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Beim CSD in Hannover war noch ein großer FDP-Truck dabei... (Bild: Wiki Commons / Bernd Schwabe in Hannover / CC-BY-SA-3.0)

Wir dokumentieren einen Offenen Brief des CSD-Vereins an die FDP-Fraktionen in Bürgerschaft und Bundestag sowie an den LSU-Landesverband Hamburg.

Sehr geehrter Herr Kruse, lieber Burkhardt, lieber Christian,

am 28. Juni haben die Bundestagsfraktionen Ihrer Parteien fast geschlossen gegen die eingereichten Anträge zur Öffnung der Ehe bzw. zur Gleichstellung der Eingetragenen Partnerschaft mit der Ehe gestimmt.

Nicht zuletzt aufgrund der z.T. öffentlichen Diskussion ist uns bewusst, dass es komplexe Gründe für das negative Abstimmungsverhalten gibt. Am Ende steht jedoch das Ergebnis: Homosexuelle werden weiter diskriminiert.

Ihre Parteien haben mit dem Abstimmungsverhalten gezeigt, dass sie nicht hinter dem Motto des diesjährigen Hamburger Christopher Street Day stehen: "Ehe 2.0 - Nach den Pflichten jetzt die Rechte". Wir sind deshalb von mehreren Personen aufgefordert worden, Sie von der CSD-Demonstration und weiteren Pride-Veranstaltungen auszuschließen.

Hamburg Pride e.V. versteht sich als pluralistische Plattform für Kräfte, die sich für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen einsetzen. Vor diesem Hintergrund schließen wir keine demokratischen Organisationen von den Veranstaltungen zum Hamburg Pride aus.

Wir fordern Sie aber ausdrücklich dazu auf, Ihre Teilnahme an der politischen Demonstration zum Christopher Street Day sowie am Straßenfest zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Lars Peters
Erster Vorsitzender Hamburg Pride e.V.

Anmerkung der Redaktion: Michael Kruse, Burkhardt Müller-Sönksen und Christian Röbcke wurden vom CSD-Verein als Adressaten des Offenen Briefes ausgewählt, weil sie die Antragssteller für die Teilnahme von Fahrzeugen an der CSD-Parade bzw. für die Stände auf dem CSD-Straßenfest sind.



#1 OleBAnonym
#2 stromboliProfil
  • 09.07.2012, 15:11hberlin
  • ein , im rahmen ihrer überzeugung rechtschaffener versuch, die parteien zum verzicht auf anwesenheit und plakativer werbung in eigensache aufzufordern!
    Wenigstens hierzu haben sich hamburger aufgerafft, was kölner offensichtlich für nicht nötig halten: den betreffenden parteien den spiegel ihrer handlungen vorzuhalten!

    Wenn das ein signal für die kommenden jahre auch in anderen städten ist , wäre wenigstens hier ein erfolg zu vermelden.
    Man darf den parteien ungestraft ihr handeln nicht durchgehen lassen!
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#3 -H-P-Anonym
  • 09.07.2012, 15:27h
  • Ich bin bestimmt kein Freund der FDP - und der CDU schon gar nicht.

    Populär mag der "offene Brief" sein, viele Schwule mögen ihn beklatschen.
    Ob er auch klug ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Das wissen wohl auch die Veranstalter, die sich mit dem Text erkennbar schwer tun. "Wir schließen niemand aus, aber überdenkt selbst eure Teilnahme....."

    Da will sich jemand waschen, aber nicht nass gemacht werden.
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#4 sanscapote
  • 09.07.2012, 15:32h
  • Text: "...schließen wir keine demokratischen Organisationen von den Veranstaltungen zum Hamburg Pride aus.
    Wir fordern Sie aber ausdrücklich dazu auf, Ihre Teilnahme an der politischen Demonstration zum Christopher Street Day sowie am Straßenfest zu überdenken."

    Wir begruessen den offenen Brief.

    Er winkt sanft mit dem Zaunpfahl.

    Moechte der CSD in Wirklichkeit die homophoben Parteien-Vertretungen vom Hamburg Pride ausschliessen, getraut sich aber nicht?

    Das Ergebnis der Abstimmung am 28.6.2012 ist eine Schande fuer die sich mehrheitlich zusammen gerotteten Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

    "Ehe 2.0 - Nach den Pflichten jetzt die Rechte"

    Klar, das fordern wir!! von demokratischen Parteien.

    So wie sie die o.g. gebaerdet haben, sind sie keine demokratischen "Organisationen" und daher gehoert ihnen die Teilnahme voellig untersagt!
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#5 dobrapivo
  • 09.07.2012, 15:35h
  • Naja, das zeigt nur, dass es bei den CSDs nicht um politische Demonstration geht, sondern um das Event. Und das nehmen beide Seiten gerne in Kauf. Dann soll man aber nicht immer so tun, als würde man sich dort ehrlich höherem verschreiben. Es geht um Party und Event.

    Oder würde ein echter Demonstrationsveranstalter jemand eine Plattform geben, der das Gegenteil des angeblichen Mottos vertritt? Wenn ja, können proNRW und Salafisten ja zukünftig gleich nebeneinander protestitieren.Antworten » | Direktlink »
#6 LorenProfil
  • 09.07.2012, 15:37hGreifswald
  • Während bei uns in Köln in alter Klüngelmanier gemeinsam geschunkelt wurde (was den Veranstalter und die gen. Parteien angeht), verfasst Herr Peters einen wohlformulierten und inhaltlich ansprechenden Brief. Sehr gut.

    "Am Ende steht jedoch das Ergebnis: Homosexuelle werden weiter diskriminiert." Eben.
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#7 jajajaAnonym
  • 09.07.2012, 15:56h
  • finde ich gut. wenigstens hamburg nimmt ernst wie wütend wir auf fdp und cdu sind.
    die ham aufm csd absolut nichts zu suchen.
    verräter.
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#8 FDP-ChristianAnonym
  • 09.07.2012, 16:28h
  • Also dieser Brief ist eine Schande...

    Wie kann man, wenn man für Pluralismus steht, die Regierungsparteien ausschließen??

    Ich fühle mich beschämt, was dieser CSD-Verein unternimmt...

    Das ist noch ein Grund, diese sinnfreien Nackt-Tanz-Veranstaltungen nicht zu besuchen.
    Ich kann nur alle Menschen mit Verstand und Rechtsstaatlichkeitsdenken dazu auffordern, diesen CSD zu meiden.
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#9 RalfAnonym
  • 09.07.2012, 16:37h
  • Schon seit Jahren ist es für mich ein Ärgernis, bei den Paraden in Frankfurt und Mannheim Wagen der FDP und der CDU (LSU) teilnehmen zu sehen. Es ist nicht zu rechtfertigen, an einer Demonstration für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben Gruppierungen mitwirken zu lassen, die sich für das genaue Gegenteil engagieren.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.07.2012, 16:44h
  • Ein trefflich formulierter offener Brief. Ob jedoch FDP und CDU dem folgen, bleibt abzuwarten.
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