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Plakatmotiv mit Klomp und Frieten: Das Münchner Sub ehrt in diesem Jahr die Benelux-Länder

Das Hans-Sachs-Straßenfest feiert in diesem Jahr die Queens der Benelux-Länder - auch wenn es die gar nicht in jedem Land gibt.

Von Conrad Breyer

Der Münchner Sommer wird in diesem Jahr bitterkalt, aber schön blau: Einen echten Thron aus Eis will das schwule Kommunikations- und Kulturzentrum Sub auf dem Hans-Sachs-Straßenfest am 18. August aufstellen. Platz nehmen darf darauf jeder einzelne der 9.610 Untertanen, die an diesem Samstag zum Geburtstagsfest des Münchner Homozentrums eingeladen sind. "Hier feiern die Queens" lautet das Motto des diesjährigen Straßenfestes, zu dem exakt 9.610 Gäste zugelassen sind. So wollen es die Thronwächter vom Kreisverwaltungsreferat...

"Wir ehren damit die Benelux-Länder", sagt Johannes Schick, der das Straßenfest fürs Sub seit Jahren zusammen mit Sabine Schäfer organisiert. 2013 finden die OutGames in Antwerpen statt - das hat den Ausschlag gegeben. "Die Niederlande, Belgien und Luxemburg haben aber auch eine Vorreiterrolle in der Lesben- und Schwulenbewegung eingenommen, die wir an dieser Stelle einmal loben wollen." Das Logo bedient sich denn auch niederländischer Holzschuhe und belgischer Fritten, um den Zusammenhang - mit einem Augenzwinkern - deutlich zu machen. Die vorherrschenden Farben sind die Nationalfarben der Länder, also rot, sowie blau und weiß und schwarz und gelb.

Sind wir nicht alle ein bisschen Queen?


Knapp 10.000 Besucher schauen jedes Jahr beim Hans-Sachs-Straßenfest vorbei (Bild: Erwin Harbeck/Sub)

Dass außer in Holland nicht in jedem der genannten Länder eine Queen regiert, stört die Veranstalter nicht. Der belgische König sei schließlich mit einer Queen verheiratet und der Großherzog in Luxemburg habe eine Großherzogin an seiner Seite, die sicher nichts gegen eine Beförderung habe. "Nicht zuletzt kommt es uns auf das Spiel mit den Klischees an", sagt Schick. "Sind wir nicht alle ein bisschen Queen?"

Das Programm des Hans-Sachs-Straßenfestes beginnt gegen 13 Uhr. Kurz vor 23 spielt das Band einen letzten Kaiserwalzer. Dazwischen gibt es neben dem Thron aus Eis jede Menge Geburtstagsüberraschungen - das Sub wird 26. Gegen halb sechs treten KoKo Kay und Christian Deussen auf, die schon im vergangenen Jahr ihr Geburtstagsständchen mehr als hübsch aufgetragen haben. Um acht Uhr fallen zum "Seeligmoment" Tulpenblütenblätter aus den Fenstern in die Straße - die Menge huldigt den gekrönten Häuptern. Zwischen Westermühl- und Müllerstraße gibt es zwei Areas zum Tanzen - eine für Club-, eine für Dance-Music.

Das Hans-Sachs-Straßenfest existiert seit 1991. Damals fand das schwule Straßenfest zum ersten Mal aus Anlass des 5. Geburtstages des Münchner Schwulenzentrums statt. Seitdem hat es sich etabliert und wird immer am Samstag nach Mariä Himmelfahrt im August abgehalten. Knapp 10.000 Besucher kommen jedes Jahr, und nicht nur Lesben und Schwule. Längst ist das Straßenfest auch bei Familien mit Kindern beliebt. Wegen der vielen Gäste empfiehlt sich eine Anreise per U-Bahn oder Tram - die Kutsche sollte allerdings zu Hause bleiben.



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