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Beim CSD in Frankfurt 2011 waren LSU und CDU noch ein Team (Bild: Volker. B. Radek)

Nach der Fast-Ausladung vom Hamburg Pride: Die Lesben- und Schwulen in der Union halten den Unmut in der Community zwar für "berechtigt", wollen aber nicht mit der Mutterpartei verwechselt werden.

Von Carsten Weidemann

Der Hamburger Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) brauchte nicht lange zu überlegen: Man habe "so oder so beschlossen, am CSD wieder teilzunehmen. Jetzt erst recht", heißt es in einer Pressemitteilung der LSU Nord vom Montagabend. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Hamburg Pride e.V. in einem Offenen Brief sowohl die LSU als auch die FDP aufgefordert, ihre Teilnahme am CSD in der Hansestadt zu überdenken (queer.de berichtete). Als Grund nannte der Verein die Ablehnung von Anträgen zur Öffnung der Ehe bzw. zur Gleichstellung Eingetragener Partnerschaften durch Schwarz-Gelb Ende Juni im Bundestag.

"Der Unmut der schwulen und lesbischen Community ist berechtigt", räumte LSU-Landeschef Christian Röbcke ein. "Der LSU Bundesverband hat das bereits kommentiert und seine Enttäuschung geäußert." Allerdings hätte er sich eine "stärkere Differenzierung" vom Hamburg Pride e.V. gewünscht: "Denn erstens ist die LSU nicht die Union. Und zweitens ist die Hamburger CDU nicht die gesamte CDU/CSU-Fraktion im Bundestag." Röbcke erinnerte daran, dass mit Jürgen Klimke sich sogar ein Hamburger CDU-Abgeordneter bei der Abstimmung zur Gleichstellung enthalten habe.

LSU: "Wir arbeiten für die gleiche Sache"


Mit Adenauer-Spruch für Homo-Rechte: LSU (Bild: LSU Nord)

Außerdem verwies der LSU-Chef auf die Gleichstellungspolitik von Ole von Beusts schwarz-grünem Senat: "Es war die Hamburger Union, die als erstes Bundesland eine weitreichende Anpassung des Lebenspartnerschaftsgesetzes auf Länderebene durchsetzte."

Röbcke hoffe, dass die Lesben und Schwulen in Hamburg "erkennen, dass wir für die gleiche Sache arbeiten, und ich bin mir sicher, dass wir auch weiterhin miteinander kooperieren". Auch ein Gutes habe die Diskussion um die Teilnahme der beiden Regierungsparteien, meinte der LSU-Chef: "Der CSD und das Straßenfest in Hamburg könnten endlich mal wieder politischer werden als in den vergangenen Jahren."



#1 MichaelTh
  • 10.07.2012, 11:23h
  • "Röbcke erinnerte daran, dass mit Jürgen Klimke sich sogar ein Hamburger CDU-Abgeordneter bei der Abstimmung zur Gleichstellung ENTHALTEN habe."

    Wow, was für ne Leistung! DAS ändert den Sachverhalt ja nun völlig!

    EIN HOCH AUF DEN CDU-MANN!

    EIN HOCH AUF DIE LSU!

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#2 CDU KritikerAnonym
  • 10.07.2012, 12:31h
  • LSU ist nicht CDU? Ja was denn sonst? Aber wahrscheinlich haben dort alle die gleiche Gehirnwäsche durchlaufen wie der Rest in dem Verein. Von Schülerunion über junge Unionion, dann Studium an einer Hochschule in einem möglichst CDU regierten Bundesland, Mitgliedschaft in der entsprechenden Studentenverbindung...Später vielleicht noch mit einer großzügigen Spende zum Doktortitel gekommen.

    Da kann man schon verstehen, dass es manchen schwer fällt, den Verein zu verlassen.
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#3 maaaaartinAnonym
  • 10.07.2012, 12:56h
  • hat schon mal jemand versucht auf der cdu seite nach lsu infos zu suchen.... ?

    was veranlasst jemanden eigentlich den schosshund einer partei zu geben, die aktiv die eigene rechtliche gleichstellung bekämpft und der man anscheinend so peinlich ist, dass man nicht mal auf der webseite erwähnt wird???? kennt sich jemand mit psychologie aus?

    und was heißt das jetzt? mitleid mit der lsu? "lass die clowns da drüben in ruhe - die sind sowieso schon gestraft genug"...
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#4 stromboliProfil
#5 stromboliProfil
  • 10.07.2012, 13:08hberlin
  • Antwort auf #3 von maaaaartin
  • wieso denn.. die lsu-leute kennen keinen einzigsten cdu'ler, wie mir aus vertrauenswürdiger quelle mitgeteilt wurde..
    Und wenn die sich begegnen auf der strasse, wechseln sie mit sicherheit den gehsteig!

    Also kein bösartiges nachsagen hier.. alles unschuldig unbeleckte opfer böswilliger nachrede.
    Das will erst mal bewiesen sein!!!
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#6 ThonAnonym
  • 10.07.2012, 13:32h
  • Sich enthalten ist schon eine wahnsinnige Leistung und bringt uns unglaublich weiter.
    Und die LSU hat bis jetzt auch unglaublich viel für uns getan. Und wovon träumen die nachts!
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#7 NilsAnonym
  • 10.07.2012, 15:27h
  • na...wenigstens mit einer Sache hat die LSU recht: Durch die Diskussion über die Teilnahme rückt das eigentliche Anliegen des CSD, eine politische Demonstration zu sein, endlich mal wieder in den Mittelpunkt. Spaß und Politik sollten gleichberechtigt nebeneinander marschieren bei so einer Demo, aber in einigen Städten scheint der Spaß doch weit an erster Stelle zu stehen. Zeit das zu ändern (auch das hat die Abstimmung deutlich gezeigt!) Es ist Zeit für den politischen Endkampf!
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#8 Timm JohannesAnonym
  • 10.07.2012, 15:32h
  • Gute Entscheidung des LSU Hamburg:

    Jede demokratisch legitimierte Partei ist willkommen, nur rechtsradikale Parteien haben auf einem CSD NICHTS verloren.

    Zwar bin ich sauer auf die CDU, da die CDU die Gleichstellung in der Einkommenssteuer und im Adoptionsrecht blockiert, und würde die CDU auch nie auf Bundesebene wählen, aber gleichwohl ist LSU und selbst CDU auf allen CSD willkommen.
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#9 CDU KritikerAnonym
  • 10.07.2012, 15:53h
  • Also diskutiert haben wir seit der Einführung der Homoehe mehr als genug.
    Neue Argumente konnte die CDU oder die FDP auch nicht vorbringen. Eine Partei, die immer noch für unsere Diskriminierung stimmt, hat auf einem CSD nichts zu suchen.

    Auf einer Fachmesse für vegetarisches Essen, wird ein Metzger, der seine Fleischgerichte anbietet, sicher auch nicht gerne gesehen.
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#10 GerdHAnonym
  • 10.07.2012, 18:27h
  • Schlimm genug, dass diese Leute sich überhaupt für den CSD angemeldet haben. Da sie sich immer noch als Teil der Community fühlen, sollte wir ihnen mit Buh-Rufen zeigen, dass sie hier nichts verloren haben.
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