Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 19.07.2012           3      Teilen:   |

Gender-Doku

Mann oder Frau? Beides!

"Mann sein, wie Frau sein, alles nur ein Konstrukt" sagt Dianne Torr - Quelle: Salzgeber Medien
"Mann sein, wie Frau sein, alles nur ein Konstrukt" sagt Dianne Torr (Bild: Salzgeber Medien)

Was macht einen Mann zum Mann? Diane Torr, Performancekünstlerin und Drag-King-Pionierin, zeigt im Film "Man For A Day", wie sich mutige Frauen in den Mann ihrer Wahl verwandeln.

Von Carolin Weidemann

Wenn RuPaul in seiner aktuell laufenden Show "DragU" unsichere Frauen empfängt, die ihr Selbstbewusstsein aus diversen Gründen verloren haben und zu grauen unscheinbaren Mäuschen wurden, lautet einer seiner Standardsprüche: "Du wirst nackt geboren. Der Rest ist Drag." Drag, die Verkleidung, die anschließend die Mäuschen unter Anleitung erfahrener Drag Queens in grandiose Erscheinungen verwandelt, gibt ihnen neues Selbstbewusstsein und einen Kick. Wer seine Position und Rolle wechselt, entdeckt seine Potentiale und seine ganz persönliche Schönheit neu. RuPaul stellt die Frauen für diese Art Psychotherapie auf die Bühne, statt sie auf die Behandlungscouch zu legen.

Was RuPaul erfolgreich im Fernsehen demonstriert, praktiziert die Gender-Aktivistin Diane Torr in Workshops und Auftritten, die mittlerweile legendär sind. Das große Thema der Performance-Künstlerin seit inzwischen über 30 Jahren: das theoretisch-künstlerische und pragmatisch-handfeste Experimentieren mit Aspekten geschlechtlicher Identität. Vielleicht ist Gender ja nur ein Satz von Gesten, den Mann/Frau sich aneignen kann?

Die Filmemacherin Katarina Peters, die seit langem mit Torr befreundet ist, beobachtete den Verlauf eines Berliner Workshops von Diane Torr, in dem eine Gruppe aufgeschlossener Frauen sich mit den Geheimnissen des Mannseins vertraut macht. Was macht einen Mann zum Mann, was eine Frau zur Frau? Wo und wann wird die geschlechtliche Identität formatiert? Was ist natürlich, was ist antrainiert? Jeder von Torrs Workshops ist ein soziales Labor-Experiment mit offenem Ausgang für die Teilnehmerinnen: Ist es möglich, über das selbst-bewusste Durchspielen unterschiedlicher Rollenmuster Freiheiten zu schaffen und Grenzen zu überschreiten bezüglich genuin männlicher, respektive weiblicher Eigenschaften? Den Teilnehmerinnen machte die Transformation mit anschließendem Tauglichkeitstest im Alltag sichtbar viel Spaß.

Youtube | Der offizielle Trailer zu "Man For A Day"
Fortsetzung nach Anzeige


Geschlechtliche Identität änderbar durch neue Rollenmuster? Ausprobieren!

Diane kommt ursprünglich aus dem schottischen Aberdeen, ging aber nach ihrem Abschluss am Dartington College of Arts 1976 nach New York. In den nächsten 30 Jahren wurde sie zu einer wichtigen Figur der Downtown-Kunstszene Manhattans, entwickelte über 35 Performances, Videos und Installationen. Diane wird als Physiophilosophin bezeichnet - eine Denkerin des Körpers. Sie hat sich intensiv mit den verschiedensten Formen des Körperwissens beschäftigt: mit dem japanischen Kampfsport Aikido, Körperarbeitstechniken wie Kontaktimprovisaton, Release-Technik oder Bewegungsimprovisationen, mit Körpermechanik (Motorik, Körperhaltung), und Körperarbeit (Shiatsu-Massage, Touch-for-Health). International bekannt wurde Diane als Pionierin der Drag-King-Performance (female-to-male-drag).

2002 organisierte und kuratierte sie zusammen mit der Berliner Künstlerin Bridge Markland das "godrag! Festival" im Berliner Tacheles - eine bahnbrechende, heute legendäre Veranstaltung, in deren Verlauf einen Monat lang weibliche Performances zu den Themen Männlichkeit, Weiblichkeit und Androgynie zu sehen waren. Seit mehr als 20 Jahren bietet Diane ihren berühmten "Man-for-a-Day"-Workshop an - ob in Europa, Nordamerika, Brasilien, Istanbul oder Neu Delhi. Ausschnitte daraus sowie aus ihrer Performance "Drag Kings and Subjects" konnte man in dem Dokumentarfilm Venus Boyz (2002) sehen. Zusammen mit ihrem Co-Autor Stephen Bottoms hat Diane ein Buch über ihre Arbeit verfasst: "Sex, Drag and Male Roles; Investigating Gender as Performance."

  Man For A Day
Ein Film von Katarina Peters, DE 2012, 96 Minuten, deutsch/englische/hebräische Sprachfassung mit deutschen Untertiteln.

Berlin, Eiszeit, ab 19.7. (am 21.7. 21.00.h mit Diane Torr und Katarina Peters).
Berlin, Tilsiter, ab 19.7. (am 20.7., 20h mit Diane Torr und Katarina Peters).
Berlin, Xenon, ab 19.7.
Dresden, Kino im Dach, 6.-12.9.
Frankfurt, Mal Seh'n Kino, 26.7.-1.8.
Göttingen, Lumiere, 28.10.
Hamburg, 3001 Kino, ab 19.7.
Köln, Filmhaus, 19.-25.7.
Leipzig, Passage, am 25.7., 19.30h mit Diane Torr und Katarina Peters.
Leipzig, Schaubühne Lindenfels, 2.-8.8.
Leipzig, Cineding, 9.-15.8.
München, Arena, ab 19.7.(am 24.7., 19.30h mit Diane Torr und Katarina Peters).
Links zum Thema:
» Für Terminaktualisierungen bei Salzgeber Medien nachschauen
Galerie
Man For A Day, Doku von Katarina Peters (D 2012)

10 Bilder
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 3 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 10                  
Service: | pdf | mailen
Tags: drag, performance, transformation, frau zu mann, drag king, dianne torr, katarina peters
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Mann oder Frau? Beides!"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
19.07.2012
20:56:31


(+1, 1 Vote)

Von Ironika


Warum sollen die Frauen nicht auch mal Travestie spielen, und dabei alle Klischees des Archetypen bedienen?!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
20.07.2012
08:52:44


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Es wird viel zu wenig über "Drag Kings" publiziert. Wenn die Doku im Free-TV läuft, werde ich sie mir jedenfalls ansehen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
20.07.2012
13:24:22


(+2, 2 Votes)

Von Thori


Das zeigt spielerisch und deutlich wie die Vorgaben in unserer Gesellschaft aussehen, je nach Geschlechterrolle. Frauen sollen sich möglichst enthüllen und viel Haut zeigen, Männer sollen ihre Reize aber bedecken und weite Klamotten tragen.
Da kann z.b. der Oberkörper noch so schön und sportlich sein, ein Mann hat i.d.R. weite Shirts/ Hemden mit langen Ärmeln zu tragen. Waren nicht eine zeitlang Tanktops bei jungen Männern In? Sieht man diesen Sommer kaum noch. Die Frauen kleiden sich hingegen knapper denn je. Auch eine Folge der Wirkung der Medien auf junge Menschen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 KULTUR - NEU IM KINO

Top-Links (Werbung)

 KULTUR



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
About a Trans-Boy Wahlniederlage für Homo-Hasser Yahya Jammeh Studie: Genitaloperationen an intergeschlechtlichen Kindern weit verbreitet Chef der "Schwedendemokraten" muss aus Homo-Club fliehen
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt