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  • 13.07.2012           19      Teilen:   |

Harald Christ ruft zum Coming-out am Arbeitsplatz auf

Stuttgarts diesjähriger CSD-Schirmherr musste aus Berlin importiert werden: Harald Christ
Stuttgarts diesjähriger CSD-Schirmherr musste aus Berlin importiert werden: Harald Christ

Der schwule Berliner Unternehmer und ehemalige Schatten-Wirtschaftsminister der SPD ist der lang gesuchte Schirmherr des CSD Stuttgart

Von Carsten Weidemann

Die Suche nach dem diesjährigen Schirmherrn für den Stuttgarter CSD war langwierig, mühsam, zum Teil turbulent und streckenweise peinlich - doch am Ende steht nun ein hervorragendes Ergebnis: Der Berliner Unternehmer Harald Christ ist der diesjährige Promi-Unterstützer für Süddeutschlands größtes schwul-lesbisches Festival. Christ wurde am Freitagabend beim CSD-Empfang im Stuttgarter Rathaus offiziell als Schirmherr vorgestellt und sprach dort sein erstes Grußwort.

Passend zum CSD-Motto "Gleichbeschäftigung" hatten sich die Organisatoren in diesem Jahr gezielt einen Unternehmer als Schirmherrn gewünscht. "Das diesjährige Leitthema des Stuttgarter CSD knüpft an eine Schlüsselfrage unserer Zeit an: die gleichberechtigte Behandlung aller Menschen im Berufsleben", erläuterte Harald Christ den Grund für seine Zusage. In seinem Grußwort führte er aus: "Diese gesellschaftspolitische Botschaft liegt mir in vielfältiger Weise am Herzen. Ich freue mich, beim Initiieren eines größtmöglichen Dialogs rund um die 'Gleichbeschäftigung' helfen zu dürfen."

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"Gleichbeschäftigung ist ein moralischer Imperativ"

Harald Christ forderte Schwule und Lesben in diesem Zusammenhang zum Coming-out im Berufsleben auf: "Zur eigenen Identität stehen zu dürfen - auch und gerade am Arbeitsplatz - ist ein menschliches Grundbedürfnis", sagte er im Stuttgarter Rathaus. "Für heterosexuelle Menschen gehört es zum Alltag, mit Kollegen über ihre Partnerinnen und Partner zu sprechen. Genauso selbstverständlich muss es sein, wenn Lesben und Schwule dies tun. Die Offenheit dafür wächst - es gilt, sie weiter zu fördern und auch einzufordern."

"Gleichbeschäftigung" sei aber auch ein "zentrales Thema" für Arbeitsgeber, sagte Christ: "Mitarbeiter, die am Arbeitsplatz nicht zu ihrer sexuellen Orientierung stehen können, finden sich oft in einem kräftezehrenden Versteckspiel wieder. Die Identifikation mit dem eigenen Team, der Abteilung, dem Unternehmen leidet; Motivation und Einsatzbereitschaft sinken." Im Bereich der Führungskräfte seien die wirtschaftlichen Konsequenzen noch drastischer: "Wenn sexuelle Orientierung beim beruflichen Fortkommen eine größere Rolle spielt als Leistung und Kreativität, lassen Unternehmen viel Potential brach liegen. Gleichbeschäftigung ist ein moralischer Imperativ - sie macht aber auch wirtschaftlich Sinn!"

In seinem Grußwort im Stuttgarter Rathaus mahnte Christ, trotz des Wirtschafts-Mottos die politischen Themen nicht zu vergessen: "Die anderen großen Ziele unserer Bewegung gelten selbstverständlich weiter, zum Beispiel die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paaren bei der Eheschließung und bei der gemeinsamen Adoption von Kindern". Der Unternehmer forderte die Bundesregierung in diesem Zusammenhang auf, "unser Land in dieser Hinsicht endlich auf den Stand der Zeit bringen".

Mitglied des SPD-Schattenkabinetts von Frank-Walter Steinmeier

Unternehmer, Politiker und Autor: 2011 veröffentlichte Christ das Sacbuch "Deutschlands ungenutzte Ressourcen"
Unternehmer, Politiker und Autor: 2011 veröffentlichte Christ das Sacbuch "Deutschlands ungenutzte Ressourcen"

Der 40-jährige Arbeitersohn Christ begann seine Karriere bei BHW und der Deutschen Bank, bevor er als selbständiger Finanzinvestor Erfolge feierte. Seine Beteiligungsgesellschaft Christ Capital versucht, kriselnden Firmen wieder auf die Beine zu helfen. Obgleich seine Karriere eher an den Aufstieg nach FDP-Manier erinnert, ist er bereits seit seinem 16. Lebensjahr Mitglied der Sozialdemokraten. Im Bundestagswahlkampf 2009 war Harald Christ Schatten-Wirtschaftsminister des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Aktuell fungiert er als Schatzmeister des SPD-Landesverbandes Berlin und berät Politik sowie Wirtschaft. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er sein Buch "Deutschlands ungenutzte Ressourcen - Aufstieg, Bildung und Chancen für alle".

Die mühsame Suche des Stuttgarters CSDs nach einem Unternehmer-Schirmherrn aus der Region begann im September 2011. Nachdem es jedoch nur Absagen hagelte, veröffentlichten die Organisatoren in ihrer Verzweiflung eine öffentliche Stellenausschreibung, die jedoch zunächst ebenfalls ergebnislos blieb. Auf Nachfragen der Lokalpresse kamen stattdessen Vorurteile in Wirtschaftskreisen ans Licht: So kritisierte etwa der Hauptgeschäftsführer der regionalen Industrie- und Handelskammer die Stuttgarter CSD-Parade als zu "bunt" und die Teilnehmer pauschal als zu wenig bis "kaum bekleidet", weshalb Unternehmen damit nichts anfangen könnten.

Der CSD Stuttgart 2012 findet vom 20. bis 29. Juli statt. Sowohl bei der Eröffnungsgala am 20. Juli im Friedrichsbau-Varieté als auch bei der politischen Abschlusskundgebung nach der CSD-Demo am 28. Juli will sich Schirmherr Harald Christ mit Reden an die Besucher wenden.

Links zum Thema:
» Christs Grußwort als PDF
» Homepage des CSD Stuttgart
» Homepage von Harald Christ
» Mehr Infos zu Christs Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
Mehr zum Thema:
» Schwuler Selfmade-Millionär im SPD-Wahlkampfteam (31.07.2009)
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Tags: harald christ. csd stuttgart, schirmherr, gleichbeschäftigt
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Reaktionen zu "Harald Christ ruft zum Coming-out am Arbeitsplatz auf"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
13.07.2012
20:01:54


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Paßt!


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#2
13.07.2012
20:31:57


(-5, 9 Votes)

Von GF von Pr


Sie suchten zunachst ganz zielstrebig nach einem Hetero, oder? Also, nichts geworden, habe schon mir gedacht. Welcher Hetero-Mann wurde doch fur die Homo-Rechte kampfen - einfach so, ohne pragmatische Motive, nur aus prinzip? Oder liege ich hier falsch? Ich weiss nicht, spreche nur aus meiner eigenen Erfahrung. Aber an meinem Berliner Arbeitsplatz ein 'coming out' zu haben - das ist vollig unmoglich. Viel besser, verheiratet mit einer Frau zu sein, und dass ich im Geheimen mit einem netten Kerl meine echte Sexualitat auslebe, das weiss niemand und geht niemanden an, gut so. Nach etwa 50 Jahren wird unser Deutschland vielleicht etwas toleranter, ich personlich glaube daran aber schon lange nicht.


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#3
13.07.2012
21:05:38


(+3, 7 Votes)
 
#4
13.07.2012
22:10:07


(+4, 4 Votes)

Von chuckbass212
Aus Stuttgart (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 01.06.2011
Antwort zu Kommentar #1 von FoXXXyness


Also bei mir wussten schon IMMER alle in der Firma, dass ich schwul bin und habe bis jetzt auch immer nur positives was das angeht, erlebt...


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#5
13.07.2012
22:37:35


(+4, 8 Votes)

Von Nerv
Antwort zu Kommentar #2 von GF von Pr


Du nervst. Kannst du bitte irgendwem anders erzählen, wie toll es ist, eine Scheinehe zu führen? Deiner Frau zum Beispiel?


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#6
13.07.2012
22:48:11


(+4, 8 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #5 von Nerv


vieleicht ist die ja ganz froh,dass der ehegatte "fremd" geht, statt in ihr herumstochernd, an seine männerbilder denkt. Das muss doch ermüdend und abturnend sein... so ein stück desinteressiertes stück fleich auf sich zu verspüren.
Und vieleicht nutzt sie die auslandaufenthalte um sich einen ihr genehmen partner mit gegenseitigen interessensübereinstimmungen zu suchen.. kann ja auch eine frau sein..


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#7
14.07.2012
21:11:09


(+1, 7 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von GF von Pr


deine rede :
[Viel besser, verheiratet mit einer Frau zu sein, und dass ich im Geheimen mit einem netten Kerl meine echte Sexualitat auslebe, das weiss niemand und geht niemanden an, gut so. ]

ich kann garnicht soviel kotzen wie ich möchte !
junge geh dahin wo du herkommst, solche luschen brauchen wir nicht in berlin, wir haben schon genügend aus den deutschen provinzen, dank regierungssitz !!!
deine ressentiments aus den 50ziger jahren, tobe auf oder in deiner frau aus, aber nicht hier !

es gibt mit sicherheit keinen arbeitsplatz in berlin, der so homophob ist, dass man rausfliegt, nur weil man schwul ist. wenn man gemobbt wird, muss man halt als schwuler KERL/MANN unterwegs sein und nicht als ferngesteuerte unterhose !!!
vor allem deine ECHTE SEXUALITÄT ???
junge wenn DU BI BIST, dann sei es, why not !
ein echter schwuler könnte mit einer frau nicht poppen !!!
aber dein charakterloses verhalten ist unakzeptabel !


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#8
15.07.2012
00:07:41


(+4, 6 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #7 von alexander


"es gibt mit sicherheit keinen arbeitsplatz in berlin, der so homophob ist, dass man rausfliegt, nur weil man schwul ist."

berlin mag zwar die atheisten-hauptstadt sein, aber auch da gibt es katholische einrichtungen. und die schmeißen dich ggf. schneller raus, als du "emanzipation" sagen kannst - und zwar GERADE dann, wenn du selbstbewusst auftrittst!

trotzdem stimmt es sicher, dass viele angestellte die gefahr des mobbings überschätzen und sich größere schwierigkeiten ausmalen, als dann tatsächlich real werden.

ich selber habe bisher mehrfach sehr gute erfahrungen mit dem coming-out am arbeitsplatz gemacht. das ging eigentlich immer recht selbstverständlich über die bühne. ob es doch irgendwann nachteile hatte (z.b. wenn eine befristete stelle - nur angeblich? - wegen anderer gründe nicht verlängert wurde), das kann ich natürlich nicht genau sagen. direkte ablehnung habe ich jedenfalls nie erlebt und eigentlich auch nie versteckt "gewittert".

ich rate dazu, vorsichtig zu sein, aber nicht überängstlich.


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#9
15.07.2012
01:07:54
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von GF von Pr Hasser
Antwort zu Kommentar #7 von alexander


"ein echter schwuler könnte mit einer frau nicht poppen !!!"

Doch, doch, leider! Mit viel Kopfkino und Viagra würdest selbst du das schaffen!

Selbstbewusste und emanzipierte Schwule wie wir würden dabei allerdings trotzdem kotzen!


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#10
15.07.2012
11:14:41


(+2, 6 Votes)

Von 175er
Antwort zu Kommentar #2 von GF von Pr


""Sie suchten zunachst ganz zielstrebig nach einem Hetero, oder? Also, nichts geworden, habe schon mir gedacht.""

Hast eben vergessen, dich zu melden, Süßer.

Also entweder bis du "BI" oder nicht. Jedenfalls eine verklemmte Schrankschwester.
Mit deinen Beiträgen kommst du sicherlich woanders besser an, denn hier gebärdest du dich österreichisch "blau", kirchentreu (die Tunte von Sch... aus Wien und Rom lassen grüßen) sowie überzeugter Frauenf......... (viele heten bevorzugen übrigens analsex) und deine Kinder haben noch nichts bemerkt? Und du bist immer noch kerngesund mit deinem Versteckspiel?

Oder bist du ein eingeschleußter Hete, der hier herumspioniert. Denn deine angeblichen Abenteuer in der schwulen Szene zeugen von Unwissenheit und Dummheit.

Deine Beiträge zeigen immer wieder diese Stereotypie ebenso wie diejenigen eines ebenfalls Kirchentreuen, aber aus dem lutherischen Lager. Oder bist du ebenfalls ein lutherischer Zipfel?

Alle Kirchentreuen haben noch nicht bemerkt, wie schizophren sie sind, denn DIE KIRCHEN VERTEUFELN UNS SCHWULE UND LESBEN.

Ich geb dir einen Rat: Lass dich scheiden von der "Frau an deiner Seite" und heirate deinen jetztigen Lover!!! und stehe zu ihm!!!


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