Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 08.07.2012           22      Teilen:   |

Russland: Verhaftungen in St. Petersburg, Ministerin findet Homosexuelle "krank"

Während seiner Rede wurde der Aktivst Yury Gawrikow von Polizeibeamten aus dem Park gezerrt - Quelle: gayrussia.ru
Während seiner Rede wurde der Aktivst Yury Gawrikow von Polizeibeamten aus dem Park gezerrt (Bild: gayrussia.ru)

Bei verbotenen CSD-Aktionen in St. Petersburg wurden am Samstag acht Aktivisten festgenommen. Die russische Gesundheitsministerin nannte Homosexualität unterdessen "zum Teil eine Krankheit" und verglich sie mit Drogensucht.

Von Carsten Weidemann

Für Schwule und Lesben gilt in Russland keine Versammlungsfreiheit: Beim Versuch, in der russischen Stadt St. Petersburg trotz Verbots zwei CSD-Kundgebungen abzuhalten, wurden am Samstag acht Aktivisten festgenommen. Einige mussten die Nacht in Polizeigewahrsam verbringen.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Stadtverwaltung eine Kundgebung für die Rechte von Schwulen und Lesben noch überraschend genehmigt, keine 24 Stunden später jedoch einen Rückzieher gemacht (queer.de berichtete). Das Verbot sei ergangen, "nachdem eine riesengroße Anzahl an Bürgern die Behörden gebeten haben, diese Veranstaltung zu verhindern", erklärte ein Pressesprecher des Gouverneurs.

Ein kleines Häuflein von Aktivisten und etwa doppelt soviele Journalisten versammelten sich dennoch am Samstag in einem St. Petersburger Park. Die Aktvisten hielten Reden und zeigten Transparente. Drei Personen wurden daraufhin von der Polizei abgeführt. Fünf weitere Aktivisten wurden später bei dem Versuch festgenommen, eine Mini-Kundgebung am Smolny Komplex abzuhalten.

St. Petersburg war vor wenigen Monaten international die Schlagzeilen geraten, weil die Stadtverwaltung ein Gesetz gegen "Homo-Propaganda" beschlossen hat. Dieses Verbot sollte das Hauptthema des CSDs werden. Es untersagt jegliche positive Diskussion über Homosexualität in der Öffentlichkeit. Anfang April gab es bereits erste Festnahmen aufgrund des Gesetzes (queer.de berichtete).

Youtube | Video von der Kundgebung und den Festnahmen im Park
Fortsetzung nach Anzeige


Gesundheitsministerin vergleicht Homosexualität mit Drogensucht

Veronika Skvorzova ist erst seit 21. Mai 2012 russische Gesundheitsministerin. In vier Jahren zuvor war sie Stellvertreterin ihrer Vorgängerin
Veronika Skvorzova ist erst seit 21. Mai 2012 russische Gesundheitsministerin. In vier Jahren zuvor war sie Stellvertreterin ihrer Vorgängerin

Unterdessen erklärte die russische Gesundheitsministerin Veronika Skvorzova in einem Radiointerview, Homosexualität sei "zum Teil eine Krankheit". Schwule und lesbische Verhaltensweisen seien "schädliche vermittelte Gewohnheiten", meinte die Professorin der Neurologie am Samstagmorgen gegenüber dem Sender "Echo Moskvy". In einigen Fälle handele es sich sogar um eine "Abhängigkeit wie Rauchen oder Drogen", sagte Skvorzova; "Es ist eine Abhängigkeit, die psychologisch widerstandfähig wird. Und um sie zu überwinden, braucht man sehr große Anstrengungen."

Die Gesundheitsministerin sei zwar gegen diskriminierende Maßnahmen gegen die Betroffenen, allerdings stellte sie im Interview klar: "Ich finde, unsere Aufgabe ist es, die Kinder, die jüngere Generation richtig zu erziehen und vor den pathologischen Repräsentanten des Homosexualismus zu schützen. Um den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich richtig in ihrem Wesen zu formieren."

Vielen Dank an Konstantin Sherstyuk von der Rainbow Association für die Übersetzung des Interviews.

Youtube | Auch die weiteren Festnahmen wurden auf Video festgehalten
  Protestkundgebung in Berlin
Der LSVD Berlin-Brandenburg, die Schwusos, Die Linke.queer und weitere Bündnispartner rufen am Donnerstag, den 12.07.2012 in Berlin zur Solidaritätskundgebung mit russischen und ukrainischen LGBTs auf. Beginn ist um 17 Uhr vor der Komischen Oper (Glinkastraße Ecke Unter den Linden), von dort geht es gemeinsam weiter vor die russische Botschaft.
Links zum Thema:
» Das Interview mit der Ministerin auf Russisch anhören
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 22 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 82             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: sankt petersburg, russland, veronika skvorzov
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Russland: Verhaftungen in St. Petersburg, Ministerin findet Homosexuelle "krank""


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
08.07.2012
16:23:16


(+8, 8 Votes)

Von Jonasgay


Was für ein verlogener Staat! Mit Putin an der Spitze, der sich nach und nach als Diktator entpuppt leider kein Wunder.

Ich habe großen Respekt vor den mutigen queeren Menschen die trotz Verbot und Strafandrohung demonstriert haben und gezeigt haben das es uns gibt, egal wie sehr man uns unterdrückt!

