Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 15.07.2012           61      Teilen:   |

Peter Altmaier outet sich - als Single

Hadert nicht mit seinem "Schicksal": Umweltminister Peter Altmaier - Quelle: Fraktion des CDU/CSU im Deutschen Bundestag
Hadert nicht mit seinem "Schicksal": Umweltminister Peter Altmaier (Bild: Fraktion des CDU/CSU im Deutschen Bundestag)

Gegenüber der "Bild am Sonntag" schwurbelt der schwule CDU-Umweltminister: "Der liebe Gott hat es so gefügt, dass ich unverheiratet und allein durchs Leben gehe".

Von Carsten Weidemann

Bevor Guido Westerwelle 2004 im Alter von 43 Jahren endlich aus dem Schrank kam und seinen Freund Michael Mronz zu Angela Merkels Geburtstagsparty brachte, galt er als "ewiger Junggeselle". Wer nun dachte, dass dieses verklemmte Geschwurbel in der Politik seitdem ein Ende hat, wird leider eines Besseren belehrt: "Der liebe Gott hat es so gefügt, dass ich unverheiratet und allein durchs Leben gehe", erklärt Umweltminister Peter Altmaier (CDU) in der heutigen Ausgabe der "Bild am Sonntag".

Deshalb könne in den Archiven auch nichts über eine Beziehung stehen, behauptete der 54-jährige Saarländer gegenüber dem Boulevardblatt. Dennoch sei er glücklich: "Ich hadere nicht mit meinem Schicksal. Wenn es anders wäre, wäre ich längst verheiratet oder in einer festen Beziehung." Auch habe er "eine kleine Zahl guter Freunde, mit denen ich über alles reden kann".

Fortsetzung nach Anzeige


Sexuelle Orientierung des Ministers ein offenes Geheimnis

Gegenüber der "BamS" plauderte Altmaier auch über seine Vorliebe für gutes Essen - Quelle: Foreign and Commonwealth Office
Gegenüber der "BamS" plauderte Altmaier auch über seine Vorliebe für gutes Essen (Bild: Foreign and Commonwealth Office)

Das Interview mit Altmaier sorgte nicht nur in Parlamentskreisen für Verwunderung: Nicht der "liebe Gott", sondern er selbst hat es schließlich (mit) so gefügt, dass er unverheiratet durchs Leben gehen muss - nämlich als er Ende Juni im Bundestag gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare stimmte. Die Homosexualität des Umweltministers gilt als mehr oder weniger offenes Geheimnis - erst am 10. Juli hatte Elmar Kraushaar Altmaier in der "taz" öffentlich zur "lesbisch-schwule[n] Prominenz der Regierungskoalition" gezählt.

In seinem früheren Amt als parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion pflegte Altmaier engen Kontakt mit den Lesben und Schwulen in der Union (LSU). 1998 war er erste CDU-Mann überhaupt, der zu einer Podiumsdiskussion mit schwul-lesbischen Themen ging. Im Jahr 2003 wagte sich Altmaier aus der Reserve und kritisierte als Katholik - damals zum Entsetzen vieler Parteifreunde - offen den Aufruf des Papstes zur Bekämpfung gleichgeschlechtlicher Ehen. Anfang Juni 2012 war er als Teilnehmer der LSU-Podiumsdiskussion "Queer und konservativ" angekündigt, sagte seine Teilnahme jedoch wegen eines Termins in Brüssel kurzfristig ab (queer.de berichtete).

Jan Feddersen kritisiert "pseudobarockes Geschwurbel"

In der "taz" wundert sich nun der schwule Journalist Jan Feddersen über das "pseudobarocke Geschwurbel" des Ministers in der "Bild am Sonntag": "Spricht Altmaier so, weil in der CDU gute Laune und Nichtverehelichung nicht zusammengehen dürfen? Stellt er sich moralisch für den Bundestagswahlkampf auf, um das Thema des Nichtverheiratetseins nicht angeheftet zu bekommen - vor allem nicht durch krass konservative Wähler? Oder meidet er eventuell das Thema H ... und das schlimme Sch ...-Wort, weil er keine Lust haben könnte, der erste offene H ... seiner Partei im Bundesministerrang zu sein?"

Feddersen forderte Altmaier zu einer Erläuterung auf: "Denn irgendwie passt dieses pseudobarocke Schwurbeln nicht zu diesem Minister: Er, die einzige gute Idee, die Merkel noch hatte, hat es nötig, so zu hüsteln und zu brüsteln? Kaum zu glauben."

Nachtrag, 14.20h Die "taz" hat den Artikel von Jan Feddersen offline gestellt. Chefredakteurin Ines Pohl schreibt: "Politisch wie moralisch ist die sexuelle Orientierung eines Menschen irrelevant. Sie ist Privatsache. Entsprechend sollte sich die taz weder an Zwangsoutings noch an Gerüchten über die sexuelle Orientierung beteiligen." Daher habe sie veranlasst, den Text zu löschen. "Für den Beitrag, der in der gedruckten Montagausgabe erschienen ist, entschuldige ich mich." Der ältere "taz"-Artikel von Elmar Kraushaar, in dem Altmaier erwähnt wird, ist noch online.

