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  • 06.07.2012           29      Teilen:   |

Schweden

Richter: Transsexuelle kann nicht vergewaltigt werden

In Schweden hat ein Richter einen Mann vom Vorwurf der versuchten Vergewaltigung freigesprochen, weil sein Opfer transsexuell war - und die Tat damit nicht hätte "vollendet" werden können.

Richter Dan Sjöstedt vom Amtsgericht Örebro hat den Angeklagten nach Angaben der Tageszeitung "Nerikes Allehanda" wegen Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Monaten verurteilt. Außerdem muss der 61-Jährige 15.000 Kronen (1.750 Euro) zahlen. Die Großstadt Örebro liegt 200 Kilometer westlich von der Hauptstadt Stockholm.

Bei einer Verurteilung wegen Vegewaltigung hätte dem Mann eine Haftstrafe von zehn Jahren gedroht. Von diesem Vorwurf hat Sjöstedt den Angeklagten freigesprochen. Grund: Der Täter habe nie die Möglichkeit gehabt, die Tat zu vollenden, weil das Opfer biologisch ein Mann war. Zwar habe er versucht, die Transsexuelle zu vergewaltigen; er habe jedoch das Ziel gehabt, die Tat an einer biologischen Frau zu vollenden und nicht an einem biologischen Mann, so Sjöstedt. "Man könnte zum Beispiel auch keine Leiche ermorden", erklärte der Richter weiter. Er gab aber zu, dass dieser Fall auch anders gesehen werden könne. Immerhin bezeichnete während des Verfahrens selbst der Täter sein Opfer als Frau. So hatte er die Transsexuelle während des Verfahrens immer als "sie" bezeichnet.

Das Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig. Es wird erwartet, dass die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel einlegen wird.

Fortsetzung nach Anzeige


Ex-Freund rettete das Opfer

Die Tat ereignete sich vor dem Haus des Ex-Freundes der Frau. Der 61-Jährige hatte die Frau verfolgt und sie schließlich umgestoßen und brutal geschlagen. Dann hat er ihr die Hose heruntergerissen und versucht, sie zu vergewaltigen. Der Ex-Freund ist jedoch vor dem Vollenden der Tat aus dem Haus gestürmt und hat den Täter gestellt, bis die Polizei am Tatort eintraf.

Das Opfer hat sich bereits seit mehreren Jahren einer Hormontherapie unterzogen und trägt im Alltag ausschließlich weibliche Kleidung. (dk)

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Reaktionen zu "Richter: Transsexuelle kann nicht vergewaltigt werden"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
06.07.2012
14:27:25


(+4, 6 Votes)

Von Cersey
Aus Wittlich (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 30.05.2012


Also... gerade in Schweden hätte ich anderes erwartet.

Es geht doch nicht darum, ob er sie vergewaltigt hat, oder nicht.
Er hat es versucht, oder?
Ein Einbruch, bei dem man eine Tür nicht aufgebrochen bekommt, ist doch ebenfalls versuchter Einbruch, oder ist das dann auch bloß "widerrechtliches Betreten des Grundstücks XY"?

Der Kerl hat vermutlich keine männlichen Geschlechtsorgane erwartet (vielleicht auch doch, wer weiß schon, wieviel davon nun einfach nur Taktik des Anwalts ist...)
Aber das ändert doch nichts daran, dass eine Vergewaltigung geplant war?

Das Rechtssystem weist zu viele Lücken auf, die nach Belieben ausgenutzt werden können.

Welche Botschaft wird hier gesetzt?


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#2
06.07.2012
14:43:24


(+2, 8 Votes)

Von Enyyo


Ich bin auch ziemlich fassungslos über einen solch menschenverachtenden Richter!

Wie urteilt der Typ, wenn ein Mann einen Mann vergewaltigt? Wahrscheinlich ist das in seiner kleinen Geisteswelt nicht vorgesehen, deshalb der verachtende Spruch mit "Leiche ermorden".

Kommt aber durchaus auch vor und ist für das Opfer i.d.R. sogar schlimmer als die Vergewaltigung für eine Frau, da er vor lauter Scham kaum darüber sprechen kann bzw. ihm auch erst nach dem Prozedere (ärztliche Untersuchung usw.) geglaubt wird, was alleine psychisch schon extrem schwer durch zu stehen ist.

Da kann man wirklich nur hoffen, dass es weiterführende Prozesse gibt und dieser Täter seiner Tat gemäß verurteilt wird!


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#3
06.07.2012
14:43:28


(+4, 6 Votes)

Von unkown


Es ist abgrundtief widerlich, dass Vergewaltigungen an biologischen Gegebenheiten und anderen Dingen festgemacht werden und nicht an den Grenzen und dem Empfinden des Opfers. Das ist Täterschutz par Excellence! zum Kotzen!


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#4
06.07.2012
14:57:40


(+1, 9 Votes)

Von Claudia


@Enyyo: ich stimme dir zwar in der Beurteilung dieses Urteils generell zu, ABER: woher nimmst du die Unverschämtheit zu behaupten, eine Vergewaltigung sei für eine Mann als Opfer als für eine Frau???? Wie sexistisch ist das denn??
Und als ob einer Frau bei Anzeige geglaubt würde - selbst bei schwersten inneren und äußeren Verletzungen wird ihr kaum geglaubt, sie vor Gericht als Schlampe, selbst schuld oder lügnerin diffamiert - siehe Kachelmann, siehe so viele andere Vergewaltigungsverfahren!!!
Erst denken, dann schreiben!!!


