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  • 15.07.2012           3      Teilen:   |

Das Leben der 175er in den Zwischenkriegsjahren

Ein Wirklichkeitsroman aus der Welt der männlichen Erpresser und Prostituierten
Ein Wirklichkeitsroman aus der Welt der männlichen Erpresser und Prostituierten

In der Bibliothek rosa Winkel wurde Friedrich Radszuweits Roman "Männer zu verkaufen" aus dem Jahr 1930 neu aufgelegt.

Von Bodo Niendel

Der Roman "Männer zu verkaufen" liefert dem Leser Einblicke in die Welt der männlichen Homosexuellen kurz vor dem Ende der Weimarer Republik. Die Erzählung beginnt mit der Erpressung des heimlich schwulen Barons von Rotburg, der dem Täter aus Angst Stück für Stück fast sein gesamtes Vermögen übergibt.

Hauslehrer Erich Lammers, der von der Erpressung Wind bekommt, möchte dem Baron helfen und den Verbrecher zur Rede stellen. Doch mit Erschrecken findet er heraus, dass es sich bei dem Erpresser um seinen eigenen Bruder handelt, der vor langer Zeit von der Familie verstoßen wurde. Von diesem lässt er sich nach quälenden Gesprächen durch das schwule Tag- und Nachtleben Berlins führen und erhält Einsichten in eine ihm unbekannte Welt.

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Anklageschrift gegen eine diskriminierende Gesellschaft

Friedrich Radszuweit schrieb diesen Roman im Jahr 1930 als Anklageschrift gegen eine diskriminierende Gesellschaft, in der schwule Männer schnell Opfer von Erpressungen werden konnten – weil Polizei und Justiz die Liebe unter Männern mit Hilfe des Paragrafen 175 verfolgten. Radszuweit, selbst Aktivist gegen die strafrechtliche Verfolgung im "Bund für Menschenrechte" und Herausgeber der Zeitschrift "Die Freundin", liefert uns ein spannendes und authentisches Sittengemälde Berlins in der Zwischenkriegsphase.

Moralisch empört und um Verständnis ringend – das arg konstruierte Ende des Roman verbleibt in einem bürgerlichen Utopia des Ausgleichs – präsentiert der Autor eine kulturell vielfältige mann-männliche Kultur, die die Nazis nur wenige Jahre später so unwiederbringlich zerstörten. "Männer zu verkaufen" ist eine lesenswerte und wichtige Wiederveröffentlichung!

Friedrich Radszuweit: Männer zu verkaufen. Ein Wirklichkeitsroman aus der Welt der männlichen Erpresser und Prostituierten, 180 Seiten, Bibliothek rosa Winkel, Männerschwarm Verlag, Hamburg 2012, 16 €, ISBN 978-3863000615

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Tags: friedrich radszuweit, weimarer republik, bibliothek rosa winkel, männerschwarm
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Reaktionen zu "Das Leben der 175er in den Zwischenkriegsjahren"


 3 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)

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Die ersten:   
#1
16.07.2012
00:10:47


(+1, 3 Votes)

Von FoXXXyness
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es gibt den Film "Anders als die anderen" und das Buch könnte durchaus auch als Vorlage für diesen Film gedient haben.


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#2
16.07.2012
16:45:49


(-2, 2 Votes)

Von FOX News
Antwort zu Kommentar #1 von FoXXXyness


Das Buch wurde 1930 geschrieben und der Film 1919 gedreht. Da kann Das Buch nicht Vorlage gewesen sein. Erst nachdenken, dann schreiben FoXXXy.


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#3
16.07.2012
18:36:54


(+2, 2 Votes)

Von maaaartin
Antwort zu Kommentar #2 von FOX News


es gibt so weit ich weiß 2 filme mit dem namen.
und noch ein remake des ersten, das so ähnlich heißt.
du scheinst mit dem googln aber auch ewas auf kriegsfuß zu stehn.


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