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  • 24. September 2004, noch kein Kommentar

Butterweicher Soul macht das Künstler-Kollektiv Soulounge mit seinem zweiten Album "Home" zum Geheim-Tip für alle Groove-Fanatiker.

Von Jan Gebauer

Ursprünglich als Freizeitprojekt der beiden Cultured-Pearls-Musiker Sven Bünger und Bela Brauckmann geplant, führt Soulounge inzwischen ein vitales Eigenleben. Die Idee war denkbar einfach: Man nehme befreundete Kollegen plus eine Auswahl begnadeter Soulklassiker und zelebriere ein großes Live-Fest. Irgendwann tauchte aber auch der Wunsch auf, eigene Soul-Meisterwerke zu erschaffen. Wenn die Vorbilder Namen wie Aretha Franklin, Marvin Gaye oder Al Green tragen, hängt die Messlatte eigentlich zu hoch, um daran zu nicht zu scheitern. Die Wahrscheinlichkeit einen Reinfall zu landen ist ziemlich hoch. Doch Soulounge ist mit dem Album "Home" weit davon entfernt.

Das Künstler-Kollektiv hat die richtigen Stimmen (darunter auch Astrid North, die bei Cultured Pearls die vokalen Akzente setzt), ausgezeichnete Arrangements und Vollblutmusiker, die das Gesamtwerk zu einer Perle in Sachen R&B machen. Fernab vom amerikanischen Mainstream-R&B, der allzu oft nur die gleichen Klischees präsentiert und über gängige Hip-Hop-Muster nicht mehr hinauskommt, entwickelten die Musiker ein homogenes Werk, das warm und einschmeichelnd klingt. Gleich der Slow-Jam-Opener "Do You" macht süchtig, gefolgt vom nicht weniger gelungenen "Sometimes". Betörend auch die wunderbare Prince-Nummer "How Come You Don't Call Me Anymore", die 2001 auch auf Alicia Keys Debüt "Songs In A Minor" glänzte. Soulounge spielen sehr gelassen auf, klingen meistens erstaunlich "live" und springen zwischen R&B, Soul, Funk und Fusion so geschickt hin und her, dass es eine wahre Freude ist. Wenn das nicht die beste Bestätigung für "Soul Music made in Germany" ist.