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In diesem Comic packen die Polizisten ihre Knüppel nur allzugerne aus...

Fiese Schweinebullen, knackige Revolutionäre und jede Menge Sado-Maso-Sex: Biff Schweinebär nennt sich das Autorenteam des Erwachsenen-Comics "Rebel With A Cause".

Von Trude Trubel

Bullen sind Schweine, die Alt-Revolutionären unter uns haben es ja schon immer gewusst. Das letzte Mal, dass man sich des Themas in einem Comic angenommen hat, liegt meines Wissens allerdings schon über 30 Jahre zurück. Unvergessen ist der Band "Freakadellen und Bulletten" des linken Zeichners und Schriftstellers Gerhard Seyfried aus dem Jahr 1979.

Mit "Rebel With A Cause" veröffentlicht nun ausgerechnet der sonst wenig rebellische Bruno Gmünder Verlag eine Art Fortsetzung. Wobei man die beiden Comics natürlich nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Seyfrieds Comics haben Geist und Witz. Beides vermisst man beim Autorenteam von Gmünder, das sich den Namen Biff Schweinebär gegeben hat. Schweinebär fokussiert stattdessen auf das Thema, das bei Seyfried komplett fehlt: Sex! Genauer gesagt: Sex zwischen Männern!

Das Schweinesystem mit Sperma wegspülen


Eine der harmloseren Seiten aus dem Band

Die Story in Kürze: Die Ordnungshüter in "Sector VII", einem fiktiven, aber sehr amerikanischen Polizeistaat, sind fies, fett und korrupt - vor allem aber sind sie ständig geil: Mindestens so gern wie ihre Gummiknüppel packen sie ihre prächtigen Privatprügel aus - für einen Quickie unter der Dusche oder eine S/M-Nummer in der Zelle.

Diese "Schwachstelle" wollen die Revoluzzer ausnutzen. Ihr hinterhältiger Plan: Mit schonungslosem oralem und analem Einsatz sollen die Bullen abgelenkt und das böse Schweinesystem in Strömen von Sperma weggespült werden. Ein knackiger Rebell meldet sich freiwillig für diese Mission...

So weit, so geil, so banal. Hinzu kommt eine kleine Enttäuschung für die deutschen Leser: Auch wenn "Rebel With A Cause" in Berlin erscheint, wurde der Comic ausschließlich in englischer Sprache verfasst. Von Uniformen über Straßenzüge bis zu den Frisuren erinnert in dem Band zudem alles an die USA. Manchem Leser wird womöglich eine kurze Hetero-Szene in dem Strip nicht gefallen. Weiterer Wermutstropfen: Außer dem Cover hat Biff Schweinebär ausschließlich in Schwarz-Weiß gezeichnet.

Wir fordern daher eine schnelle farbige Fortsetzung des Comics, die dann unbedingt in der deutschen Hauptstadt spielen muss - mit kontaktfreudigen Intimsbereichsbeamten, horny Hausbesetzern im Harness und Heinrich Lummer, der dazu die Peitsche knallen lässt. Wobei wir dann wieder in der Gerhard-Seyfried-Ära wären... Packen wir also besser noch tausende transgeniale Terror-Touristen hinzu! Viva la Revolución!

Infos zum Buch

Biff Schweinebär: Rebel With A Cause- - Revenge in Sector VII, Comic, 88 Seiten, Hardcover 24,5 x 17,5 cm, schwarz‐weiß, englisch, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2012, 14,95 €, ISBN 978‐3‐86787‐423‐6


#1 chrisProfil
  • 21.07.2012, 14:07hDortmund
  • Und ich hatte Rage in Queer As Folk immer für völlig übertrieben gehalten. So kann man sich irren.
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#2 MeckertrineAnonym
  • 21.07.2012, 17:08h
  • Im letzten Absatz ging dem Autoren wohl zu sehr die Fantasie mit ihm durch! Daß mit der farbigen Fortsetzung ist noch das harmloseste.
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