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  • 07.07.2012           20      Teilen:   |

Griechenland

Urlaub in Athen? Jetzt erst recht!

Gay Pride in Athen: Rund 10.000 Menschen nahmen Anfang Juni 2012 an der bunten Parade teil - Quelle: Briand Bedford
Gay Pride in Athen: Rund 10.000 Menschen nahmen Anfang Juni 2012 an der bunten Parade teil (Bild: Briand Bedford)

Trotz Krise bleibt Griechenland für schwule Besucher eines der Highlights des Kontinents. Eindrücke vom CSD in der Hauptstadt Athen.

Von Briand Bedford

"Krise, welche Krise?" Das war die Gegenfrage der Besitzer schwul-lesbischer Geschäfte, als ich mich nach meiner Ankunft in Athen über die Auswirkungen der drohenden Staatspleite informieren wollte. Manchmal, wenn man durch die schöneren Straßen des Stadtzentrums flaniert, könnte man denken, dass Griechenland nicht in einer seiner schlimmsten Wirtschaftskrisen aller Zeiten steckt.

Ich bemerkte, wie geschäftig die schwulen Bars und Clubs in Athen insbesondere am Wochenende sind. Am besten liefen populäre Institutionen wie "El Cielo", "Eight Sin" oder "Sodade". Sogar Cafés oder Restaurants wie der "Rooster" oder "Myrovolos" waren randvoll. Gibt es in dieser 7.500 Jahre alten Stadt wirklich eine Krise? Vielleicht wird dieser Ort immer noch von Zeus und Athene geschützt? Aber wie lange noch?

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Die schwule Szene hält zusammen

Duschen gegen die Krise: schwule Rooftop-Party des Café Rooster auf einem Hoteldach mit Rund-um-Blick - Quelle: Briand Bedford
Duschen gegen die Krise: schwule Rooftop-Party des Café Rooster auf einem Hoteldach mit Rund-um-Blick (Bild: Briand Bedford)

Der achte Athener CSD lockte Anfang Juni rund 10.000 Teilnehmer an. Die Parade endete am frühen Abend auf dem Klafthmonos-Platz im Stadtzentrum. Dort stand ein Info-Stand nach dem anderen, und auf der Bühne gab es ein großes Kulturprogramm.

Dieser CSD ist einzigartig, da er mit keinem Cent an öffentlichen Geldern gefördert wird. Das Geld haben statt dessen über 100 griechische und internationale Künstler zusammengekratzt, indem sie ihre Kunstwerke bei einer Auktion in der Athener "Breeder"-Galerie an den Mann gebracht haben. Den Rest der Finanzierung hat die Community gestemmt. Und alle CSD-Organisatoren haben ehrenamtlich gearbeitet.

Dennoch: Man sieht den Menschen in Athen ihre Enttäuschung über die politische Situation an. Kaum jemand glaubt noch daran, dass die jüngsten Wahlen die Lage der LGBT-Community verbessern werden. Viele sind besonders sauer, dass gerade die Parteien, die das Land in die miserable finanzielle Lage gebracht haben, nun wieder am Ruder sind. Andererseits macht vielen aber auch die zunehmende Popularität von links- und rechtsextremistischen Gruppierungen Sorge.

Es gibt einen Konsens unter CSD-Besuchern: Die Krise wird von den Politikern als Ausrede verwendet, nichts für die Bürgerrechte zu tun. Hier gibt es im Vergleich zu anderen EU-Ländern erhebliche Defizite: Schwule und Lesben stehen in der Krise besonders unter Druck, kein Coming-out zu wagen - sie könnten ihren Job verlieren. Auch die Wohnungssuche ist schwierig für Menschen, die geoutet sind. Und HIV-Positive sollten ihren Gesundheitsstatus beim Arbeitgeber geheim halten. Die LGBT-Community leidet leise und wartet auf bessere Zeiten.

Die Hotelpreise sind um ein Drittel gesunken

Sehen und gesehen werden: In der schwulen Szene von Athen herrscht Business as usual - Quelle: Briand Bedford
Sehen und gesehen werden: In der schwulen Szene von Athen herrscht Business as usual (Bild: Briand Bedford)

Auch Touristen bekommen die Krise zu spüren: Mehrere der Fünf-Sterne-Hotels in Athen mussten schließen. Experten gehen davon aus, dass dieses Jahr 30 Prozent weniger ausländische Besucher in die griechische Hauptstadt reisen. Zumindest die Besucher wird es freuen: Es gibt weniger Touristen in der sonst eng gedrängten Innenstadt, und die Hotelpreise sind im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel gesunken. Ein guter Grund, um in Europas erste Kulturhauptstadt hinein zu schnuppern.

Eine der besten Adressen in Athen ist das Hilton. Das schwule Nachtleben im Stadtteil Gazi ist nur rund zehn Minuten vom Hotel entfernt, Taxis sind nach wie vor günstig. Das neue schwule Zentrum ist die Bar "Eight Sin", die eine hervorragende Auswahl an Cocktails und eine gute Musikauswahl anbietet. Gefeiert wird bis auf die Straße hinaus. Für Touristen ist die "achte Sünde" ein guter Ort, um den Abend zu beginnen. Man sollte sich aber nicht gleich in die schnuckeligen Barkeeper vergucken.

Am Abend sollte man auch einen Besuch im "Sodane" einplanen. Das ist der populärsten Tanzschuppen in der Stadt. Am Freitag- und Samstagabend ist hier immer die Hölle los.

Cruisen mit Blick auf die Akropolis

Wer die Einheimischen noch intimer kennenlernen will, sollte sich in die "Alexander"-Sauna aufmachen. Hier gibt es nicht nur ein erotisches Labyrinth, sondern auch eine Dachbar mit Blick auf die Akropolis. Die "Flex"-Sauna ist ein sehr modernes Badehaus mit einem Whirlpool auf dem Dach und einem voll ausgestatteten Fitnessstudio.

Manche Dinge bleiben trotz der Krise gleich: das fantastische Wetter und die großartigen historischen Sehenswürdigkeiten. Besonders empfehlenswert ist das neue Akropolis-Museum, das vom Schweizer Architekten Bernard Zschumi entworfen wurde. Außerdem gibt es im Land noch 1.400 Inseln, von denen keine wie die andere ist. Griechenland bleibt also die ideale Urlaubs-Destination, jetzt erst recht!

Übersetzung aus dem Englischen: dk

Links zum Thema:
» Ausführliche Szeneinfos für Athen gibt es auf gayguide.gr
Mehr zum Thema:
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Reaktionen zu "Urlaub in Athen? Jetzt erst recht!"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
07.07.2012
11:31:27


(+6, 8 Votes)

Von Michael Weiner


HILTON und 5-Sterne Hotels - der Autor scheint ja ziemlich gut zu verdienen... ^^was ist mit low budget Reisende?


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#2
07.07.2012
11:57:04


(+6, 8 Votes)

Von ehemaligem User alexMuc
Antwort zu Kommentar #1 von Michael Weiner


Vermutlich wird sein Zimmer, von einem bekannten schwulen Verlag bezahlt und nicht von Ihm selbst. Aber so Reiseführer schreiben ist, glaube ich sein Job. Die andere Seite ist und falls Du es noch nicht gemerkt hast, es gibt weder arme Schwule, noch dicke Schwule, noch alte Schwule.


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#3
07.07.2012
12:10:24


(0, 4 Votes)

Von Ullrich
Antwort zu Kommentar #1 von Michael Weiner


Youthhostel und die Klappe am Syntagmaplatz.


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#4
07.07.2012
12:30:49
Via Handy


(-8, 12 Votes)

Von Cityboy


Wer will noch ernsthaft in dieses Drecksland reisen? Meine Steuergelder die dort verschwendet werden reichen zu genüge. Ich fliege ins aussereuropäische Ausland in den Urlaub. Ist schöner, interessanter und die Menschen sind netter. Ich mag die europäische Mentalität nicht.


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#5
07.07.2012
12:37:08


(+10, 12 Votes)

Von Wake Up
Antwort zu Kommentar #4 von Cityboy


Du Pimpf und Opfer der Springerpresse. Dein Geld ist an die Banken gegangen und nicht an die Bürger und den Schwulen von nebenan.


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#6
07.07.2012
13:02:05


(+4, 6 Votes)

Von Leo G


Wenn man bei GR die Griechen abcheckt, dann sieht Mann, was einem alles entgeht.


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#7
07.07.2012
13:20:46


(+8, 12 Votes)

Von Mister_Jackpot
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Cityboy will also lieber ins aussereuropäische Ausland, weil er die europäische "Mentalität" nicht mag? Wie wärs dann mit so perfekten Urlaubsdestinationen, wie Russland, Iran oder den Vereinigten arabischen Emiraten? Die sind da sehr offen und lieben alle Schwulen! :-) *Ironiemodus aus! LOL Viele liebe Grüsse und polla xairetismata von einem halben Griechen! :-) Ich fliege Ende des Monats wieder runter...zwar nicht nach Athen, aber in die griechische Sonne, um die netten Griechen am Strand abzuchecken! Ciao! :-)


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#8
07.07.2012
13:41:40


(-8, 10 Votes)

Von hahahaha


Stop dreaming greek cocks stupid Germanistans and go to work now... I have bills to be paid!
Go german gays hahahaha


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#9
07.07.2012
13:50:32


(+2, 6 Votes)

Von Mister_Jackpot
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von hahahaha


Ela RE MALAKA POUSTI!!! :-)


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#10
07.07.2012
15:04:46


(+2, 2 Votes)

Von Sternschnuppe


Dazu fällt mir das hier ein:

Link zu www.myvideo.de

Trotzdem: Athen lohnt sich.


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