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  • 13.07.2012           23      Teilen:   |

Klage: Bel-Ami-Stars in Tunesien ausgesetzt

Beim ersten Shooting im Pool des Kreuzfahrtschiffes war noch alles in Ordnung - Quelle: Bel Ami
Beim ersten Shooting im Pool des Kreuzfahrtschiffes war noch alles in Ordnung (Bild: Bel Ami)

Kann man den US-TV-Sender Court TV, der Gerichtsverhandlungen überträgt, eigentlich auch in Deutschland empfangen? In Amerika deutet sich ein Gerichtsprozess an, den es jedenfalls so auch noch nicht gegeben haben dürfte.

Das tschechische Gay-Porno-Label Bel Ami und ganze zehn seiner Darsteller samt einem Fotografen haben den amerikanischen Gay-Reiseanbieter RSVP und die niederländische Firma Holland America als Besitzer eines Schiffes vor einem Gericht in New York verklagt. Der Vorwurf: Der Reiseanbieter habe die Jungs zunächst für eine Kreuzfahrt im letzten Sommer angeheuert und dann, als Gerüchte darüber unter den Passagieren kursierten, in Tunesien ausgesetzt.

In der Anklageschrift, die das Blog "Gay Porn Gossip" nun verbreitete, heißt es: "Die Beklagte RSVP hat eine Gruppe attraktiver junger Männer engagiert, um sich unter die schwulen Passagiere seiner schwulen Mittelmeerreise an Bord des Kreuzfahrtschiffes 'Nieuw Amsterdam' zu mischen." Die Models sollten "freundlich und locker" sein und Englisch verstehen und sprechen.

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Vereinbarte "Dokumentation" gestoppt

Das Planschen der bekannten Gesichter im Pool provozierte jedoch Gerüchte unter den Passagieren
Das Planschen der bekannten Gesichter im Pool provozierte jedoch Gerüchte unter den Passagieren

Als Gegenleistung sei den Männern ein kostenfreier Urlaub inklusive Kost und Transport vom Abfahrtsort Barcelona und zurück zugesichert worden. Bel Ami seien zudem Foto- und Videoaufnahmen für eine "Dokumentation" zugesichert worden, solange keine Passagiere und keine Logos der beteiligten Firmen gefilmt werden. RSVP soll zugleich verlangt haben, dass die Jungs nicht erzählen, dass ihnen die Kabinen kostenlos zur Verfügung gestellt werden - sie hätten notfalls lügen sollen, Bel Ami habe ihnen die Reise aufgrund ihrer guten Arbeit spendiert.

Nach einem ersten Besuch der Jungs im Pool, bei dem fotografiert wurde, sei unter den Gästen das Gerücht aufgekommen, die durch Pornos vertrauten Gesichter drehten einen neuen Streifen. Danach habe RSVP den Bel-Ami-Mitarbeitern zunächst erneut versichert, sie dürften filmen, solange sie sich an die Bedingungen halten. Später habe ein RSVP-Mitarbeiter jedoch Dreharbeiten im Fitness-Bereich unterbrochen, obwohl keine Gäste anwesend gewesen seien und man erneut keine sexuellen Handlungen vorgenommen habe.

Danach habe der RSVP-Präsident den Bel-Ami-Fotografen angekündigt, dass man ihn und seine Crew am nächsten Tag in Tunesien von Bord werfen werde. Der Bitte, am nächsten Tag ein klärendes Gespräch mit der Zentrale von Bel Ami zu führen, sei man nicht nachgekommen, auch der Bitte, die Jungs erst einen Tag später in Italien auszusetzen.

Mehrfache Degradierung

Die zehn Pornodarsteller und der Fotograf fordern nun Schmerzensgeld - Quelle:
Die zehn Pornodarsteller und der Fotograf fordern nun Schmerzensgeld

RSVP habe sich darauf auch nach einer angeblich schlaflosen Nacht der Jungs nicht eingelassen, sondern gefordert, dass die Bel-Ami-Leute das Schiff freiwillig verlassen, ansonsten werde man das Sicherheitspersonal bemühen. Gründe seien keine benannt worden. RSVP habe Passagiere über den Rauswurf informiert, und als die Jungs von Bord mussten, habe erniedrigenderweise das ganze Schiff zugeschaut. Zuvor hätten einige Passagiere die Jungs auf sexuelle Dienstleistungen angesprochen, was diese zusätzlich degradiert habe, ebenso wie das stundenlange Warten auf ein Visa in Tunesien.

In der Klageschrift liest sich das so: "Hungrig, verängstigt, eingeschüchtert und mutlos verbrachten sie eine weitere schlaflose Nacht - dieses Mal in einem fremden Land kurz nach einem unruhigen Volksaufstand". Nachdem Blogs über den Vorfall berichteten, seien die Jungs auch zuhause Spott ausgeliefert gewesen, Bel Ami habe enorme Kosten für die Reise ausgeben müssen.

Vor Gericht verlangt die Firma Schadenersatz für diese Ausgaben sowie Anwaltskosten und eine Vertragsstrafe von beiden Firmen in Höhe von je 1 Millionen US-Dollar. Die elf Jungs (fünf aus Tschechien, drei aus Ungarn und drei aus der Slowakei) fordern Schadenersatz für ihre seelischen Schmerzen. Die Kläger verlangen zudem, dass der Prozess vor einer Jury geführt wird.

Insgesamt benennt die Klageschrift sieben Anklagepunkte, darunter Vertragsbruch, Pflichtversäumnisse und vorsätzliche Zufügung von emotionalem Schaden. RSVP hatte erst vor wenigen Tagen Schlagzeilen gemacht, als eine weitere schwule Kreuzfahrt auf der "Nieuw Amsterdam" nicht in Casablanca anlegen durfte (queer.de berichtete). (nb)

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Tags: bel ami, rsvp, gay cruise
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Reaktionen zu "Klage: Bel-Ami-Stars in Tunesien ausgesetzt"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
14.07.2012
02:44:17


(-1, 7 Votes)

Von sporti


"Zuvor hätten einige Passagiere die Jungs auf sexuelle Dienstleistungen angesprochen"

sowas kann gefährlich werden

Link:
einestages.spiegel.de/s/tb/25181/gianni-versace-un
d-andrew-cunanan-der-modeschoepfer-und-sein-moerde
r.html


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#2
14.07.2012
07:25:43
Via Handy


(+2, 8 Votes)

Von Björnar


"... in einem MERKWÜRDIGEN Land"? Wenn ich mal voraussetze, daß im Original der Begriff "strange" verwendet worden ist, müßte in der Übersetzung doch wohl von einem "fremden" Land die Rede sein. Andererseits hat ja auch unser Land nicht nur Sehens-, sondern auch Merkwürdigkeiten zu bieten.


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Anm. d. Red.: Du hast recht, danke für den Hinweis, "fremd" ist die bessere Übersetzung.

 
#3
14.07.2012
09:10:53


(-5, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Klage dürfte erfolgreich ausgehen!


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#4
14.07.2012
10:36:15


(+3, 9 Votes)

Von Sveni-Mausi


Einen Pornostar nach Sex fragen?
Ja, damit hat der normalerweise nichts zu tun, kein wunder, dass die Jungs so etwas verstört ;-)


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#5
14.07.2012
11:07:45
Via Handy


(+3, 11 Votes)

Von Schoki
Antwort zu Kommentar #4 von Sveni-Mausi


Also Leute, bitte etwas taktvoller! Die Jungs sind doch auch Menschen und dazu auch noch sehr junge! Sowas kann man doch verantwortlicherweise denen nicht antun! Das ist hinterhältig und einfach auch menschenverachtend, indem man sie zu Porno-Jungs degradiert! Ich hoffe, dass sie ihren berechtigten Schadensersatz erhalten werden!


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#6
14.07.2012
11:58:29


(+8, 10 Votes)

Von Yannick


Was diese Kreuzfahrlinie da abgezogen hat, war unter aller Sau!

Selbst wenn man mit dem Verhalten nicht einverstanden war, hätte man das denen einfach verbieten sollen, sie aber an Bord lassen sollen.

Und wenn man sie schon unbedingt runter schmeißen will, hätte man zumindest ihre Bitte beachten sollen, dann wenigstens einen Tag später in Italien ausgesetzt zu werden als in so einem unsicheren Land wie Tunesien. Der eine Tag wäre doch wohl kein Problem gewesen.

Ich hoffe, die Anbieter werden zu einer saftigen Strafe verurteilt, die so hoch ist, dass die sowas nie mehr machen.


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#7
14.07.2012
15:08:30


(-6, 10 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Yannick


Das war zwar unelegant, und eine Wiedergutmachung geht klar, aber eine saftige Entschädigung wofür?
Dass sie als Pornodarsteller auf ner schwulen Kreuzfahrt angebaggert werden ob sie auch ohne laufende Kamera für Geld pimpern? Wer konnte das ahnen?
Tunesien ist für Schwule wohl kaum unsicherer als Bulgarien und Rumänien wo die Jungs herkommen. Grundsätzlich ist die Sicherheitslage gut, ein Kollege ist mit seinem Sohn grade da unten.
Die Jungs mussten also eine Nacht im Hotel übernachten (vielleicht kein 5 Sterne wie in den Filmchen) und am nächsten Tag ging der Flug zurück. Man hätte sich einfach einen schönen Tag am Strand machen können.

Dass die ganze Idee grundsätzlich dämlich war, dass die Kreuzfahrtlinie eine Entschuldigung raushauen muss und den Rücktransfer zahlen, keine Frage.

Aber alles darüber hinaus ist nur eine belustigende Seifenoper, vielleicht führt sie zum Erfolg und die Jungs können ein paar Drehs ausfallen lassen...


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#8
14.07.2012
15:40:43


(+4, 8 Votes)

Von Lesen können
Antwort zu Kommentar #7 von seb1983


@seb1983:
Du solltest schon den Artikel lesen.

"kaum unsicherer als Bulgarien und Rumänien wo die Jungs herkommen. "

Die Jungs kommen aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Und diese Staaten sind um ein vielfaches sicherer als Bulgarien und Rumänien.

Im Übrigen war der Grund für den Rauswurf nicht, dass Fahrgäste sie um Sex gegen Geld gebeten haben und diese das ablehnten.

Und Tunesien steht kurz nach einer Revolution.

Wenn Leute wie Dein Arbeitskollege da freiwillig hinwollen ist das deren Ding. Aber wenn Leute, die da nicht hin wollen, dazu gezwungen werden indem sie von Bord geschmissen werden, dann ist das was ganz anderes.

Zumal man sie nur 1 Tag später in Italien hätte absetzen können, worum sie auch gebeten haben.

Insofern kann ich Yannick nur zustimmen: da ist eine saftige Strafe fällig, dass den Organisatoren das Lachen vergeht.

Auch Pornodarsteller sind Menschen mit Gefühlen und Ängsten. Und auch sie haben es verdient, wie Menschen behandelt zu werden und nicht wie Schlachtvieh.


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#9
14.07.2012
15:55:56


(+7, 9 Votes)

Von Timon
Antwort zu Kommentar #7 von seb1983


Ich fass es nicht:
wir fordern immer alle, dass man Staaten, wo Homosexuelle um ihre Sicherheit und Unversehrtheit fürchten müssen, boykottieren sollte und z.B. nicht als Tourist da hin sollte.

Und wenn dann ein Kreuzfahrtschiff Homosexuelle in eben so einem Staat (wo es noch dazu vor kurzem gefährliche Unruhen gab) von Bord wirft, wird das relativiert und runtergespielt.

Würdest Du ähnlich reagieren, wenn man das mit anderen Fahrgästen aus reiner Willkür gemacht hätten, weil den Veranstaltern irgendwas nicht gepasst hat?

Oder findest Du, sie hätten es nicht anders verdient, weil sie sich nicht auch noch für irgendwelche anderen Gäste prostituiert haben?

Wenn die Reederei plötzlich doch keine Aufnahmen auf dem Schiff mehr will (wo sie vorher nichts gegen hatten) dann hätten sie nur das verbieten können, aber die Jungs weiter an Bord lassen. Und wenn sie sie schon rauswerfen wollen, hätten sie wirklich auch einen Tag später im deutlich sichereren Italien auf europäischem Boden rausschmeißen können statt in Afrika.


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#10
14.07.2012
17:08:07


(+1, 9 Votes)

Von lolz


Das Wort "Ausgesetzt" hört sich iwie nach Tieren an...das sagt man doch nicht über Menschen oder


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