangsstadium - keine Schmerzen und bluten sehr leicht. Zudem treten Hämorrhoiden nur innerhalb des Anus auf - sind sie trotzdem außen zu sehen, so handelt es sich um nach außen gefallene innere Hämorrhoiden.

Männer sind von Analthrombosen häufiger betroffen als Frauen. Doch was sind die Ursachen? Ein hoher Spannungszustand des Schließmuskels (Sphinkter) - hervorgerufen durch Stress, anhaltenden Durchfall, ständige Verstopfung - kann für eine Perianalthrombose verantwortlich sein. Nach neueren, allerdings nicht unumstrittenen Studien ist neben intensiver körperlicher Betätigung die ausgiebige Nassreinigung ein Risikofaktor. In der nicht mehr aktualisierten Patienteninformation "Analthrombose" der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie heißt es "Häufig [...] akut nach dem Sitzen auf kalten Flächen, [...] Drucksteigerungen im Leib beim Husten, Heben oder Pressen, aber auch möglicherweise bestimmte Nahrungsmittel (Gewürze, Alkohol) können [sie] verursachen". [...] Manchmal löst Durchfall die Entstehung [...] aus." In dem Heft wird auch vermutet, dass "das Vorhandensein großer Hämorrhoiden die Bildung von Analthrombosen" begünstigt.Auch langes Sitzen unabhängig von der Temperatur der Sitzfläche könne begünstigend wirken.

Nicht immer muss operiert werden

In einem Punkt kann sofort Entwarnung gegeben werden: Analthrombosen müssen nicht immer operiert werden! Wenn sie keine Schmerzen verursachen, reicht es sogar einfach abzuwarten, bis das Gerinnsel vom umliegenden Gewebe resorbiert wird. Manchmal bilden sie sich nach wenigen Tagen oder Wochen selbstständig zurück.

Besonders bei großen Thromben geht die akute Phase - die ersten zwei bis drei Tage - in der Regel mit Schmerzen einher. In diesem Fall sind fettige Cremes - etwa Vaseline oder Melkfett - hilfreich, um die Haut elastisch zu halten. Außerdem empfiehlt es sich, den Thrombus mit Eis zu kühlen. Auf Toilettenpapier sollte man allerdings in dieser Zeit verzichten und lieber zu klarem Wasser und einem weichem Tuch greifen.

In akuten Fällen, vor allem bei starken Schmerzen, wird die Perianalthrombose unter örtlicher Betäubung mit einem Schnitt eröffnet und die Thromben werden herausgedrückt. Danach tritt in der Regel recht schnell eine folgenlose Heilung ein. Gelegentlich können später als Komplikation Marisken entstehen. Diesen Eingriff können Proktologen, Chirurgen, Dermatologen und einige Hausärzte durchführen

Bei sehr starken Schmerzen wendet man eine schmerz- und entzündungshemmende Salbe mit dem Wirkstoff Diclofenac an, erhältlich u.a. bei http://www.juvalis.de/. In besonders hartnäckigen Fällen wird Diclofenac in Tablettenform dargereicht.