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Die "Politpopband" aus Duisburg wird beim CSD in ihrer Heimatstadt nun doch nicht auftreten (Bild: Die Bandbreite)

Drei Wochen vor dem Event wurde das umstrittene Hip-Hop-Duo wieder ausgeladen. Teile der Szene hatten ihm Homophobie vorgeworfen.

Von Carsten Weidemann

Erst verteidigten sie das umstrittene Duo, nun haben die Duisburger CSD-Organisatoren von "DU Gay e.V." doch noch die Notbremse gezogen: Aus dem geplanten Auftritt der HipHop-Band "Die Bandbreite" am 28. Juli beim schwul-lesbischen Fest in der Ruhrgebietsstadt wird nichts, es wurde wieder ausgeladen. Damit haben heftige Proteste aus Teilen der Szene offensichtlich Wirkung gezeigt - der Band war u.a. Homophobie und Antisemitismus vorgeworfen worden (queer.de berichtete).

Der CSD-Verein "DU Gay" teilte die Entscheidung bereits am Freitag auf seiner Facebook-Seite mit: "Die Bandbreite tritt beim diesjährigen CSD Duisburg nicht auf!", war dort kurz und knapp zu lesen. Auf Nachfrage eines Users wurde eine ausführliche Stellungnahme für "nach dem CSD Köln" angekündigt - bislang wurde jedoch nichts veröffentlicht. Gegenüber der WAZ-Mediengruppe bestätigte Band-Mitglied Marcel Wojnarowicz ("Wojna") die Ausladung. Ein Grund sei ihm vom "DU Gay e.V." nicht genannt worden.

"Die Bandbreite", zu der neben Wojnarowicz auch Torben Eckhoff gehört, sollte als Haupt-Act auf der CSD-Bühne auftreten. Umstritten ist das Duisburger Duo vor allem wegen seines Liedes "Kein Sex mit Nazis", das Die Linke.queer NRW als "zutiefst homophobes Machwerk" bezeichnete. Grund sind die folgenden Textzeilen: "Der Führer Adolf Hitler war homosexuell / Und deshalb trieb er es mit Rudolf Hess in ei'm Hotel / Doch viel zu oft war Rudi in Europa unterwegs / Und dat ging dem geilen Adi ja ma tierisch auf'n Keks."

Youtube | "Die Bandbreite" präsentiert "Kein Sex mit Nazis" in einem Duisburger Lokalsender

Kritik kam auch von der Aids-Hilfe


Das CSD-Pkakat muss nun schnell korrigiert werden

Ende Juni hatten sich die CSD-Organisatoren noch hinter den Auftritt von "Die Bandbreite" gestellt. Zwischenzeitlich meldete jedoch die Aids-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel Kritik an einem weiteren Song der Musiker an: In dem aktuellen Lied "AIDS" greift Wojnarowicz Verschwörungstheorien auf, macht die US-Regierung für die Verbreitung des HI-Virus verantwortlich und fordert ein absurdes Sofortprogramm zur Erforschung des Aspirin-Wirkstoffs ASS bei Positiven.

Sascha Roncevic, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Duisburger Lesben und Schwulen (AkDuLuS), begrüßte gegenüber der WAZ die Absage des Auftritts: "Es ist gut, dass Schaden vom CSD Duisburg abgewendet wurde." In diesem Fall sei die "Toleranz das höhere Gut, dass man dem Vorrang geben musste, auch wenn sich Die Bandbreite nun missverstanden und benachteiligt fühlen sollte." Gleichwohl betonte Roncevic gegenüber der Zeitung, der AkDuLuS hätte es auch akzeptiert, wenn der CSD-Verein an dem Auftritt des umstrittenen HipHop-Duos festgehalten hätte.

Youtube | Ebenso umstritten: der neue Song "AIDS"

Nachtrag: Stellungnahme des CSD Duisburg

Am Dienstag veröffentlichte der "DU Gay e.V." schließlich folgende Stellungnahme:

"Der CSD Duisburg liegt uns allen am Herzen, daher haben wir auf die Vorwürfe gegen "die Bandbreite" und die damit verbundenen Boykottaufrufe reagiert und die Band vom CSD 2012 ausgeladen.

Die Tragweite der Entscheidung, die Band zum CSD einzuladen war uns zum damaligen Zeitpunkt leider nicht bewußt! Veranstaltungen wie der CSD dürfen nicht mit Homophobie- und Sexismus-Vorwürfen oder ähnlichem in Zusammenhang gebracht werden, von daher konnte es keine andere Entscheidung geben!

Wir entschuldigen uns für das ganze "Hin und Her" und die lange Wartezeit auf diese Erklärung, doch da wir das ganze ehrenamtlich und in unserer Freizeit organisieren, fehlt uns teilweise die nötige Zeit, um alles und immer sofort und zufriedenstellend zu beantworten.

Bitte unterstützt uns, bitte unterstützt den CSD Duisburg!"



#1 AlbertAnonym
#2 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 09.07.2012, 20:12h
  • Kulturbashing ist widerlich
    Die Bandbreite als Aids-Leugner oder gar homophob zu verleumden ist natürlich hochnotpeinlich, weil das ja genau jener Akt des Dissens ist, dem Kunst normalerweise aus erzkonservativen Kreisen ausgesetzt ist. Fakt ist: Die Bandbreite ist eine anspruchsvolle HipHop-Band, die lediglich unter anderem auch Verschwörungstheorien in ihre Texte künstlerisch mit einfließen lässt.
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#4 abcdAnonym
#6 abcdAnonym
  • 09.07.2012, 20:39h
  • p.s. würden fast nackte männer einen kleinen jungen betatschen und um ihn tanzen wäre der geschrei von wegen kindesmissbrauch groß. aber bei weibern ist es natürlich voll witzig
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#7 MarekAnonym
  • 09.07.2012, 20:42h
  • Bravo!

    Homophobe Acts haben auf CSDs nichts zu suchen - nur damit sie ihren Bekanntheitsgrad erweitern können und so mehr verkaufen...

    Ich wünschte nur, dass man das bei Paradenteilnehmern genauso macht und nicht vor Parteien kuscht.

    Wenn man homophobe Musikacts rauswirft, würde ich mir auch wünschen, dass man homophobe Parteien wie CDU/CSU und FDP auch von CSDs ausschließt. Sowohl von der Teilnahme an Paraden als auch deren Propaganda-Stände bei den Straßenfesten.

    Wer regelmäßig dafür sorgt, dass wir Menschen 2. Klasse bleiben, hat auch auf CSDs nichts zu suchen!!!
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#8 AlbertAnonym
#9 alexander
#10 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 10.07.2012, 00:05h
  • Antwort auf #7 von Marek
  • Salve Marek, alter Kamerad von der Kulturpolizei, schön dich hier wieder zu treffen.... ;-) (Nein,, reine Rhetorik, ich kenne Marek nicht)
    Ansonsten fiel mir ja heute wieder das böse Wort Gaystapo ein, sei es in Sachen Hamburg Pride oder der kunstfeindlichen Kampagne gegen Die Bandbreite...
    Hab' dann mal gegoogelt, viel Spaß ;-)
    www.viceland.com/germany/v1n0/htdocs/schwule.php

    Ich meine, man bewegt sich bei der Hatz gegen Kunst auf dünnem Eis und braunem Grund, auch wenn man sich selbstgerecht auf Seite der Guten wähnt, aber nichts anderes als Rufmord betreibt, wenn man die Band Die Bandbreite als homophob, antisemitisch oder Aidsleugner verleumdet.
    P.S.
    Und natürlich denke ich bei beiden Themen (Hamburg und Duisburg) an diese schöne Textzeile (Bitte selbst mal googlen, die Band kommt aus Düsseldorf): "die merken nicht, dass sie selber stinken, vor lauter Selbstzufriedenheit..."
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