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OraQuick ist ab Oktober in den USA frei erhältlich (Bild: Wiki Commons / Calliopejen / CC-BY-3.0-BR)

In den Vereinigten Staaten soll ab Oktober erstmals ein HIV-Heimtest an Privatpersonen verkauft werden. In Deutschland sind derartige Kits verboten, die Aids-Hilfe rät generell von Heimtests ab.

Die Gesundheitsbehörde FDA hat am Dienstag das Testkit "OraQuick" zugelassen. Bislang durften nur Ärzte den Test anwenden. Nach einem Abstrich des Mundspeichels erfahren Patienten nach 20 bis 40 Minuten das Ergebnis. Laut FDA sollen so mehr Menschen erreicht werden, die nicht für einen HIV-Test zum Arzt gehen wollen: "Die Erhältlichkeit dieses HIV-Tests ist eine weitere Option für Menschen, sich testen zu lassen, damit sie im Fall eines Falles medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können", erklärte FDA-Sprecherin Dr. Karen Midthun. Die US-Regierung schätzt, dass 1,2 Millionen Menschen im Land HIV-positiv sind - ein Fünftel von ihnen weiß aber nichts von der Infektion.

Test kann falsche Ergebnisse liefern

Ein Antrag auf Zulassung zum Verkauf lag der Gesundheitsbehörde bereits seit 2005 vor. Die Zulassung war umstritten. Zum einen ist der Test nicht vollkommen zuverlässig: Nach Angaben des Produzenten Orasure Technologies erhalten nur 92 Prozent der HIV-positiven Tester auch ein positives Ergebnis. Immerhin teilte der Test in 99 Prozent der Fälle HIV-Negativen das richtige Ergebnis mit. Wenn der Test von Ärzten oder ausgebildeten Krankenpflegern angewendet wird, ist die Zahl der falschen Ergebnisse viel geringer.

Orasure will ab Oktober den Test verkaufen. Der exakte Preis steht noch nicht fest, er soll aber nach Unternehmensangaben unter 60 Dollar (48 Euro) liegen.

In Deutschland durften bis vor wenigen Jahren Heimtests aus anderen EU-Ländern, beispielsweise den Niederlanden, eingeführt werden. Die Bundesregierung hat diese Praxis ab dem Jahr 2010 verboten (queer.de berichtete). Die Deutsche Aids-Hilfe begrüßte das Verbot: Es sei gefährlich, wenn Menschen "im stillen Kämmerlein" ein positives Ergebnis erhielten und dann mit ihren Ängsten allein gelassen würden. Außerdem seien die Tests wegen der hohen Fehlerquote oft nicht aussagekräftig. (dk)

Youtube | BBC-Bericht über die Zulassung