Links zum Thema:
» Peter Altmaier in der Bild am Sonntag
» Jan Feddersens Replik in der taz
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 61 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 261             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: peter altmaier
Schwerpunkte:
 CDU/CSU
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Peter Altmaier outet sich - als Single"


 61 User-Kommentare
« zurück  1234567  vor »

Die ersten:   
#1
15.07.2012
21:26:14


(-3, 9 Votes)

Von phenomexotic


ich kann fedderson nur zustimmen. auch wenn ich selber mit der cdu nix anfangen kann, ist altmaier endlich mal ein scheinbar vernünftig und mal ehrlich? interessiert es wirklich die leute, wer mit wem bumst... also bitte!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
15.07.2012
21:51:59


(+4, 6 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


["Der liebe Gott hat es so gefügt, dass ich unverheiratet und allein durchs Leben gehe".]

nun, wenn das so ist, dann weiterhin viel spaß ???
dann hat er es auch nicht besser verdient !


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
15.07.2012
22:14:54
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Der liebe Gott hat es so gefügt, dass ich unverheiratet und allein durchs Leben gehe".

Was für ein Unsinn! Dieser "liebe Gott" muss aber auch für alles herhalten! Ein selbstbestimmtes Leben sieht anders aus.

Aber was will man schon von einem schwulen Politiker erwarten, der gegen seine eigene Gleichstellung stimmt? Auf Feiglinge ohne Rückgrat kann man, wenns drauf ankommt, auch in einer Partnerschaft nicht zählen! Kein Wunder bleibt der alleine!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
15.07.2012
22:18:47


(+5, 9 Votes)

Von naja


echt? der vogel is schwul?
och nee uns bleibt auch nichts erspart...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
15.07.2012
22:28:31


(+5, 7 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #1 von phenomexotic


"interessiert es wirklich die leute, wer mit wem bumst..."

mal davon abgesehen, dass die meisten menschen mit ihrem partner nicht nur bumsen:

die frage "wer mit wem" ernährt offenbar ganze zweige des journalismus. irgendwie muss es da wohl auch die leser interessieren. mehrere "volksparteien" und ganze weltreligionen definieren sich über "familienwerte" und meinen damit vor allem "wer mit wem" und "mit wem bitte nicht". in amerika wird die frage der homoehe gerade zu einem "kulturkrieg" ausgerufen...

wo lebst du eigentlich?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
15.07.2012
22:42:39


(-4, 12 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012


Altmaier geht fair mit dem Thema Homosexualität um. Deswegen verbietet sich ein Outing. Ob bzw wann er sich selbst outed, bleibt allein ihm überlassen und ist nicht Sache von queer.de.
Outen sollte man nur Klemmschwestern, die uns Schwulen in den Rücken fallen und uns schaden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
15.07.2012
23:36:11


(+4, 4 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #1 von phenomexotic


"interessiert es wirklich die leute, wer mit wem bumst... also bitte!"
Nö. Das interessiert nicht, obwohl man sich heterosexuellen Promis auch nicht drüber aufregt, wenn deren Privat- öhm Bumsleben breitgetreten wird.
Woran man sich aber sehr wohl interessieren dürfen sollte und was falsch ist als privatsache abzutun ist es wenn derjenige sein Leben mit einem anderen Menschen teilt. Das geht weit über das Private hinaus und die heterosexuellen Politiker weisen doch auch SELBSTVERSTÄNDLICH auf ihren Ehepartner oder den (heterosexuellen) Ehestatus.
In dem Fall macht man aus seinem Privatleben ein politisches Statement (oder auch nicht)
Oder machen die etwa auch so ein Brimmborium um sich als vermeintlich ewiger Junggeselle auszugeben? Wenn es nicht der Fall ist, was soll denn bitteschön der Partner davon halten dass er verleugnet wird?!?

@ 4: Stimmt, der Bernhard ist es auch. Aber das darf man in der Presse nicht schreiben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
16.07.2012
00:07:05


(-9, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Da fällt mir der Alte Fritz dazu ein: jeder soll nach seiner Facon selig werden!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
16.07.2012
00:15:50


(-1, 7 Votes)

Von Timm Johannes


Altmaier sollte nicht weiter verkrampft um dies Thema herumreden.

Er sollte da besser von Ex-Bürgermeister Ole von Beust lernen, der nach dem Outing durch seinen Vater auch die danach folgenden Wahlkämpfe in Hamburg haushoch gewonnen hatte. Von Beust hat damals das Outing als CDU-Politiker in keinster Weise geschadet.

Es ist bedauerlich, das Altmaier um das Thema herumlaviert, anstatt es einfach auszusprechen. Das wäre nur ein "kleiner" Lückenfüller im medialen Sommerloch und dann wäre es auch schon medial "durch". Dadurch das er aber darum herumlaviert, wird ihm dies Thema in seinem weiteren Leben erhalten bleiben, ohne das er es wirklich medial gelöst hat.

Übrigens gilt dies in ähnlicher Weise für einige andere CDU-Politiker im Bundestag: löblich ist da nur der CDU Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann, der dies bereits schon offen ausgesprochen hat und wo sich auch keiner gross medial aufgeregt hat.

Also Herr Altmaier Sie hätten als CDU-Politiker die Chande, der ersten offen homosexuelle Minister auf Bundesebene zu sein.

Und es gibt da bekanntlich mit Bildungsministerin Schavan noch eine Ministerin bei der CDU auf Bundesebene, wo dies Thema zumindest einmal hinterfragt werden müßte.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
16.07.2012
05:01:24


(+7, 9 Votes)

Von Fred i BKK


...lieber Herr Altmaier ...trösten Sie sich....
auch Gott hat noch keinen Partner ....und sitzt alleine auf seiner Wolke......

ich druecke die Daumen,dass dies sich fuer Euch Beide (Gott und Altmaier) mal aendert....

alles Gute......


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234567  vor »


 BOULEVARD - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 BOULEVARD



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt