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Hella von Sinnen (unverpartnert) will schon wieder, nur was? Ein Auto? (Bild: Marc Kersten - FLASH / www.flash-cologne.de)

Der CSD in Köln bewegte die homo- wie heterosexuellen Massen. Eindrücke und Schlaglichter vom Paradeweg, dem Straßenfest und den großen Events.

Von Christian Scheuß

Ja, ich will…
Das diesjährige CSD-Motto war nicht nur die Aufforderung an die Politik, endlich die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Es war zudem extra freigegeben worden für alle, um daraus die eigenen Forderungen auf Plakate und T-Shirts zu drucken. Auf den Transparenten der Paradewagen war davon wenig zu sehen. In Reden und an Infoständen tauchte es häufiger auf. Der Slogan hat aber in diesem Jahr dazu geführt, dass beinahe alle Medien behaupteten, der CSD sei viel politischer gewesen. Unsere Einschätzung: Er war nicht mehr oder weniger politisch als 2011, als das Motto lautete "Liebe ist…" Urteil: Mehr TOP als FLOP

Parade
Bislang war man etwas verwöhnt vom meist guten Wetter der vergangenen Jahre, doch schüttete es diesmal während der Aufstellung der Paradewagen in Deutz lang und heftig. Das führte dazu, dass man als Zuschauer auf der Deutzer Brücke mal wieder frei atmen und sogar raumgreifend tanzen konnte. Alle mehr oder weniger durchweichten Beteiligten hatten es zudem eilig. So schnell war der Zug noch nie durch die Straßen gefegt. Ein bisschen Regen zu Beginn schadet also nicht. Urteil: Mehr TOP als FLOP

Medienstand beim Straßenfest
BOX, FRESH, FLASH, phenomenelle.de, queer.de und das Filmfestival homochrom präsentierten sich erstmals an einem Gemeinschaftsstand während des Straßenfestes. Danke an den KLUST für die Bereitstellung. Da sich die Besitzverhältnisse in der schwul-lesbischen Medienlandschaft in den kommenden Monaten weiter ändern werden und damit der Umbau der Community-Presse munter voranschreitet – zahlreiche Gerüchte, Fakten und Analysen flogen in Köln durch die Luft – sieht die Zusammensetzung des Medienstandes im kommenden Jahr sicherlich anders aus… Urteil: TOP


Mainzelmännchen büzzt queer.de-Redakteur? Nix, hier ist AH-NRW Chef Patrik Maas präventiv tätig (Bild: Marc Kersten FLASH / www.flash-cologne.de)

Berichterstattung über den CSD
Der Express kann es nicht sein lassen, und hat sich mal wieder alter Klischee-Kamellen wie dem "schrillen CSD" bedient. Die Zeitungen berichteten ansonsten ausgewogen. Der WDR hatte sich zurückbesonnen und bringt mehr als sonst. Keine Liveübertragung der Parade, das macht ja bereits der Lokalsender center.tv. Stattdessen zog ein Journalist los und brachte Stoff für eine Reportage mit, die noch am Sonntagabend im WDR-Fernsehen lief. Die Zeit für den Zusammenschnitt war offensichtlich sehr kurz: Es gab viele Längen, eine mitunter schlechte Tonmischung, Namensverwechslungen und fehlende Erläuterungen über das Gezeigte. Dennoch ein menschelnder und launiger Überblick über das Wochenende. Bitte mehr davon. Urteil: TOP & FLOP

Politurbühne
Ein Programm von Naja bis Durchwachsen, dazwischen ein paar Juwelen wie die unverwüstliche Wanda Kay. Für die Talkrunden fehlte zudem ein routinierter und gut vorbereiteter Interviewer. Der Tontechniker war noch in der Ausbildung, Feedback-Gefiepe war ständig zu befürchten. Größtes Problem: Die mörderische Lautstärke. Nicht nur beim Medienstand war man nicht mehr in der Lage, Gespräche mit Besuchern zu führen. Tägliche Bitten an Techniker und Moderatoren halfen nicht, sehr wohl dagegen die von einigen mitgebrachten Ohrstöpsel. Sehr unsolidarisch, liebe Kollegen von der Bühne. Urteil: FLOP


Die Kessler-Zwillinge können es kaum glauben: So viele Homosexuelle, die ihnen zujubeln... (Bild: Dietrich Dettmann FRESH www.fresh-magazin.de)

Alice & Ellen Kessler / Alfred Schiefer, Ludwig Rubruck
Zu den heißesten Paaren des CSDs zählen auf jeden Fall Alfred und Ludwig, die mit dem Preis "Kompassnadel" des Schwulen Netzwerks NRW für ihre jahrzehntelange Unterstützung der Szene geehrt wurden (queer.de berichtete). Die beiden über Achtzigjährigen sind nicht mehr so ganz fit, aber sich verliebt angucken wie zwei junge Mädchen, das kriegen sie nach wie vor mühelos hin. Wären beide zehn Jahre jünger, hätten sie am Sonntag auf der Hauptbühne gemeinsam mit den Kessler-Zwillingen rocken können. Die Schwestern in den Siebzigern hätten sich zu Beginn etwas unsicher gezeigt gegenüber dem großen schwul-lesbischen Publikum, berichtet ein Augenzeuge. Doch dann hätten sie die Beine geschwungen wie – es passt auch hier – zwei junge Mädchen. Die Kesslers gehören damit seit Sonntag offiziell zur Liga der von uns so hoch und heilig verehrten Schwulenmuttis. Urteil: ABSOLUT TOP


Was waren deine Tops und Flops beim Cologne Pride 2012? Teilt Eure Eindrücke per Kommentar mit.



#1 MarekAnonym
  • 09.07.2012, 20:46h
  • Mein absoluter Flop des Cologne Pride 2012 war die Teilnahme der FDP sowohl an der Parade als auch mit Infostand beim Straßenfest.

    Wer regelmäßig gegen unsere Gleichstellung stimmt und uns dann auch noch für dumm verkaufen will, indem sie behaupten, das Gegenteil zu tun, hat auf CSDs nichts zu suchen! Weder mit Infoständen noch bei der Parade.

    Wer uns weiter als Untermenschen behandeln will, braucht dann auch nicht CSDs zu missbrauchen um mit verlogenen Propaganda noch ein paar Stimmen zu ergattern, weil manche das nicht durchschauen.
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#2 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 09.07.2012, 21:44h
  • @Christian Scheuß
    Der Typ, mit dem du auf dem Foto rumknutschst, heißt Patrik Maas.
    Ihr seht niedlich zusammen aus.

    Danke für das "niedlich", ansonsten: Ooops, heute habe ich es total mit den verkehrten Namen! Erst schreibe ich den Kompassnadel-Preisträger Alfred Schiefer konsequent falsch Alfons, und dann das! Ich kenne Patrik Maas seit ein paar Jahrhunderten, und am Samstag haben wir noch darüber geplaudert, dass ihn häufiger Leute als Patrik Hamm anreden... Nix für ungut an alle falsch Benannten. CS
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#3 alexander
  • 10.07.2012, 00:29h
  • also unterm strich :" MUSIKANTENSTADL FÜR SCHWULE UND LESBEN " ! das genau haben wir gebraucht und uns immer gewünscht !

    soll heißen, diese kölner SCHWULENMETROPLE schadet uns, die wir in einer gesamtrepublik leben, mehr als uns gut tut !

    schmieriger ( nennt man wohl leutseelig !), gehts nimmer !
    pfui deibel......!

    ich bin entsetzt, nix kreatives, nix reaktion auf FDP, "samma halt luschtig"!
    und bützen die hintern unsere ärgsten widersacher !!!
    in dieser beziehung ist köln genau die widerliche stadt geblieben, wie ich sie das erstmal vor 40 jahren kennengelernt habe !
    eigentlich nur grauenvoll ! wer da wie einige semiprominente lebt, der weiss warum !
    in einer stadt mit niveau wäre er (der promi) nur "allgemeinbürger", in köln reicht ein "lustiges hütchen" und ne dumme fresse !
    aber ein kräftiges " kölle alaaf " auf den mittelpunkt der schwulen welt !
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#4 wanderer LEAnonym
  • 10.07.2012, 02:26h
  • Geschätzte 20.000 Selbstdarsteller in der Parade, geschätzte 600.000 Zuschauer: Sagt das nicht genug? Spektakel, Show, Volksbelustigung. Man will besser nicht (mehr) dazugehören. Irgendwann vor Weihnachten gucke ich mir die Aufnahme an.
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#5 Fred i BKKAnonym
  • 10.07.2012, 08:55h
  • ......na mein Vorschlag ,hatte leider keine Wirkung,
    keine Tomaten- oder Grillsosse ...die
    falschen Fuenfziger der FDP kamen wiedermal ungeschoren davon......
    fehlen halt die Kerle auf dem CSD ...die Tuckis koennen sich dazu wohl nicht aufraffen ??????
    Die haben wohl nur ihr Schmink-Koefferchen im Kopf......Schade wiedermal den Schwanz eingezogen ......und keine Front gemacht .....
    ein Armutszeugniss......
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#6 RobinAnonym
  • 10.07.2012, 10:02h
  • Der CSD wird immer mehr Kommerz, Ficktreff und Plattform für (teilweise heterosexuelle) Exhibitionisten, die es genießen, vor tausenden Zuschauern mit Hundeknochen im Mund eine Kutsche mit ihrer Frau zu ziehen, mit Gasmaske und Gummianzug rumzulaufen und sich vor Zuschauern auspeitschen zu lassen.

    Und das Straßenfest besteht zu 99% aus Ständen, die genauso auf jedem anderen Straßenfest stehen. Und sogar von Parteien, die uns schaden, die aber unsere Veranstaltungen gerne für ihre Propaganda nutzen.

    Sorry, aber das hat mit der eigentlichen Idee des CSD nichts mehr zu tun. Der CSD war mal politische Demonstration für unsere Rechte und wird immer mehr zur Freak-Show für Volksbelustigung und zur Einnahmequelle für Unternehmer und Parteien, die uns sonst nicht mit dem Arsch angucken.
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#7 FelixAnonym
  • 10.07.2012, 10:17h
  • Meine ich das nur oder nehmen von Jahr zu Jahr weniger Gruppen am CSD teil?

    Okay, dieses Jahr mag der anfängliche Regen vielleicht auch manche doch noch kurzfristig von der Teilnahme abgesagt haben (oder sind alle angemeldeten mitgegangen?).

    Aber das habe ich auch schon die letzten beiden Jahre beobachtet.
    Um mal dieses Jahr zu nehmen:
    wer dieses Jahr (und teilweise auch schon letztes Jahr) nicht mehr dabei war, in früheren Jahren aber schon:
    - WDR
    - Rosa Funken
    - Velspol (Verein schwuler und lesbischer Polizisten)
    - Green Barets (schwule Fans von Militäruniformen)
    - "schwuler Landadel"
    - schwul-lesbische Rollstuhlfahrer und andere Schwule und Lesben mit Handicap
    - Gay Asia (schwule Chinesen, Japaner, Koreaner, Thais, Philippinos, etc.)
    - schwule und lesbische Türken und Araber
    - Hellas Gays (schwul-lesbische Griechen)
    - auch bei den Delegationen aus anderen Städten (inkl. Jugendgruppen) gibt es von Jahr zu Jahr weniger
    - auch die Drag Queens werden weniger
    - auch die Wagen von Clubs, Discos, etc. werden weniger (wo war z.B. der Wagen des Star Treff, etc. etc.)
    - etc. etc. etc.

    - Und richtige Fußgruppen ohne Verkleidung (einfach nur Leute mit Jeans und T-Shirt, die mit Plakaten mit politischer Aussage teilnehmen) werden auch immer weniger!

    Ich weiß nicht woran es liegt. Wird Köln für Schwule und Lesben unattraktiver? Liegt es an den Organisatoren?

    Jedenfalls hoffe ich sehr, dass das in kommenden Jahren wieder deutlich zunimmt.

    Und dass dann neben der Party und guten Laune auch wieder mehr politische Botschaft (inkl. Kichenkritik) rübergebracht wird!! Natürlich sollen wir uns nicht von den Homohassern die Laune versauen lassen und so grau und sauertöpfisch wie diese durch die Gegend laufen. Man kann ruhig politische Botschaft mit Spaß und Freude rüberbringen (dann kommt es wahrscheinlich sogar noch viel besser an). Aber wenn es nur noch Party ist und immer weniger politische Botschaft, wird es kritisch.
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#8 Der RickAnonym
#9 alexMucEhemaliges Profil
#10 JoonasAnonym
  • 10.07.2012, 20:36h
  • Meine Flops waren die Teilnahme von BILD und FDP, die den CSD als genau ausgerechnetes Marketinginstrument einsetzen, obwohl sie uns in der Praxis laufend schaden.
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