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#5
06.07.2012
15:12:06


(+6, 6 Votes)

Von Cersey
Aus Wittlich (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 30.05.2012


Mit dem Beurteilen, wie schwer eine Vergewaltigung für wen ist, wäre ich vorsichtig.
Klar ist die allgemeine Einstellung "Einem Mann passiert sowas nicht" ein Faktor in der Bewältigung dieses Erlebnisses.
Allerdings geht es den wenigsten Frauen besser.
Bei Frauen ist eine (vaginale) Vergewaltigung von den Verletzungsgraden meist schwieriger zu beweisen, als bei Männern.
Wieviele Männer werden aus Mangel an Beweisen freigesprochen?
Wieviele Fehlentscheidungen sind vermutlich darunter?
(Von irgendwelchen Beispielen sehe ich jetzt mal ab. Denn bestehende Urteile aus Mangel an Beweisen, traue ICH mir nicht zu, anzuzweifeln. Erstrecht, wenn mir manche Fälle eh suspekt sind...)

Ob Frau oder Mann: Eine Vergewaltigung ist zerstörerisch. Und da zu urteilen, für wen es schlimmer ist, finde ich schon reichlich unfair.


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#6
06.07.2012
16:53:22


(-1, 5 Votes)

Von Enyyo
Antwort zu Kommentar #4 von Claudia


Hallo Claudia, ich darf Dich daran erinnern, dass Frauen sich manchmal auch als Opfer darstellen, obwohl sie es nicht sind?

Die Karriere bspw. von Andreas Türck wurde dadurch zerstört und sicher gibt es noch sehr viele Opfer falscher Vergewaltigungsvorwürfe, die nicht so prominent sind.

Frauen haben da eine gewaltige Macht und bspw. Udo Jürgens sagte mal in einem Interview er achte darauf, nie mit einer Unbekannten alleine im Aufzug zu sein, um danach nicht von ihr mit falschen Anschuldigungen vor den Kadi geschleppt zu werden...

Du stürzt Dich ja auch gleich wieder auf die pöhsen Männer, die Frauen immer nur unterdrücken wollen.

Aber das führt vom Thema weg, ich will ja keiner Missbrauchten ihren Schmerz klein reden - dass es einem vergewaltigen Mann aufgrund seiner Sozialisation i.d.R. aber NOCH schwerer fällt, darüber zu reden bzw. Glauben bei Helfern/Polizei zu finden, kannst Du aber hoffentlich nach vollziehen?

Und es gibt auch den leider gar nicht so seltenen (emotionalen und auch physischen) Missbrauch von kleinen Jungen durch Mütter/Frauen - aber darüber wird natürlich kaum gesprochen, Kinderschänder sind ja (fast) immer die Schweifträger...


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#7
06.07.2012
16:59:07


(0, 6 Votes)

Von Arthas
Antwort zu Kommentar #4 von Claudia


naja, so einfach ist das auch nicht, es gab schon genug Fälle wo eine Frau behauptet hatte ihr Ehemann habe sie vergewaltigt nur weil sie sich an ihm rächen wollte (Wie bei Kachelmann oder auch "Der Mißbrauch mit dem Mißbrauch"). Oder wo einfach mal eine Vergewaltigungsgeschichte erfunden wird um jemanden mundtot oder unglaubwürdig zu machen wie z.B. bei julien Assange. Enyo meint, glaube ich, das es für einen Mann viel schwieriger (und desalb in dem Sinne schlimmer) ist darüber zu reden wenn er vergewaltigt wurde als bei einer Frau, weil das ein bei einem Mann ein Zeichen von Schwäche wäre das sich jemand eingestehen müsste. Dieses enstspricht aber nich dem Geschlechterbild unserer Gesellschaft wo bei einer Vergewaltigung der Täter IMMER männlich und das Opfer IMMER weiblich ist.


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#8
06.07.2012
17:30:16


(+1, 5 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #3 von unkown


eine wiederliche tat, ein wiederliches urteil!
Was sich von solcher "rechtssicht" noch weiteres ableiten lässt, bleibt lieber unerwähnt.. sonst wird es noch rechtgepflogenheit.
Eine schande für die rechtssprechung, eine schande für schwedens ansehen in der, an humanistischen idealen gemessenen welt!

protest add:
Nordische Botschaften Felleshus / Gemeinschaftshaus
Rauchstraße 1
D-10787 Berlin
Tel.: +49 (0)30-50 50 0
Fax: +49 (0)30-50 50 11 01
info@nordischebotschaften.org


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#9
06.07.2012
17:47:45


(+3, 5 Votes)

Von Jens
Antwort zu Kommentar #4 von Claudia


Männer und Jungen erstatten nach sexuellen Übergriffen aus diversen Gründen seltener Anzeige, das ist erwiesen.
Unter anderem liegt es daran das Vergewatigung und sexueller Missbrauch von Männern und Jungen noch tabubehafteter ist.


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#10
06.07.2012
17:53:33


(+4, 4 Votes)

Von sylviafee
Aus Berlin
Mitglied seit 02.05.2008


Vergewaltigung ist für jeden Menschen schlimm:
Egal ob für einen Mann oder eine Frau.
Sorry ich bin völlig fassungslos, dass in Schweden solch ein urteil gefällt wurde. Hoffentlich kommt das vor die europäische Menschenrechtskommission.
Wann werden wir endlich verstanden.
Wir sind und empfinden als Frauen oder Männer, lediglich der Körper ist bei der Geburt ein anderer.
Deswegen spreche ich auch immer von der Angleichung. Nie von umoperieren.
Bitte nicht in einen Gender krieg wegen so einem Schwachkopf von Richter verfallen.


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