Wie kann man von hier aus die Menschen dort am besten unterstützen, gibt es Möglichkeiten?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
08.07.2012
17:08:15


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Umso wichtiger, daß am 12. Juli viele Teilnehmer auf der Berliner Kundgeburg erscheinen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
08.07.2012
17:12:10


(+7, 9 Votes)

Von Peter Hartz


Putins beste Freundin in Deutschland ist seit einem Tag mit dem Listenplatz 12 der SPD in Niedersachsen abgesichert.

Bild-Link:
2,h=493.bild.jpg


Bild-Link:
putinbesuch500_fitwidth_420.jpg


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
08.07.2012
17:40:55


(+3, 7 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Alle, die am 28.6.2012 mit "nein" gestimmt haben -allen voran Merkel und ihr gelbes Schosshuendchen- , haben eine direkte Beteiligung an den menschenverachtenden Vorkommnissen in St. Petersburg und ganz Russland.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
08.07.2012
19:43:23


(+4, 6 Votes)

Von lesMam
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Mhhhh, vielleicht ist die Frau Ministerin auch nur sauer, weil sie noch von keiner Frau angesprochen wurde...

Man weiß es ja nicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
08.07.2012
21:03:32


(+5, 7 Votes)

Von Chris90


Was denkt sich so eine Frau eigentlich? Ich glaube die müsste sich mal untersuchen lassen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
08.07.2012
21:37:39


(+6, 8 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


immer wieder erstaunlich, dass diese AKADEMIKER, wenn es ihnen politisch etwas bringen könnte, in das letzte jahrhundert verfallen !
es werden alle MÜLLEIMER über uns ausgeleert, die sich finden lassen !
ich hasse persönliche angriffe, aber in solchen fällen, in denen es die intelligenz der betroffenen eigentlich nicht zulassen dürfte, solche ÄUSSERUNGEN VON SICH ZU GEBEN"!; IST FÜR MEINE BEGRIFFE SOGAR MOBBING ANGESAGT !

solche kreaturen sollen und müssen bestraft werden und sei es nur durch öffentliche verachtung !!!
wer in einer solchen position, den stab über andere bricht (mit bewussten lügen!), verstösst nicht nur gegen christliche "gebote", sondern ist moralisch mehr als verwerflich !!!
und gehört sofort aus dem amt entfernt !!!
aber es ist ja in russland !
SO ETWAS WÄRE IN DEUTSCHLAND UNDENKBAR ????????


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
08.07.2012
22:31:12


(+4, 4 Votes)

Von Lapushka


Wie kann ein Mensch Gesundheitsminister sein, der einfach wahllos irgendwelche Phantasiebegriffe aneinanderreiht?

Erst wird behauptet, es sei "zum Teil" eine Krankheit (wie kann denn etwas teilweise eine Krankheit sein? Entweder, oder), dann aber soll es eine Ideologie sein ("Homosexualismus" tolle Wortneuschöpfung) und was genau soll ein "pathologischer Repräsentant" sein? Wie kann ein Mensch denn pathologisch sein?

Klingt danach als ginge es einfach nur darum, unterbelichteten Menschen Angst zu machen ("Mensch, da ist eine ganz schlaue gebildete Frau die ganz viele tolle Begriffe kennt mit denen sie untermauert wie gefährlich Homosexualität ist. Na dann glauben wir das mal") um die Bevölkerung weiterhin homophob zu halten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
09.07.2012
07:33:37


(+4, 6 Votes)

Von bastapapsta
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich finde es gut, dass es auf dem CSD Berlin einen Putin-kritischen Wagen gegeben hat, auf dem russische LGBT Aktivisten die Möglichkeit hatten, Putin und das Denuntiantenzum der russisch orthodoxen Kirche aufs Korn zu nehmen. Schön wäre es, wenn zukünftig in jeder deutschen Stadt russische Ativist/inn/en einen Wagen bekommen. Notfalls Gelder sammeln und den Aktivist/inn/en die Anreise bezahlen. Andere Nachbarländer könnten nachziehen. Gut fände ich einen lebensgrossen Papp-Putin ( Foto) der dann aufgestellt wird und jeder CSD Besucher Tomaten, faule Eier, Schprühsahne mitbringen und diesen damit bewerfen kann. Genauso mit der russisch orthodoxen Kirche.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
09.07.2012
07:34:42


(+3, 7 Votes)

Von Robin


Wenn ein Staat von so dummen und ahnungslosen Menschen regiert wird (selbst die Gesundheitsministerin hat offenbar null Ahnung), wird er früher oder später daran zugrunde gehen. Die ganzen Intellektuellen verlassen ja bereits das Land, wenn sie irgendwie können.

Schlimm ist nur, dass so ein Land aufgrund seiner militärischen Macht das Potential hat, andere Teile der Welt mit in den Abrund zu reißen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123  vor »


 POLITIK - EUROPA

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Grüne NRW schicken Sven Lehmann in den Bundestag Kein Termin für LGBTI-Aktivisten: Kultusminister redet lieber mit Homo-Hassern Berlin: Straße wird nach Homo-Aktivist benannt Was verbindet "Refugees and Queers"?
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt