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  • 05.07.2012           12      Teilen:   |

Großbritannien

Studie: Jeder zweite Homo-Schüler wird gemobbt

Lehrer greifen bei Mobbing gegen Schwule und Lesben weit weniger oft ein als bei rassistischen Übergriffen - Quelle: John Steven Fernandez / flickr / cc by 2.0
Lehrer greifen bei Mobbing gegen Schwule und Lesben weit weniger oft ein als bei rassistischen Übergriffen (Bild: John Steven Fernandez / flickr / cc by 2.0)

Eine britische Umfrage zeigt erschreckende Zahlen über Mobbing an Schulen: Demnach werden 55 Prozent von schwulen, lesbischen oder bisexuellen Schülern wegen ihrer Sexualität gemobbt.

Die 35-seitige Studie wurde von Forschern der Cambridge-Universität im Auftrag der Homo-Gruppe Stonewall erstellt. Insgesamt befragten die Wissenschaftler 1.614 Schüler. Homophobe Ausdrücke sind demnach weit verbreitet: 99 Prozent der jungen Schwulen und Lesben hören demnach in ihrer Schule Wörter wie "poof" (Schwuchtel). Zudem wird das Wort "gay" oft negativ besetzt (etwa "You're so gay", "Du bist so schwul"). 55 Prozent wurden persönlich attackiert, weil sie zu einer sexuellen Minderheit gehören.

Die Lehrer scheinen in vielen Fällen nicht einzugreifen: So sagten drei von fünf homosexuellen Schülern, die gemobbt worden sind, dass Lehrer Zeuge der Übergriffe wurden, aber nichts dagegen unternahmen. Nur die Hälfte der gemobbten Schüler meldeten die Taten der Schulleitung (an religiösen Schulen sind es nur gut ein Drittel).

Homophobie hinterlässt der Studie zufolge einen großen Eindruck auf die Schüler: So erklärten drei von fünf Mobbing-Opfern, dass sich die Übergriffe auf ihre schulischen Leistungen auswirkten. Auch würden gemobbte Schüler viel öfter an Selbstmord denken als andere.

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Stonewall-Chef Ben Summerskill erklärte, dass insbesondere die ausbleibenden Reaktionen der Lehrer bedenklich seien. Diese könnten auch auf Section 28 zurückgeführt werden, das erst vor neun Jahren abgeschafft wurde (queer.de berichtete). Das homophobe Gesetz hatte es Lehrern verboten, das Thema Homosexualität im Unterricht anzusprechen.

Nick Gibb, konservativer Staatssekretär im Bildungsministerium, nannte die Zahlen inakzeptabel: "Wir arbeiten mit Stonewall und anderen Gruppen zusammen und unterstützen daher eine Null-Toleranz-Politik, wenn es um Mobbing geht. Wir sagen ganz klar, dass homophobe Beschimpfungen genauso geächtet werden sollen wie rassistische Verbalattacken." (dk)

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Tags: mobbing, schule, großbritannien
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Reaktionen zu "Studie: Jeder zweite Homo-Schüler wird gemobbt"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
05.07.2012
19:07:26


(+6, 6 Votes)

Von Itcheb


statt in der EU 4000 Seiten über die Beschaffenheit von Tracktorsitzen zu erlassen, sollten sich die Verantwortlich mal dazu Gedanken machen.

Eine Schande! Wieviele Leute müssen noch durch Selbstmord sterben?


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#2
05.07.2012
19:49:36


(+3, 7 Votes)

Von Marek


Ist ja in Deutschland ähnlich.

Aber Hauptsache, die FDP behauptet weiterhin, man bräuchte keinen Diskriminierungsschutz und das würde alles "der Markt" regeln.

Offenbar regelt der Markt das nicht.

Und die Jugendlichen, die gemobbt werden und sich im schlimmsten Fall das Leben nehmen haben nichts von den Marktwirtschaftsphantastereien der FDP.


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#3
05.07.2012
20:31:45


(-2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Es ist erschreckend, daß Lehrer nicht einmal die "Eier in der Hose" haben, um gemobbten Schülern, die schwul, lesbisch oder bisexuell sind und tätlich angegriffen werden, nicht einschreiten! Es gibt da noch viel Arbeit!

@Marek

Deine Hetze gegen die FDP ist deplatziert! Es geht hier um Großbritannien und nicht um Deutschland!


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#4
05.07.2012
21:37:24


(+3, 3 Votes)

Von joshi
Aus Berlin
Mitglied seit 18.05.2008


@Itcheb:
Nun es müsste schon richtig viel sein. So ein Gruppensuizid mit Videobotschaft auf Youtube, dass explizit klar ist, dass Sie sich das Leben nahmen, weil Sie als schwule Schüler gemobbt wurden. Zusätzlich müßten es dann noch alles Kinder aus der Mittel- oder Oberschicht sein, sonst juckts eh kein (FDP)-Schw....
Und selbst dann würde die Karawane nch einer Woche Schlagzeilen weiterziehen, also müsste es alle zwei Wochen sowas geben. Das wünsche ich mir natürlich nicht, aber ansonsten interessiert es keinen.
Aber selbst hier auf queer gibts ja Kommentare, die davon ausgehen, dass sowas nur in England ist..... sowas dummes.


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#5
05.07.2012
23:29:30


(0, 2 Votes)

Von Claudia
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


@FoXXXyness, wieso? Marek hat doch Recht.

Die Scheiß-FDP hat doch gerade mal wieder bewiesen, dass sie kein Rückgrat hat und nicht bereit ist, ihren Sonntagsreden mal Taten folgen zu lassen und sich gegen Diskriminierung von Schwulen und Lesben einzusetzen, die wollen auch keine Anti-Diskriminierungsgesetze - Die Situation an Schulen ist in Deutschland nicht viel anders als in England - dazu hats schon ähnliche Studien gegeben.
Und was die neoliberale Opportunistenpartei betrifft - das ist keine Hetze, sondern die Wahrheit.


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#6
06.07.2012
06:37:34


(-2, 2 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


bei aller trauer über das herausgearbeitete..
was nicht herausgearbeitet wird, ist die grundsätzlich, gesellschaftlich bedingte mentalität, die mobbing überhaupt erst ermöglicht und in der "jugendkultur " so sich verankert hat:
Es sind die sich verschärfenden gesellschaftlichen "anforderungen ", denen heranwachsende glauben gegenüber zu stehen, die ihnen auch IHRE form der "abgrenzungen " abzufordern scheinen.

So wird schon im kindesalter konkurrenz gefördert statt solidarität. Schließlich muss klein hänschen lernen, sich im kommenden dschungel der ware mensch als humanresource durch zu setzen.
Hier lernt hans dann das rüstzeug der abgrenzung und ausgrenzung!
Und übt so auch erst mal am gesellschaftlich akzeptieren minderheiten-opfer!
Sexualität ist da die extremst sichtbare schwachstelle weil ohnehin durch tabus sanktioniert , und dies selbst im gesellschaftlich willkommenen heteronormativen ausleben .
Was alles läuft für uns über die schiene sexueller zuordnungen.. attraktivität als bindeglied für beliebtheit..;
ein kleiner/großer schwanz ( schon im kindesalter.. siehe die schwanzvergleiche pinkelnder jungens.. ) als synonym männlichen angekommen seins...;
brüste, beine, alles äusserlichkeiten die über sexuelle symbolismen abgeglichen werden.
Cheerleading quantitäten statt menschlicher qualitäten!

Da ist das "abweichen" sexueller wunschrichtungen in richtung eigenes geschlecht, eine zutiefst verstandene (auch eigen bezogene !) verunsicherung, weil jeglich positives ihm abgesprochen wird.!
Sexualität ist letztendlich also im kampf um den platz an der sonne oder im rudel, die wohl niederträchtigste, aber auch treffenste waffe.
Somit auch tödlich!

Erster schritt in der bekämpung von mobbing, kann deshalb nur der kampf gegen das konkurrenzprinzip als leistungsvorbild unserer gesellschaft sein!
So auch der benutung dieser, kulturell vermittelten/anerzogenen "urängste" im umgang mit sexualität jegliche nutungsmöglichkeit genommen wird.
Sexuelle erziehung nicht losgekoppelt sein kann von einer sicht auf das sie prägenden un-kultur:
Herrschaft und besitzverhältnisse, ihr schutz und erhaltungstrieb, stehen unmittelbar in zusammehang mit unseren sexuellen antrieben und wunschvorstellungen.
Es sind also auch UNSERE wünsche-lebensplanungen, die mobbing denkbar und durchführbar machen.
Wir richten unseren ansatz auf den nächst schwächeren...
Man muss eben auch das pferd von der richtigen seite her aufzäumen wollen, wenn man etwas ändern will!


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#7
06.07.2012
08:03:41


(-2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #5 von Claudia


Trotzdem hat es hier nichts zu suchen! Es geht da um die Situation in Großbritannien, daher auch die negative Bewertung!


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#8
06.07.2012
08:12:25


(0, 2 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


Aber in Deutschland ist es genau so!

U.a. weil die FDP Diskriminierungsschutz verhindert und uns weiterhin als Menschen 2. Klasse darstellt.


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#9
06.07.2012
08:37:02


(0, 2 Votes)

Von fastbequem
Antwort zu Kommentar #7 von FoXXXyness


Sage uns "1" Beispiel, die das beweist, was du hier verzapfst.
Kennst du ueberhaupt deutsche Schulen der Sekundarstufe?????

Oder nur von aussen?


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#10
08.07.2012
09:08:11


(+1, 1 Vote)

Von SchwTA


Komisch, als Aussenstehender bekomme ich das Gefühl, dass die FDP an allem Bösen in der Welt schuld sein soll - bleibt doch 'mal auf dem Teppich, liebe Leute.

Letztendlich haben deutsche Parteien ja wohl mit der Situation britischer Schüler nichts zu tun - und das ist ja auch wohl nicht Gegenstand des Artikels; hier geht es darum, dass junge Leute, die ihre Sexualität entdecken und versuchen, eher dazu zu stehen als so mancher von uns "älteren" Säcken (soll heißen, oberhalb von 30 ), hier von ihren Mitschülern unterdrückt werden. Das ist schon deswegen richtig sch..., weil man eigentlich davon ausgehen sollte, dass die Jugend toleranter als vorangegangene Generationen sei, 'mal von der persönlichen Katastrophe für den Betroffenen ganz abgsehen. Dass die Lehrer nicht in dem Maße eingreifen, ist einerseits beschämend. Andererseits würde ich mir auch vorstellen, dass man den Schülern keinen Gefallen tut, sie während des Unterrichts unter "verordnete" Schonzeit stellt - nur damit sie danach eine doppelte Tracht Prügel bekommen: "poof" und "teacher's pet" in einer Person. Das muss natürlich individuell abgestimmt sein; wer bereits emotional auf dem Boden liegt, der sollte die Hilfe der Lehrer in Anspruch nehmen müssen.

Dass das Ganze nicht nur auf GB begrenzt ist, ist auch klar. Gründe dafür finden sich in der "Tradition"; es ist halt Usus, dass man uns Schwule und Lesben als kranke Perverse ansieht und deswegen ausgrenzt, jagt und plattmacht - diese "Tradition" findet sich in allen heiligen Büchern und Verträgen der Menschen mit dem Wüstengott JHWH. Alles, was danach kommt, baut sich auf diesem Blödsinn auf, auch politische Parteien. Wie gesagt, ich verstehe die alltägliche Schlammschlacht um die FDP nicht - bin übrigens KEIN FDP-Mann, nur für die Akten. Die FDP hat also ihre Versprechen nicht gehalten, woow - seid 'mal ehrlich: eine Partei, die ihre Versprechen nicht hält, nachdem sie gewählt worden ist, ist das etwas sooo dermaßen Neues?

Spannender fände ich es allerdings, wenn Homosexualität ihren Weg in die Lehrpläne fände, und zwar weltweit. Nur wenn Kinder lernen, dass Nicht-Heterosexualität kein Problem darstellt, dass deswegen ihre Kultur nicht untergehen wird, dann hört auch diese ganze Unterdrückungsgeschichte auf, so zumindest meine Meinung.


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