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Die Altstadt von Gaziantep (Bild: Verity Cridland / flickr / by 2.0)

Bitte Update am Ende des Artikels beachten

In der Türkei soll ein 14-Jähriger seinen 26-jährigen Bruder getötet haben, weil dieser schwul ist. Das berichtet die Zeitung "Sabah Gazetesi".

Dem Bericht zufolge habe der 14-Jährige vor der Polizei ausgesagt, in der Schule wegen der Homosexualtität des Bruders gehänselt worden zu sein. Er soll daraufhin den Bruder beim Verlassen seiner Arbeitsstelle zur Rede gestellt haben. Dann habe er ihm die Kehle durchgeschnitten und weitere vier Mal auf ihn eingestochen.

Er bereue nichts, sagte der 14-Jährige dem Bericht zufolge. Er habe aus Scham niemanden mehr in die Augen schauen können. Eine Bestätigung für den Vorfall, der sich am letzten Mittwoch in Gaziantep im Süden der Türkei ereignet haben soll, liegt derzeit nicht vor.

Mehrere Morde pro Jahr

Der türkische LGBT-Aktivist Kemal Ordek kommentierte den Vorfall allerdings gegenüber dem britischen Magazin "Gay Star News" mit den Worten, der Vorfall zeige, "wie dieses System und diese Moral Kinder in Mörder verwandelt".

In der Türkei kommt es immer wieder zu Morden aus Homophobie, der "Ehrenmord" an Ahmet Yildiz im Jahr 2008 sorgte weltweit für Schlagzeilen. Eine Studie des Demokratischen Türkeiforums kam auf 13 Morde an Homosexeuellen und Trangendern im Jahr 2007, für 2008 zählte es 5 und für 2009 4.

LGBT-Verbände kritisieren ein mangelndes Vorgehen von staatlichen Stellen gegen Homophobie. Gelegentlich werden Homo-Verbände oder -Medien verboten. Zugleich hat sich in den Großstädten der Türkei eine größere Szene etabliert. (nb)

Update, 18. Juli 2012 Die Meldung hat sich inzwischen als falsch erwiesen: Zwar stimmen die Details, die Meldung ist aber über 20 Jahre alt. Eine Zeitung hatte ihr Archiv online gestellt, einige Artikel wie der zu dem Mord bekamen dabei versehentlich ein neues Datum. Die türkische Gruppe KAOS GL kritisierte jetzt Homo-Medien, dass man nicht bei ihnen nachgefragt hatte. Mehr dazu.



#1 LarsAnonym
  • 10.07.2012, 17:05h
  • "der Vorfall zeige, "wie dieses System und diese Moral Kinder in Mörder verwandelt"

    So sieht es aus!
    Natürlich muß der Jugendliche zur Rechenschaft geogen werden ( auch in Deutschland ist man mit 14 strafmündig), aber die Mitschuld, wenn nicht sogar die Hauptschuld liegt im System und der homophoben Gesellschaft.
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#2 OfftopicAnonym
  • 10.07.2012, 17:18h
  • Antwort auf #1 von Lars
  • In der Türkei ab 11 Jahren.

    Ab dem … Lebensjahr als strafmündig bewerten:

    7 Jahre: Bangladesch, Indien, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Südafrika, Sudan, Tansania, Thailand
    8 Jahre: Indonesien, Kenia, Schottland
    9 Jahre: Äthiopien, Iran (nur Mädchen), Irak, Philippinen
    10 Jahre: Nepal, Australien, Ukraine
    11 Jahre: Türkei
    12 Jahre: Kanada, Irland, Israel, Korea (Rep.), Marokko, Uganda
    13 Jahre: Algerien, Frankreich, Polen, Usbekistan
    14 Jahre: China, Dänemark, Estland, Italien, Japan, Rumänien, Russland, Slowenien, Vietnam
    15 Jahre: Ägypten, Finnland, Norwegen, Schweden, Island, Philippinen, Iran (Jungen)
    16 Jahre: Argentinien, Spanien, Portugal

    Die humaneren Länder haben oft ein höheres Strafmündigkeits- Mindesalter.
    Wer hat mit dem schlechten Abschneiden von Schottland gerechnet?
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#3 le_waldsterbenProfil
  • 10.07.2012, 17:24hBerlin
  • Solange Schwulen die Kehle durchgeschitten wird, Frauen diskriminiert und geschlagen und Christen getötet werden, ist die Türkei nicht reif für die EU!
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#4 RudiAnonym
  • 10.07.2012, 17:34h
  • Lebst du im Mitelalter? Wer istr denn Reif für die EU? ! Möchte die Türkei noch da rein ?!
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#5 seb1983
  • 10.07.2012, 18:11h
  • Antwort auf #3 von le_waldsterben
  • Mord ist auch in der Türkei verboten.
    Nur interessiert das was die Zentralregierung in Ankara treibt in dem riesigen Land auf den Dörfern und in Anatolien niemand. Dort wird noch "traditionell" Recht gesprochen was Moralvorstellungen angeht. Die zunehmende Islamisierung unter Erdogan wird aber auch in den Städten bald Früchte tragen und die, nach westlichen Maßstäben, schon heute extreme Machogesellschaft noch weiter verstärken.
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#6 EnyyoAnonym
  • 10.07.2012, 19:43h
  • Antwort auf #2 von Offtopic
  • Abgesehen davon kann man sich auch fragen, warum junge Menschen in den einen Ländern wie kleine Kinder behandelt werden, während sie in anderen schon eine gewisse Reife an den Tag legen müssen.

    Sicherlich greift auch in den hier gelisteten Ländern nicht das Strafrecht für Erwachsene. Und bezeichnenderweise ist im Iran die Strafmündigkeit von Mädchen viel niedriger als die von Jungen - diese dürfen also ungestraft mehr Mist bauen?!

    Abgesehen davon müssen die Leute mit der auch in der Türkei vorherrschenden Religion noch viel lernen - grauenvoll, was das z.T. für Auswüchse hat, wie sich hier wieder zeigt.
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#7 FelixAnonym
  • 10.07.2012, 20:32h
  • Das sind die Folgen von Homophobie!

    Und all die Hetzer aus Politik und Kirche, die ständig ihre Hände in Unschuld waschen, aber mit ihren Worten und Taten der Ungleichbehandlung Homophobie fördern, sind mitschuld daran.

    Und auch deren Wähler, Mitglieder, etc. haben Blut an ihren Händen.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 herve64Profil
  • 11.07.2012, 07:45hMünchen
  • Antwort auf #7 von Felix
  • Nun ja, die Kirche hat hier ausnahmsweise mal nichts damit zu tun. Abgesehen davon dürfte die Katholiban jetzt vollauf damit beschäftigt sein, die Inkontinenz ihres religiösen Oberhauptes, das die TITANIC aufgedeckt hat und diese katholischen Idioten durch die Unterlassungsklage offensichtlich indirekt bestätigt haben, vor der Öffentlichkeit zu vertuschen.

    Aber zurück zum eigentlichen Thema: es sind einfach die Folgen eines ständig gepredigten heterosexuellen Normverhaltens, das derartige Extremtaten fördert. Und solange sich da in der Erziehung nichts ändert, werden solche Straftaten bestenfalls in der Häufigkeit Kontinuität haben. Wenn nicht sogar ansteigen, was zu befürchten ist.
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#10 le_waldsterbenProfil